Am stärksten vom Unwetter betroffen: Feuerwehreinsatz in Bedburg endet

Lokalzeit aus Köln 09.09.2025 02:27 Min. Verfügbar bis 09.09.2027 WDR Von Oliver Köhler

Nach Starkregen in Bedburg: RWE meldet Schäden im Tagebau

Stand:

Bedburg hatte der Starkregen am Dienstag besonders hart getroffen in NRW. Auch im benachbarten Tagebau gab es Schäden.

Für die Hochwassergebiete in Bedburg im Rhein-Erft-Kreis gab es Entwarnung. "Wir gehen nicht davon aus, dass der Pegel im Pützbach wieder steigt. Der Wasserstand sinkt aktuell weiter. Deshalb werden wir auch keine Sandsackwelle am Ufer errichten", sagte Feuerwehrsprecher Erol Bas dem WDR.

Alle Einsätze waren am späten Nachmittag abgearbeitet. Insgesamt gingen es 224 Notrufe bei der Feuerwehr ein. Meist waren Keller und Wohnungen voll Wasser gelaufen oder Straßen überflutet.

Unwetter traf Bedburg am stärksten

Das Unwetter über Nordrhein-Westfalen hatte Bedburg mit voller Härte getroffen. Neben Mönchengladbach war die Stadt im Rhein-Erft-Kreis laut Feuerwehr einer der "Einsatzschwerpunkte" in Nordrhein-Westfalen. An der Messstation Bedburg-Weiler Hohenholz wurden zwischen Mitternacht und Dienstagvormittag um 11 Uhr 145 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen. Dies ist der Rekord für NRW.

Eine mit Matsch bedeckte Straße, im Hintergrund nähert sich ein Auto.

Viele Wege in Bedburg waren wegen Regen und Matsch kaum mehr befahrbar.

Anwohner, die morgens ihre Häuser in den überschwemmten Gebieten verlassen hatten, konnten zurückkehren und mit den Aufräumarbeiten in den Vierteln beginnen.

Garzweiler: Erde in Tagebau gerutscht

Laut einer ersten Bilanz von RWE am Freitag, spülte der Starkregen große Mengen Erdreich von den Böschungen in den Tagebau hinein. Dabei wurden Wege und Bandanlagen beschädigt, über die die Kohle abtransportiert wird. Auf die grundsätzliche Böschungsstabilität des Tagebaus Garzweiler hatte der Starkregen aber keine Auswirkungen, sagt RWE.

Der Tagebau bleibt für Besuchergruppen erstmal geschlossen, bis die Reparaturen und Aufräumarbeiten beendet sind.

Prinzip Schwammstadt nicht überall aufgegangen

Bedburgs Bürgermeister Sascha Solbach (SPD) zeigte sich am Dienstagnachmittag erleichtert darüber, dass der Wasserstand des Pützbachs in Bedburg weiter zurückgehe. Allerdings habe das Ereignis auch gezeigt, wo die Stadt noch nicht ausreichend gegen Unwetter vorbereitet sei. So ist in einem Neubaugebiet, das eigentlich mit Schutzmaßnahmen für die Folgen des Klimawandels geplant wurde, ein Regen-Rückhalte-Becken übergelaufen.

Pützbach lief am Morgen über

An einigen Stellen hatte der Pützbach am Dienstagmorgen Wohngebiete überflutet. Zahlreiche Keller liefen voll Wasser. In Gärten stand das Wasser knietief und drohte in die Erdgeschosse der ersten Wohnhäuser zu laufen. Die Feuerwehr hatte daraufhin die Warnapp Nina ausgelöst und Anwohner auf die Gefahr durch den schnell anschwellenden Bach hingewiesen.

Häuser mussten evakuiert werden

Die Feuerwehr hatte bereits am Morgen Wohngebäude in der so genannten "Ressourcenschutz Siedlung" in Bedburg-Kaster geräumt. Mehrere Wohngebäude waren dort vom Wasser eingeschlossen. "Die Anwohner wollten nicht länger in dem vom Wasser eingeschlossenen Viertel bleiben", sagte der stellvertretende Bedburger Feuerwehrchef, David Kunze, dem WDR.

Der Eingang eines Hauses steht unter Wasser

Die sogenannte "Ressourcen-Siedlung" in Bedburg-Kaster stand unter Wasser.

Und auch in Oppendorf einer Siedlung am Rande von Bedburg wurden Häuser evakuiert. Dort war von Äckern und Wiesen das Wasser in die Siedlung geströmt. Weil unklar war, wie hoch das Wasser steigt, hatte die Feuerwehr die Anwohner bereits in der Nacht aufgerufen, Taschen zu packen und sich auf die Evakuierung vorzubereiten.

Feuerwehr im Dauereinsatz - Viel Solidarität in der Region

Der stellvertretende Leiter der Bedburger Feuerwehr, David Kunze, hat mit seinem Team seit dem Morgen mehr als 150 Einsatzstellen im Stadtgebiet koordiniert. Viele Feuerwehren aus den benachbarten Städten halfen seit dem frühen Morgen dem besonders stark vom Regen betroffenen Bedburg. Der Einsatz der Feuerwehren ist seit dem Nachmittag beendet.

In sozialen Netzwerken bieten Anwohner aus Bedburg und benachbarten Kommunen den vom Hochwasser betroffenen Menschen Hilfe an. Sie stellen beispielsweise Pumpen zur Verfügung, wollen beim Entrümpeln von Kellern helfen oder bieten warme Mahlzeiten an.

Nach Starkregen: Lage in Bedburg entspannt sich etwas

WDR Studios NRW 09.09.2025 00:38 Min. Verfügbar bis 09.09.2027 WDR Online

Unsere Quellen:


  • Feuerwehr Bedburg
  • Reporter vor Ort

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