Ist das Rheinwasser für den Hambacher See sauber genug?
WDR. 00:41 Min.. Verfügbar bis 29.04.2028.
Der Lärm von Bagger und LKW dringt bis in den kleinen Ort Elsdorf-Esch am Rand des Tagebaus Hambach. RWE baut hier die so genannte Rheinwassertransportleitung. Durch die etwa 45 Kilometer lange Pipeline soll ab dem Jahr 2030 Wasser aus dem Rhein in den Tagebau strömen. Der Plan: Hambach soll einer der größten Seen Deutschlands werden.
Doch ist das Wasser überhaupt sauber genug? Denn die Qualität des Rheinwassers ist umstritten. Darin seien viel zu viele Chemikalien und Spurenstoffe, beklagt beispielsweise der Umweltverband BUND.
Für RWE dagegen ist das Wasser des Rheins sauber genug, um damit den Tagebau Hambach zu füllen. Für mehr Klarheit soll nun ein neues, wissenschaftliches Gutachten sorgen, das vom nordrhein - westfälischen Umweltministerium in Auftrag gegeben worden ist.
Gutachter untersuchen Veränderungen des Grundwassers
So könnte der Tagebau Hambach in Zukunft aussehen.
Für den Bau der Leitung hat RWE eine Genehmigung des Landes NRW. Für das Einleiten des Rheinwassers nicht, denn das dafür notwendige Genehmigungsverfahren steht noch aus. Zuvor soll aber noch ein wissenschaftliches Gutachten klären, wie sich verschiedene Stoffe im Wasser des Rheins auf ihren Weg durch Boden und Gestein verhalten, schreibt Johannes Poth, Sprecher des NRW- Umweltministeriums.
Das Ziel sei Klarheit zu schaffen, wie sich die Zusammensetzung des Wassers verändert, wenn es vom See in den umgebenen Untergrund übertritt. Es werde geprüft, welche Stoffe an den Gesteinsschichten haften bleiben, ergänzt Johannes Poth.
Genehmigungsverfahren soll im Herbst beginnen
Das Grundwasser-Zentrum in Dresden wird die Studie erstellen. Beraten werden die Dresdener Wissenschaftler vom Erftverband mit Sitz in Bergheim.
Bis zum Herbst 2026 soll das Gutachten des Grundwasser-Zentrums Dresden auf dem Tisch liegen. Dann soll auch das Genehmigungsverfahren für die Einleitung des Rheinwassers in den Tagebau Hambach beginnen.
Die dafür zuständige Behörde ist die Bezirksregierung Arnsberg. Zunächst wird RWE seine Antragsunterlagen einreichen, die dann geprüft werden. Vorgeschrieben ist auch eine Beteiligung der Öffentlichkeit. Die Arnsberger Behörde geht schon jetzt von einem umfangreichen und langen Genehmigungsverfahren aus.
Unsere Quellen:
- Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr NRW
- Erftverband
- RWE
- Grundwasser-Zentrum Dresden
- Bezirksregierung Arnsberg
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Köln, 29.04.2026, 18:09 Uhr