Einigung über die Hüttenwerke Krupp-Mannesmann in Duisburg
02:21 Min.. Verfügbar bis 06.02.2028.
1.000 Arbeitsplätze bleiben in Duisburg nach den aktuellen Plänen erhalten - von 3.000. Die Einigung beinhaltet das Aus für zwei Hochöfen - dafür soll in Zukunft in einer neuen Anlage elektrisch Stahl produziert werden.
Zum Juli hin möchte die Salzgitter AG die Unternehmensanteile von Thyssenkrupp kaufen. Die Belieferung an Thyssenkrupp Steel von HKM soll jetzt Ende 2028 auslaufen, statt wie bisher geplant Ende 2032.
Voraussetzungen müssen noch erfüllt werden
Ein paar Bedingungen für die Umsetzung der Vereinbarung gibt es noch. Die relevanten Gremien müssen noch zustimmen. Die Salzgitter AG hat ein Fortführungsgutachten beauftragt, das positiv ausfallen muss. Und der dritte Eigentümer, "Vallourec" aus Frankreich, muss seine Anteile ebenfalls verkaufen.
Da gab es allerdings am Abend schon Zustimmung: Die Einigung zwischen Thyssenkrupp und Salzgitter motiviert auch Vallourec zu einem Verkauf. "Man werde die Bedingungen der Vereinbarung in den kommenden Tagen gründlich analysieren", heißt es in einem Statement auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.
Auch Vertreter der IG Metall begrüßen die Einigung, weil so wenigstens ein Teil der Arbeitsplätze erhalten bleibt.
Die Fortführung von HKM ist ein gutes Signal für den Stahlstandort NRW. Es wird trotzdem ein schwieriger Weg. Knut Giesler, Bezirksleiter der IG Metall NRW
Mit der Einigung der Gesellschafter fällt uns allen ein großer Stein vom Herzen. Damit bleibt Duisburg der größte Stahlstandort Europas. Das ist ein gutes Signal in die Belegschaft, in die Region und für den Stahl in Deutschland. Karsten Kaus, Geschäftsführer der IG Metall Duisburg-Dinslaken
Vor wenigen Tagen kämpfte die HKM-Belegschaft für den Erhalt des Werkes
Das Ende einer Zitterpartie
Der Einigung gingen mehrere Demonstrationen und Warnstreiks voraus. Bei einer Demonstration in Duisburg am Montag hatte auch Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas Klarheit für die Belegschaft gefordert.
Der ehemalige hessische Ministerpräsident Roland Koch hat schließlich zwischen Thyssenkrupp Steel und der Salzgitter AG vermittelt. Auch NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst begrüßt die Einigung in Duisburg.
Sie kann bei allen schmerzhaften Folgen eine verantwortungsvolle Lösung sein. Jetzt ist es wichtig, dass die Übereinkunft in ein tragfähiges Konzept und ein klares Bekenntnis zum Standort Nordrhein-Westfalen und zu sicheren und guten Arbeitsplätzen mündet. Die Beschäftigten müssen schnell endgültige Klarheit bekommen. Hendrik Wüst, Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen
Unsere Quellen:
- thyssenkrupp Steel
- Salzgitter AG
- IG Metall Bezirksleitung NRW
Sendung: WDR 2 Rhein und Ruhr, Lokalzeit, 06.02.2026,16:31 Uhr