Polizei durchsucht Sparkassen-Filiale in Gelsenkirchen

Lokalzeit Ruhr 06.01.2026 00:46 Min. Verfügbar bis 06.01.2028 WDR

Insiderjob? Polizei durchsucht Sparkassen-Filiale in Gelsenkirchen

Stand:

Die Polizei hat am Dienstagnachmittag die ausgeraubte Sparkasse in Buer in Gelsenkirchen durchsucht. Laut Medienberichten soll es dabei auch um den Verdacht gehen, dass ein Mitarbeiter der Sparkasse die Täter unterstützt haben könnte.

Die Durchsuchungsmaßnahmen der Polizei begannen am Dienstag um 16:25 Uhr an der Nienhofstraße in Buer. Es gehe bei dem Einsatz nicht um einen Verdacht gegen die Sparkasse oder einzelne Mitarbeitende, sagte ein Polizeisprecher gegenüber der Öffentlichkeit. "Wir haben keinen Verdacht gegen irgendwen."

Ein Polizeibeamter trägt einen Karton aus der Sparkassen-Filiale in Gelsenkirchen

Laut Polizei war das Ziel der heutigen Durchsuchung, sich so schnell wie möglich einen objektiven Überblick zu verschaffen. Die Polizei möchte sich offenbar nicht nur auf Material verlassen, das die Sparkasse vorlegt, sondern eigene Beweismittel sammeln.

"In keiner Weise gegen die Herausgabe gesperrt"

Den Durchsuchungsbeschluss hatte die zuständige Staatsanwaltschaft Essen zuvor gerichtlich beantragt. Die Sparkasse betont in einer Stellungnahme am Dienstagabend, sie habe alle angeforderten Daten zur Verfügung gestellt, soweit es ihr möglich war.

Die Staatsanwaltschaft habe aber unter anderem Videoaufnahmen und Listen angefordert, deren Zusammenstellung mehr Zeit in Anspruch nehme. "Uns ist wichtig zu betonen, dass wir uns in keiner Weise gegen die Herausgabe gesperrt haben", so die Sparkasse.

Verdacht auf Insider-Job?

Entgegen der öffentlichen Linie der Polizei berichten die WAZ und der Focus, dass sie aus Sicherheitskreisen erfahren haben, es gehe bei der Razzia eben doch um einen möglichen Insider. Es soll demnach ermittelt werden, ob jemand aus der Sparkasse internes Wissen an die Täter weitergegeben hat.

Laut dem Focus-Bericht hatten die Täter Zugangschips für die Tiefgarage, über die sie in die Räume der Sparkasse gelangten. Auch für die letzte Tür bis zur Tresormauer sollen sie einen Code oder eine Codekarte gehabt haben. Es habe laut dem Bericht keine Einbruchspuren zu dem Raum gegeben. Die WAZ gibt außerdem an, die Alarmanlage des Tresorraums sei nicht eingeschaltet gewesen.

Zufahrt zur privaten Tiefgarage der Sparkassen-Filiale Gelsenkirchen-Buer

Das Rolltor versperrt den Zugang zum Bankbereich des Parkhauses

WDR-Beobachtungen aus der Tiefgarage

Die Beteiligung eines Sparkassen-Mitarbeiters ist bisher nur eine Mutmaßung. Aber auch WDR-Beobachtungen vor Ort in dem Parkdeck werfen Fragen auf: Die tiefergelegenen Parkdecks Minus 1 bis 3 sind von außen über eine Einfahrt erreichbar - für die nur Dauerparker spezielle Tickets haben.

Dieser Dauerparkerbereich für Anwohner kann wiederum mit einem Rolltor vom Parkbereich für Mitarbeiter der Bank getrennt werden, der noch eine Etage tiefer liegt. Die Täter hatten offenbar dennoch Zugang.

Nach Einbruch: Polizei durchsucht Sparkassen-Filiale in Gelsenkirchen

WDR Studios NRW 06.01.2026 00:29 Min. Verfügbar bis 08.01.2028 WDR Online

In einem Multimedia-Beitrag zeichnen wir den Tat-Hergang chronologisch nach - anhand von Fakten, Informationen aus Sicherheitskreisen, Einschätzungen von Experten und Zeugenberichten:

Bank-Einbruch am 29. Dezember entdeckt

Die Einbrecher hatten von dem angrenzenden Parkhaus aus ein Loch in die Räume der Sparkasse gebohrt und gelangten so in den Tresorraum der Bank. Der Einbruch wurde am am 29. Dezember 2025 festgestellt. Im Tresrorraum brachen sie mehr als 3000 Schließfächer auf und stahlen den Inhalt, darunter Geld, Schmuck und Gold. Alleine die Versicherungssumme für die geknackten Schließfächer beträgt rund 30 Millionen Euro - der tatsächliche Schaden könnte auch noch deutlich höher liegen.

Unsere Quellen:

  • Polizei Gelsenkirchen
  • dpa
  • Pressemitteilung der Sparkasse Buer in Gelsenkirchen
  • WDR-Beobachtungen vor Ort
  • Berichte von Focus und WAZ

Sendung: WDR 2 Rhein und Ruhr, Lokalzeit, 06.01.2026, 17.31 Uhr

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