Ende Gelände kündigt Blockaden von Gaskraftwerken an
WDR. 03:08 Min.. Verfügbar bis 11.03.2028.
Thunberg sei am Donnerstagmittag eingetroffen, sagte eine Sprecherin des Camps. Auftritte seien nicht geplant.
Im Rahmen des Klimacamps plant das Bündnis "Ende Gelände" eigene Aktionen. Mögliche Ziele der Umweltaktivisten: Zwei Gaskraftwerke in der Nähe des Klimacamps. Man wolle Gasinfrastruktur in und um Hamm blockieren und mögliche Polizeisperren umgehen. Ihnen sei dabei wichtig, dass von ihren Aktionen keine Gewalt ausgehe, so die Aktivisten.
Sollen Kraftwerke blockiert werden?
Das RWE-Kraftwerk Gersteinwerk liegt nur wenige Kilometer vom Klimacamp entfernt. Auf der Internet-Seite von "Ende Gelände" wird den Teilnehmenden empfohlen, Rettungsdecken, Regenplanen oder Essen mitzunehmen, da die "Versorgung der Blockaden" nicht immer klappe.
Zelte im Klimacamp Hamm.
"Wer heute mit der Energiepolitik von vorgestern unsere Zukunft verfeuern will, muss weiter mit uns rechnen!" Tomke Jansen, Pressesprecherin von Ende Gelände
Das Bündnis selbst gibt an, erstmals seit 2022 wieder "bundesweit für eine groß angelegte Massenaktion" zu mobilisieren. Grund: die Pläne der Bundesregierung, im Sommer neue Gaskraftwerke auszuschreiben und die Erweiterung bestehender Gaskraftwerke zu genehmigen. So wie in Hamm. Wer Gas importiere, treibe Energiepreise in die Höhe, außerdem sei fossiles Gas "ein Turbo der Klimakatastrophe", heißt es in einer Pressemitteilung von "Ende Gelände".
Das Aktionsbündnis "Ende Gelände" spricht bei der Pressekonferenz über die geplanten Protestaktionen im Ruhrgebiet.
Polizei bereitet Großeinsatz vor
Die Polizei hat angekündigt, bei Störaktionen, die sich gegen kritische Infrastruktur wie Kraftwerke richten, konsequent einzuschreiten. Mit den Betreibern der Kraftwerke habe man in den vergangenen Wochen entsprechende Sicherheitskonzepte abgestimmt, so die Dortmunder Polizei, die den Einsatz rund um Camp und Demos leitet.
Das Klimaschutzbündnis "Ende Gelände" ruft zu Protesten auf.
Verfassungsschutz warnt vor Radikalisierung
Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) stuft "Ende Gelände" als linksextremistischen Verdachtsfall ein. Die als "ziviler Ungehorsam" bezeichneten Aktionen der Gruppe würden genutzt, um "teils auch gewaltsamen Widerstand gegen den demokratischen Rechtsstaat und sein Gewaltmonopol in eine Reihe mit Menschen- und Bürgerrechtsbewegungen" zu stellen. Die Gruppe verfüge über "umfängliche Kontakte und Kooperationen" zu und mit zahlreichen Akteuren aus dem "linksextremistischen Spektrum", heißt es im Verfassungsschutzbericht des Bundesinnenministeriums.
Unsere Quellen:
- WDR-Reporter vor Ort
- WDR-Interviews mit der Polizei Dortmund
- Pressemitteilungen von Ende Gelände
- Internetseite von Ende Gelände
- Verfassungsschutzbericht 2024 des Bundesinnenministeriums
- Presse-Agentur dpa
Sendung: WDR.de, Ende Gelände ruft zu Klimaprotesten auf, 28.05.2026, 5:05 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Dortmund, 28.05.2026, 19:30 Uhr
