Menschen demonstrieren vor dem Frechener Rathaus.

Gegner des Projekts demonstrieren vor dem Frechener Rathaus.

1300 Wohnungen in Frechen Hitziger Bürgerdialog zum Wohnbauprojekt "Grube Carl"

Stand:

Die Infoveranstaltung der Stadt zeigte vor allem, wie verhärtet die Fronten sind. 150 Anwohnende protestierten vor dem Rathaus.

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Martin Heuchel

Es ist wohl das größte städtebauliche Projekt für Frechen in den kommenden 20 Jahren: Auf dem Gelände der ehemaligen Grube Carl soll ein neuer Stadtteil entstehen. Geplant sind eine Grundschule, ein Seniorenheim und vor allem bis zu 1.300 Wohnungen.

Trotz deutlicher Kritik stellte sich Bürgermeister Uwe Tietz (SPD) bei einer Informationsveranstaltung am Mittwochabend klar hinter das Vorhaben. Schließlich habe er im Wahlkampf versprochen, neuen Wohnraum zu schaffen.

"Ich glaube, dass das ein Vorzeigeprojekt für unsere Stadt wird, auch nach neuesten technischen Standards“, sagte Tietz.

Frechens Bürgermeister Uwe Tietz im Gespräch mit Bürgern

Frechens Bürgermeister Uwe Tietz

In vielen Bürgergesprächen kommen Leute, die mir sagen, ich suche bezahlbaren Wohnraum. Ich finde aber gar nichts. Uwe Tietz, Frechens Bürgermeister

Anwohner wehren sich gegen Großprojekt

Schon vor Beginn der Veranstaltung gingen nach Angaben der Polizei rund 150 Menschen auf die Straße. Bei einem Protestspaziergang zogen sie zum Rathaus.

Boris Dörning von der Bürgerinitiative Grube Carl

Boris Dörning, Sprecher der Bürgerinitiative Grube Carl

Für Boris Dörning, Sprecher der Bürgerinitiative "Grube Carl“, kommt der Bürgerdialog deutlich zu spät. Große Erwartungen habe er an die Veranstaltung nicht: "Das im Rathaus ist eher eine pseudodemokratische Veranstaltung. Ich glaube kaum, dass dort irgendwelche Einwände oder Ideen noch berücksichtigt werden können.“ Auch während des Infoabends kam es an den Ständen der Stadt Frechen immer wieder zu hitzigen Diskussionen.

Lange Liste an Kritikpunkten

Viele Anwohnende lehnen die Pläne ab. Sie befürchten, dass wertvolle Naturflächen verloren gehen, sich die ohnehin angespannte Verkehrssituation weiter verschärft und das Hochwasserrisiko steigt. Außerdem sei das Projekt zu groß dimensioniert und passe nicht zum Charakter des Stadtteils.

Bürgermeister Tietz widerspricht diesen Vorwürfen: "Die Flächen, die dort erschlossen werden, sind keine Wälder, die abgeholzt werden. Damit hätte ich auch Probleme.“ Auch beim Verkehr sieht er keine unlösbaren Herausforderungen. Zudem werde das Thema Hochwasserschutz bei den Planungen berücksichtigt. Nach der nun beginnenden Phase der Bürgerbeteiligung könnte im kommenden Sommer eine Entscheidung über die Bebauungspläne fallen.

Hitzige Infoveranstaltung zur "Grube Carl" in Frechen

WDR 11.06.2026 00:45 Min. Verfügbar bis 10.06.2028 WDR Online

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Unsere Quellen:

  • Stadt Frechen
  • WDR-Gespräch mit Boris Dörning
  • WDR-Gespräch mit Anwohnern
  • Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort

Sendung: WDR.de, Hitzige Infoveranstaltung zur "Grube Carl" in Frechen, 11.06.2026, 4.55 Uhr

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