Der 64-jährige Hauptangeklagte Karl-Heinz E. betrieb in Breckerfeld einen Angel-Freizeitpark. Eigentlich aber soll er europaweite Kokain-Transporte organisiert haben. Es geht um insgesamt 900 Kilogramm, aufgeteilt in viele Fahrten. Die jetzt für ihn geforderten 13 Jahre und drei Monate Haft der Staatsanwaltschaft liegen noch über ihrer Forderung zu Prozessbeginn. Da hatten ihm die Strafverfolger zwölf Jahre angeboten, sollte er geständig sein. Seine Verteidiger bezeichneten das Angebot damals als "albern" und als einen "enttäuschenden Vorschlag".
Haft für Kokain-Kurierfahrten
Die Staatsanwaltschaft will für die anderen sechs Angeklagten Freiheitsstrafen angefangen bei vier Jahren und acht Monaten bis hin zu neun Jahren. Sie sollen viele Kurier-Fahrten mit kiloweise Kokain an Bord durchgeführt haben, ohne aber direkten Kontakt zu Mafia-Auftraggebern gehabt zu haben. Der Staatsanwaltschaft zufolge war das beim Hauptangeklagten anders. Die Ermittlungsgruppe "Eureka" der Polizei hatte die mutmaßliche Drogen-Bande nach langen Ermittlungen auffliegen lassen.
Gerechtigkeit für angeklagte Rechtsanwaltsgehilfin
Für eine Rechtsanwaltsgehilfin aus Dortmund ist der Prozess bereits vorbei. Sie wurde für die gleichen Vorwürfe schon in Italien zu einer Haftstrafe von zehn Jahren verurteilt. Ihr hatte im Wuppertaler Prozess eine weitere Verurteilung in ähnlicher Höhe gedroht. Das hielt das Gericht, auch im Vergleich zum Hauptangeklagten, nicht für gerecht und stellte das Verfahren gegen sie deswegen ein. Sie wird ihre Strafe jetzt in Deutschland absitzen.
Unsere Quellen:
- Deutsche Presse-Agentur
- Staatsanwaltschaft Wuppertal
- Reporter vor Ort beim Prozess
- Interviews mit Verteidigern