Das Urteil im Prozess um Kokain-Handel | WDR Aktuell
01:57 Min.. Verfügbar bis 21.07.2027.
Der Prozess gegen die mutmaßliche Drogenbande lief seit Februar. Hauptangeklagt war der 64-jährige Karl-Heinz E. aus Hattingen. Im naheliegenden Breckerfeld betrieb er einen Angelfreizeitpark. Dieses Angel-Paradies soll aber in Wahrhheit den europaweiten Kokain-Transport organisiert haben. Unter anderem im Auftrag der bekannten italienischen Mafia-Organisation 'Ndrangheta.
Er wurde am Montag zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Das Wuppertaler Landgericht sieht es als erwiesen an, dass er das Transport-Netzwerk aufgebaut und bandenmäßig organisiert hat.
Mehrjährige Haftstrafen auch für mutmaßliche Drogenkuriere
Außerdem wurden insgesamt sechs mutmaßliche Drogenkuriere verurteilt. Sie sollen etliche Fahrten durchgeführt und über 900 Kilogramm Kokain transportiert haben, ohne aber direkt Kontakt zu Mafia-Auftraggebern gehabt zu haben.
Der Hauptangeklagte muss für zwölf Jahre in Haft
Die Fahrer sollen dabei 150 Euro für jedes transportierte Kilo verdient haben, die Beifahrer eine Pauschale von 500 Euro, was im Gegensatz zur Gewinnmarge nicht unbedingt viel ist. Die mutmaßlichen Fahrer wurden zu Freiheitsstrafen zwischen 4 Jahren und 3 Monaten und 8 Jahren verurteilt. Die Haftbefehle wurden wegen der langen Untersuchungshaft allerdings ausgesetzt.
Auf die Verkündung des Urteils reagierten die meisten Angeklagten regungslos. Eine mutmaßliche Kurierin brach jedoch kurz danach in Tränen aus.
Polizei-Großeinsätze: Operation Eureka
Die Anklage fußt auf mehrjährigen Ermittlungen und einer Großrazzia gegen den Kokainhandel im Mai 2023. In acht Ländern führten damals tausende Polizisten Großeinsätze gegen die Mafiaorganisation aus – auch in NRW. Unter anderem in Siegen, Hagen, Wuppertal, Essen, Dortmund und Bonn.
Beteiligt an dem Einsatz, der einer der größten Einsätze gegen die Mafia in Europa war, waren Einsatzhundertschaften, Spezialeinheiten und Diensthundeführer.
Unsere Quellen:
- WDR-Reporter vor Ort
- Presseagentur dpa
- Bisheriger Prozessverlauf
Über dieses Thema berichten wir am 21. Juli 2025 auch im Radio auf WDR 2 und im Fernsehen in der Lokalzeit Köln.