Gänsehof in Bergheim beschwert sich über nicht abgeholte Bestellungen

Aktuelle Stunde 25.12.2025 39:24 Min. UT Verfügbar bis 25.12.2027 WDR Von Sascha Schwarz

Weihnachtsgans reserviert, aber nicht abgeholt: Ärger bei Unternehmern

Stand:

Wer zu Weihnachten einen Tisch reserviert oder seine vorbestellte Gans nicht abholt, sorgt für Ärger - den Restaurants und Bauernhöfen gehen so Einnahmen verloren.

15 Gänse seien bestellt gewesen und wurden nicht abgeholt - darüber beschwert sich der Millianshof in Bergheim bei Düsseldorf auf Instagram. Betreiberin Sandra Mödder findet allein die Essensverschwendung "richtig traurig - das führt dazu, dass man schon ein bisschen an der Menschheit zweifelt."

Im WDR-Interview sagt sie, dass außerdem pro bestelltem Tier 60 bis 80 Euro an Einnahmen wegfallen - nicht wenig für einen kleinen Betrieb. Weggeschmissen wird das Fleisch noch nicht, jetzt gerade ist es tiefgefroren und wartet auf andere Käufer.

Datenschutzhinweis

Dieses Element beinhaltet Daten von Instagram. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Ein Jahr im Tiefkühler

Aber: "Die Gänse sind nicht gerade klein", sagt Mödder, "so viel Tiefkühllagerfläche haben wir nicht. Und wer macht schon eine Gans, außer an Weihnachten und Sankt Martin? Realistischerweise werden die hier liegen bis nächstes Jahr im November und dann muss man sie mit einem hohen Rabatt verkaufen."

Im nächsten Jahr gibt es die Gänse beim Millianshof dann nur noch mit Anzahlung. Sandra Mödder wünscht sich ein bisschen mehr Ehrlichkeit: "Dass man wenigstens mit offenen Karten spielt und sagt: Ich schaff das nicht, meine Bestellung abzuholen. Das ist auch ärgerlich, aber dann weiß man wenigstens, woran man ist."

Anzahlung bringt mehr Verwaltungsaufwand

Vier große Gänse gerupft und in Tüten gepackt

Auch Hofbetreiber Thomas Küppers aus Neuss kennt das: "Es gab mal ein Jahr, da waren es um die 20 Gänse und Puten, die nicht abgeholt wurden." Warum, das konnte er sich damals nicht erklären. "Wir haben auch drüber diskutiert, ob wir in Zukunft eine Anzahlung verlangen sollen", erzählt er. "Aber das wäre zu viel Verwaltungsaufwand gewesen."

Zum Glück sei es auch seitdem nur noch vereinzelt vorgekommen: "Wir haben noch einen Weihnachtsbaum hier liegen, der wurde bezahlt, aber nicht abgeholt. Und eine Gans oder ein Pute wurde nicht abgeholt, das Fleisch frieren wir ein und essen das dann irgendwann selbst".

Öfter Tische im Restaurant unbesetzt

Es sind auch andere Branchen, denen kurzfristige Absagen - oder Nicht-Erscheinen - Sorgen machen. Horst Esser ist Gastronom in den "Büsdorfer Stuben" in Bergheim. Er sagt: "Es wird jedes Jahr mehr". Die Menschen würden nichts mehr um ihre eigene Reservierung geben und tauchten einfach nicht auf.

Die Restaurant-Betreiber hätten das Nachsehen: "Man bereitet sich vor, man kauft ein für die Personenanzahl, die Weihnachtsgans zum Beispiel. Wenn die einmal im Ofen ist, die können Sie nicht mehr zurückschieben, die ist kaputt." Aber auch Horst Esser sagt: Eine Anzahlung für einen reservierten Tisch sei den meisten Kunden nicht zu vermitteln.

Spenden für den Millianshof

Zumindest auf dem Millianshof in Bergheim hat die Geschichte aber noch eine kleine weihnachtliche Wendung genommen: Auf den Instagram-Post haben eine Menge Menschen reagiert, die sich bereit erklärt haben, den Hof zu unterstützen.

Das sei jetzt zwar nicht mehr sinnvoll, die Gänse seien schon eingefroren, sagt Sandra Mödder - aber die Spenden werden trotzdem gesammelt und sollen jetzt an das Tierheim in Oekhoven und die Tafel in Bedburg gehen.

Quellen:

  • Hofbetreiberin Sandra Mödder
  • Hofbetreiber Thomas Küppers
  • Gastronom

Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 25.12.25, 18.45 Uhr

Weitere Beiträge aus dem Rhein-Erft-Kreis

1 / 2