Ende Gelände kündigt Blockaden von Gaskraftwerken an

WDR 03:08 Min. Verfügbar bis 11.03.2028

Klimacamp Aktivistin Greta Thunberg in Hamm

Stand:

Im Rahmen des Hammer Klimacamps gegen fossile Brennstoffe ruft das Klimaschutzbündnis "Ende Gelände" zu zivilem Ungehorsam auf. Auch die schwedische Aktivistin Greta Thunberg nimmt am Camp teil.

Von
Logo des Westdeutschen Rundfunk
Christof Voigt

Thunberg sei am Donnerstagmittag eingetroffen, sagte eine Sprecherin des Camps. Auftritte seien nicht geplant.

Im Rahmen des Klimacamps plant das Bündnis "Ende Gelände" eigene Aktionen. Mögliche Ziele der Umweltaktivisten: Zwei Gaskraftwerke in der Nähe des Klimacamps. Man wolle Gasinfrastruktur in und um Hamm blockieren und mögliche Polizeisperren umgehen. Ihnen sei dabei wichtig, dass von ihren Aktionen keine Gewalt ausgehe, so die Aktivisten.

Sollen Kraftwerke blockiert werden?

Das RWE-Kraftwerk Gersteinwerk liegt nur wenige Kilometer vom Klimacamp entfernt. Auf der Internet-Seite von "Ende Gelände" wird den Teilnehmenden empfohlen, Rettungsdecken, Regenplanen oder Essen mitzunehmen, da die "Versorgung der Blockaden" nicht immer klappe.

Campingzelte auf einer grünen Wiese bei Sonnenschein.

Zelte im Klimacamp Hamm.

"Wer heute mit der Energiepolitik von vorgestern unsere Zukunft verfeuern will, muss weiter mit uns rechnen!" Tomke Jansen, Pressesprecherin von Ende Gelände

Das Bündnis selbst gibt an, erstmals seit 2022 wieder "bundesweit für eine groß angelegte Massenaktion" zu mobilisieren. Grund: die Pläne der Bundesregierung, im Sommer neue Gaskraftwerke auszuschreiben und die Erweiterung bestehender Gaskraftwerke zu genehmigen. So wie in Hamm. Wer Gas importiere, treibe Energiepreise in die Höhe, außerdem sei fossiles Gas "ein Turbo der Klimakatastrophe", heißt es in einer Pressemitteilung von "Ende Gelände".

Sechs Personen sitzen draußen auf dem Rasen nebeneinander an einem Tisch, an dem ein Banner mit der Aufschrift "You burn our future. We burn your system" herunterhängt.

Das Aktionsbündnis "Ende Gelände" spricht bei der Pressekonferenz über die geplanten Protestaktionen im Ruhrgebiet.

Polizei bereitet Großeinsatz vor

Die Polizei hat angekündigt, bei Störaktionen, die sich gegen kritische Infrastruktur wie Kraftwerke richten, konsequent einzuschreiten. Mit den Betreibern der Kraftwerke habe man in den vergangenen Wochen entsprechende Sicherheitskonzepte abgestimmt, so die Dortmunder Polizei, die den Einsatz rund um Camp und Demos leitet.

Ein buntes Plakat hängt an einer Mauer. Im Hintergrund ist eine Wiese mit aufgebauten Campingzelten zu sehen.

Das Klimaschutzbündnis "Ende Gelände" ruft zu Protesten auf.

Verfassungsschutz warnt vor Radikalisierung

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) stuft "Ende Gelände" als linksextremistischen Verdachtsfall ein. Die als "ziviler Ungehorsam" bezeichneten Aktionen der Gruppe würden genutzt, um "teils auch gewaltsamen Widerstand gegen den demokratischen Rechtsstaat und sein Gewaltmonopol in eine Reihe mit Menschen- und Bürgerrechtsbewegungen" zu stellen. Die Gruppe verfüge über "umfängliche Kontakte und Kooperationen" zu und mit zahlreichen Akteuren aus dem "linksextremistischen Spektrum", heißt es im Verfassungsschutzbericht des Bundesinnenministeriums.

Klimacamp in Hamm

WDR 28.05.2026 00:27 Min. Verfügbar bis 28.05.2028 WDR Online

Download

Unsere Quellen:

  • WDR-Reporter vor Ort
  • WDR-Interviews mit der Polizei Dortmund
  • Pressemitteilungen von Ende Gelände
  • Internetseite von Ende Gelände
  • Verfassungsschutzbericht 2024 des Bundesinnenministeriums
  • Presse-Agentur dpa

Sendung: WDR.de, Ende Gelände ruft zu Klimaprotesten auf, 28.05.2026, 5:05 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Dortmund, 28.05.2026, 19:30 Uhr

Weitere Beiträge aus Hamm

1 / 2