Essener Gymnasium: Wie Schulen bei Alarm reagieren

02:39 Min. Verfügbar bis 08.09.2027

Essener Gymnasium: Wie Schulen bei Alarm reagieren

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Nach dem Messerangriff an einem Berufskolleg in Essen, beschäftigen sich andere Schulen mit der Sicherheit. Der Berufsverband der Berufsschullehrer fordert eine bessere Ausstattung und mehr Personal.

Von Carmen Krafft

Thomas Reuter, Schulleiter am Carl-Humann-Gymnasium in Essen-Steele, macht der Messerangriff an dem Berufskolleg betroffen. An seiner Schule hatte es - wie an vielen anderen - zwar schon mal eine anonyme Bombendrohung gegeben, aber keinen Amokalarm. "Wir sind verpflichtet, uns auf so einen Fall vorzubereiten. Die Realität ist dann sicher noch einmal anders", resümiert der Pädagoge.

Tatsächlich steht im Sekretariat der Notfall-Ordner der Bezirksregierung. Jede Schule muss einen Krisenstab einrichten, der zum Beispiel bei einer Bombendrohung zusammentritt. Im Ernstfall geht es vor allem darum, schnell zu handeln.

"Verbarrikadieren, nicht am Fenster stehen"

"Konkret löst man den Amokalarm aus, dann wird eine Durchsage gemacht, dass sich alle zu verbarrikadieren haben und nicht am Fenster stehen." Im Weiteren übernehme das SEK. "Ab diesem Zeitpunkt habe ich hier nichts mehr zu sagen", sagt Reuter weiter.

Wichtig ist dem Schulleiter die Präventionsarbeit. Wie auch an vielen anderen Schulen seien mehr Schüler - auch die jüngeren - psychisch labil, also auch schnell erregbar. "Wir müssen möglichst früh eingreifen, wenn Aggressionen geschehen", so Reuter. Dazu gehören lange Gespräche mit den Schülerinnen und Schülern und Eltern durch die Lehrer und den Schulpsychologen.

"Gefährder-Ansprachen bisher wirksam"

Der Alltag am Carl-Humann-Gymnasium im eher bürgerlichen Steele dürfte dem Alltag vieler Schulen entsprechen: In schwierigen Fällen wird das Jugendamt eingebunden und der Kontaktbeamte der Polizei. "Es gab auch an unserer Schule Gefährderansprachen an aggressive Schülerinnen und Schüler durch die Polizei. Das war bisher wirksam."

Im Fall des 17-Jährigen, der eine Lehrerin niedergestochen haben soll, habe nichts auf die Tat hingedeutet. Der Berufsverband der Berufsschullehrer fordert nach dem jüngsten Messerangriff eine bessere Ausstattung von Schulen mit Sozialarbeitern und Schulpsychologen. Landesvorsitzender Olaf Schmiemann: "Standard sollte sein, dass auf 1.000 Schüler ein Psychologe kommt."

Personalschlüssel oft nicht ausreichend

In den meisten Kommunen, die für dieses Personal zuständig sind, sei der Schlüssel deutlich schlechter. "Wir kommen kaum zu unserer eigentlichen Arbeit." Auch Sozialarbeiter werden häufig aus den Reihen des Kollegiums besetzt, um sich um sozial auffällige Schüler zu kümmern.

Schulleiter Thomas Reuter: "Da es immer mehr Fälle gibt, wo wir von einer konkreten Gefahr durch einen Schüler ausgehen, müssen wir sehr viel Energie in die Beobachtung und Begleitung investieren."    

Unsere Quellen:

  • Gespräch mit Thomas Reuter, Schulleiter am Carl-Humann-Gymnasium in Essen-Steele
  • Beobachtungen der WDR-Reporterin vor Ort

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