Ratingen: Ausbilder wollen junge Sportler fürs Unternehmen
00:44 Min.. Verfügbar bis 21.11.2027.
Ratingen: Ausbilder wollen junge Sportler fürs Unternehmen
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Die Tore sind zur Seite geschoben, die Basketballkörbe an die Decke geklappt. Heute dreht es sich in der Sporthalle in Ratingen-West nicht um Sieg und Niederlage. Heute geht es hier um die Zukunft von jungen Sportlerinnen und Sportlern. Es findet eine Jobmesse statt, die sich ausdrücklich an Vereinssportler richtet.
Am Vormittag drängten sich Sportklassen aus Schulen der Umgebung um die Stände großer Unternehmen, am Nachmittag waren Sportvereine aus Düsseldorf und Ratingen zu Gast. Denn die sind für die Ausbilder besonders interessant. "Gerade Leistungssportler sind organisiert, diszipliniert und motiviert", sagt Ludger Knurr, Ausbilder bei Henkel. "Das sind Eigenschaften, die für eine Ausbildung oder den Beruf genau so wichtig sind."
Große Karriere im Sport unwahrscheinlich
Fünf Unternehmen sind bei der Premiere der Jobmesse am Start. Sie alle eint die Suche nach Fachkräften. In kleinen Gruppen laufen die jungen Leute die Stände ab und bekommen Informationen über Berufswege oder duale Studiengänge. So wollen die Ausbilder junge Menschen anwerben.
"Viele Sportler hoffen auf die große Karriere, aber die erreichen im Fußball zum Beispiel nur 3 Prozent", sagt Knurr. Der Rest könne nicht davon leben.
Standbein neben dem Profisport
Handballer Luca Schulz träumt von einer Profikarriere
Auch Luca Schulz träumt von der Karriere. Der 18-Jährige spielt normalerweise in dieser Halle Handball für den Verein Interaktiv in der U19-Bundesliga und schon bei den Herren in der dritten Liga. "Da liegt auch klar der Fokus drauf", sagt er. "Deshalb ist so eine Messe super, um Alternativen zu sehen und auch mal andere Unternehmen kennenzulernen."
Das Ziel von Luca Schulz ist erst eine Handball-Karriere und danach ein Job im Sport. Deshalb hat er ein Sportwissenschaftsstudium begonnen. "Es ist aber wichtig zu wissen, was nach dem Studium kommt. Sport ist irgendwann vorbei, deshalb ist es wichtig, sich ein zweites Standbein aufzubauen."
Dann war die Karriere vorbei und sie wussten nicht weiter. Bjarne Steinhaus, Handballer und Organisator der Jobmesse
Sein Teamkollege Noah Megale macht nächstes Jahr sein Abitur und plant auf Nummer sicher. "Ich werde wahrscheinlich auf Lehramt studieren", sagt er. "Das lässt sich gut mit dem Handball vereinen, ist aber auch eine Alternative danach." Trotzdem hört er bei den Unternehmen ganz genau zu, was für Möglichkeiten es noch gibt.
Bjarne Steinhaus hat die Jobmesse organisiert. Er war früher Geschäftsführer von Bayer Dormagen und selbst Handballer: "Ich habe es bei Mannschaftskollegen erlebt, dass sie alles auf den Sport gesetzt und sogar ihr Studium dafür abgebrochen haben. Dann war die Karriere vorbei und sie wussten nicht weiter."
Unsere Quellen:
- Gespräch mit Organisator Bjarne Steinhaus
- Gespräch mit Ludger Knurr, Ausbilder bei Henkel
- Gespräche mit Luca Schulz und Noah Megale
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort