Bergheim: Falsche Pflegerin versorgte Intensivpatienten
WDR. 02:30 Min.. Verfügbar bis 29.04.2028.
Gefährlicher Betrug : Bezirksregierung Köln warnt vor falscher Krankenpflegerin
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Die Kölner Bezirksregierung warnt Seniorenheime, Krankenhäuser und Pflegedienste vor einer falschen Krankenpflegerin, die sich mit einer gefälschten Berufsurkunde bewirbt. Dem Betreiber eines Pflegedienstes im Rhein-Erft-Kreis war aufgefallen, dass die Frau nur über mangelhafte Fachkenntnis verfügt.
Bei der Überprüfung der Frau stieß der Pflegedienst auf eine weitere Ungereimtheit. Sie hatte bei der Einstellung eine Urkunde des Berliner Landesamtes für Gesundheit und Soziales vorgelegt. Auf der Urkunde ist zu lesen, dass die Frau die Erlaubnis hat, die Berufsbezeichnung "Gesundheits- und Krankenpfleger" zu tragen.
Diese gefälschte Urkunde legte die Krankenpflegerin bei der Bewerbung vor.
"Grundsätzlich steht auf diesen Urkunden Krankenpflegerin und nicht Krankenpfleger, wenn es um Frauen geht", sagt Frank Gerhard, der Geschäftsführer des Pflegedienstes Care United aus dem Rhein-Erft-Kreis. "Wir haben deshalb in Berlin nachgefragt und dort die Auskunft erhalten: Die Urkunde ist gefälscht."
Falsche Pflegerin: Große Gefahr für Intensivpatienten
Der Pflegedienst Care United hatte ihr daraufhin gekündigt und Strafanzeige wegen Urkundenfälschung erstattet. Die Frau suchte sich aber offenbar eine neue Stelle. Als der neue Arbeitgeber gewarnt wurde, soll sie weitergezogen sein und erneut als Pflegerin arbeiten.
Ihr ehemaliger Arbeitgeber aus dem Rhein-Erft-Kreis hält den Betrug der Frau für höchst gefährlich. Sie suche sich gezielt Stellen im Bereich der Intensivpflege für Kinder.
"Gerade auf Intensivstationen können schon kleine Fehler für Patienten lebensgefährlich werden." Frank Gerhard, Geschäftsführer von Care United
Die Beschuldigte bestreitet die Vorwürfe
Der WDR hat versucht, mit der Frau an ihrer Adresse im Oberbergischen Kreis zu sprechen. Dort öffnete aber nur der Lebensgefährte die Tür. Er sagte, er wisse von den Vorwürfen wegen der gefälschten Urkunde. Seine Lebensgefährtin arbeite aktuell aber nicht mehr in der Pflege.
Die Frau selbst haben wir schließlich am Handy erreicht. Sie wolle sich zu den Vorwürfen nicht äußern, sondern zunächst die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft abwarten.
Betrüger im Bereich der Pflege nur schwer zu stoppen
"Ob solche falschen Pfleger sich eine neue Stelle suchen, lässt sich nur schwer nachvollziehen", sagt Frank Gerhard, Geschäftsführer ihres ehemaligen Arbeitgebers Care United. "Viele Pflegedienste suchen händeringend Personal. Wenn sich da jemand mit einer echt aussehenden Urkunde bewirbt, fällt das nicht unbedingt sofort auf."
Offenbar sind Betrüger in dem Bereich der Pflege nur schwer zu stoppen. Die Kölner Bezirksregierung setzt darauf, dass die Warnungen vor der Frau möglichst alle Pflegeeinrichtungen in NRW erreichen.
Unsere Quellen:
- Bezirksregierung Köln
- Pflegedienst Care United
- Gespräch mit der Beschuldigten und ihrem Lebensgefährten
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Köln, 29.04.2026, 19:30 Uhr
