Eine Frau ist mittig im Bild und ist umgeben von Blasen mit Symbolen, die stellvertretend für verscheidene Ausbildungsberufe stehen: Eine Bohrmaschine, eine Schere, Aktenordner.

Berufsorientierung Ausbildung: Mit diesen Ideen kommst du deinem Traumjob näher

Stand: 10.10.2025, 12:00 Von Nina Rath Gamechanger

Von Nina Rath

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Du bist auf der Suche nach einer passenden Ausbildung und weißt noch nicht genau, wo es hingehen soll? Wir zeigen dir, wie du einen Ausbildungsplatz findest, der wirklich zu dir passt – und welche kreativen Wege Unternehmen teilweise gehen, um neue Azubis zu gewinnen und sie gut aufs Berufsleben vorzubereiten. Hast du zum Beispiel schonmal was von "Dating-Apps" für Ausbildungsplätze oder Pop-up-Stores zur Berufsorientierung gehört?

Ausbildungsplatz finden: So gehst du am besten vor

Eine Ausbildung kann aus vielen Gründen der richtige Weg sein: Du startest direkt ins Berufsleben, sammelst praktische Erfahrung und verdienst früh dein eigenes Geld. Die Suche nach dem richtigen Beruf und der dazu passenden Ausbildung kann aber auch ganz schön stressig sein. Wir geben dir Tipps an die Hand, die deine Ausbildungssuche leichter machen können und von denen du vielleicht noch nicht gehört hast.

So steht's um Ausbildungen in Deutschland

In Deutschland gibt es knapp 330 anerkannte Ausbildungsberufe. 2024 haben rund 470.000 Azubis einen Ausbildungsvertrag abgeschlossen. Dennoch blieben rund 69.400 ausgeschriebene Ausbildungsstellen unbesetzt – im Schnitt allein 20.000 im Handwerk. Vor allem Unternehmen in der Industrie, im Verkehrs- und Bausektor sowie im Handel haben Schwierigkeiten, genügend Azubis zu finden. (Quellen: BIBB, ZDH)

Bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz solltest du dich im ersten Schritt mit dir selbst auseinandersetzen, etwa mit deinen Werten, Stärken und Charaktereigenschaften. Für deinen späteren Beruf sind schließlich nicht nur das Gehalt oder die Arbeitszeiten wichtig – du solltest im besten Fall auch deine individuellen Interessen und Stärken entfalten können.

Berufsorientierung: Wie findest du den passenden Job?

Wenn du schon bestimmte Berufe in der engeren Auswahl hast, kannst du dir Erfahrungsberichte von Azubis aus der entsprechenden Branche anschauen. So erfährst du, wie die Ausbildung in der Praxis wirklich abläuft. Auf der Website der Bundesagentur für Arbeit findest du beispielsweise das Filmportal "BERUFE.TV" mit Kurzfilmen zu vielen Ausbildungsberufen.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen zeigt auf dem TikTok-Kanal "@die.azubis" Vlogs und Memes aus dem Azubi-Alltag. Außerdem gibt‘s eine Reihe von Azubi-Podcasts im Netz, die dir Einblicke in die jeweiligen Berufsfelder geben können, etwa "AzubiView" vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) oder "ausbildung4u" von der Handwerkskammer Berlin.

Ausbildung finden im Pop-Up-Store

Um in kurzer Zeit viele praktische Eindrücke sammeln zu können, hat in Krefeld (NRW) ein Pop-up-Store für Ausbildungen eröffnet. Dort kannst du dir Themenwelten zu verschiedenen Berufsgruppen ansehen und diese aktiv testen. Workshops, Wettbewerbe und Mitmachaktionen, wie etwa Bagger-Fahrsimulationen oder Anprobieren von Arbeitskleidung sollen dabei helfen, sich mit der Arbeitswelt auf entspannte Weise vertraut zu machen.

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Solche Konzepte gab es auch schon in Fürth, Wiesbaden oder Düsseldorf. Ziel solcher Pop-Up-Stores ist es, ein niederschwelliges Angebot zur Berufsfindung bereitzustellen. Wenn man sich für ein bestimmtes Unternehmen oder ein Berufsfeld interessiert, helfen Berater:innen der IHK vor Ort, einen Kontakt zu passenden Unternehmen herzustellen.

It’s a Match! Tinder für Ausbildungsplätze

Neben solchen Pop-up-Stores, klassischen Stellenausschreibungen oder Beratungsangeboten überlegen sich Unternehmen auch andere Wege, um Azubis für ihren Betrieb zu gewinnen.

Du bist kein Fan davon, klassische Bewerbungen zu schreiben? Dann sind Apps zur Ausbildungssuche vielleicht etwas für dich. Mit Angeboten wie "AzubMe" oder "Passt!" können Berufssuchende und Ausbildungsbetriebe auf besondere Art zueinander finden. Wie beim Onlinedating kannst du dir ein Profil anlegen und dich durch Ausbildungsanzeigen in deiner Nähe swipen. Gibt’s ein Match, kannst du mit den Unternehmen chatten und ein Vorstellungsgespräch ausmachen.

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Wenn du deinen zukünftigen Arbeitgeber lieber sofort persönlich kennenlernen willst, bietet die IHK in vielen deutschen Städten "Azubi-Speed-Dating" an. Bei solchen Events kannst du dich spontan bei Unternehmen deiner Wahl vorstellen. Dabei steht vor allem der persönliche Eindruck im Vordergrund und weniger deine Noten oder Abschlüsse. Passen deine Vorstellungen zum Unternehmen, könnt ihr euch connecten und ein Vorstellungsgespräch vereinbaren.

Solche Konzepte können die Kontaktaufnahme zu Ausbildungsbetrieben erleichtern. Allerdings gibt es solche Apps und Events bislang noch nicht für alle Regionen in Deutschland.

Für Unentschlossene: Praktikum vor Ausbildungsstart

Du interessierst dich für ein bestimmtes Berufsfeld, aber möchtest dich noch nicht auf einen Beruf festlegen? Dann ist vielleicht ein freiwilliges Jahr die richtige Strategie für dich. Das gibt es neben sozialen Berufsfeldern auch für ökologische oder handwerkliche Berufe.

Beim Freiwilligen Handwerksjahr (FHJ) hast du beispielsweise die Möglichkeit, vier Praktika innerhalb eines Jahres zu absolvieren. Das wird gerade als Pilotprojekt in Bielefeld gestartet, aber gibt es auch an anderen Orten. Mögliche Betriebe sind unter anderem Tischlereien, Bäckereien oder Kfz-Werkstätten. So kannst du feststellen, welcher dieser Berufe dir besonders liegt.

Wer ein FHJ absolviert, hat danach häufig die Chance, bei einem der Betriebe auch einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Wenn du monatliche Ausgaben für z. B. Miete hast, könnte die Finanzierung eines solchen Jahres allerdings eine Herausforderung werden: Denn die Betriebe zahlen den Teilnehmenden im FHJ eine Aufwandsentschädigung von 450 Euro brutto im Monat – zuzüglich Sozialabgaben und Steuern.

Ausbildung mit 4-Tage-Woche? Diese Betriebe machen es anders

Manche Berufe sind bei jungen Menschen ziemlich unbeliebt, etwa wegen ungewöhnlichen Arbeitszeiten, schlechter Bezahlung oder hoher körperlicher Anstrengung. Einige Betriebe ändern daher ihre Arbeitsabläufe und bieten Azubis attraktive Extras. So machen es beispielsweise Bäckereien in Speyer oder Hannover: Hier gibt’s flexible Arbeitszeiten und eine 4-Tage-Woche.

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Die praktische Erfahrung ist für viele Azubis ein entscheidender Vorteil einer Ausbildung. Die Vorstellung, das erste Mal viel Verantwortung in einem Beruf zu tragen, kann für einige Menschen aber eine beunruhigende Vorstellung sein.

Um Praxiserfahrung ohne Druck sammeln zu können, stellen manche Betriebe ihren Azubis Trainingszentren zur Verfügung. Das kann vor allem für Berufe sinnvoll sein, bei denen Fehler teure Folgen haben können. Beispielsweise können angehende Elektroniker:innen auf simulierten Baustellen Schaltkreise legen und Fräsen oder Bohren üben – ohne dabei Sorgen haben zu müssen, etwas falsch zu machen.

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Ein ähnliches Konzept verfolgt auch das sogenannte "Azubi-Hotel": Hier können die Auszubildenden sechs Wochen lang die Rolle der Führungskräfte einnehmen und alle Aufgaben selbstständig verteilen und ausprobieren. Sollte doch mal Überforderung aufkommen, helfen erfahrene Kolleg:innen weiter. Das soll das Selbstbewusstsein stärken und ein umfassendes Gespür für den Job vermitteln. Ähnliche Projekte gibt es auch in anderen Berufen, beispielsweise in der Pflege oder Möbelhäusern.

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Ausbildungsplätze: ein Blick auf morgen

Vor allem in ländlichen Regionen und den Branchen Logistik, Handel und Industrie blieben auch zum Ausbildungsstart 2025 einige Stellen unbesetzt.

Für das Jahr 2026 wird z. B. in NRW und Schleswig-Holstein ein hoher Azubi-Rückgang prognostiziert, da aufgrund der Umstellung von 12 auf 13 Schuljahre ein Abiturjahrgang fehlen wird. Laut der Bundesagentur für Arbeit wird das den Fachkräftemangel in den Regionen verstärken. Aber: Angehende Azubis könnten davon wiederum profitieren.

Mehr zum Thema:

Azubi Storys – Serie zu Ausbildungsberufen (ardmediathek.de)

alpha Uni: Orientierung für Studium und Beruf (ardalpha.de)

Wie Firmen Azubis locken (zdfheute.de)

Quellen:

Entwicklung des Ausbildungsmarktes 2024 (bibb.de)

Zentralverband des Deutschen Handwerks: Fachkräftesicherung im Handwerk (zdh.de)

Deutsche Industrie und Handelskammer: Online-Unternehmensbefragung zur Ausbildung 2025 (dihk.de)

Bundesagentur für Arbeit: Check-U: Der Orientierungstest (arbeitsagentur.de)

Berufsinstitut für Berufsbildung (zynd.de)

Bundesagentur für Arbeit: BERUFE.TV (arbeitsagentur.de)

IHK Nord Westfalen: Kurze Videos über Ausbildung (ihk.de)

Bundesinstitut für Berufsbildung: Podcast "AzubiView" (bwp-zeitschrift.de)

Handwerkskammer Berlin: Podcast "ausbildung4u" (hwk-berlin.de)

App "Azubme" (azubme.de)

App "Passt!" (passt-app.de)

Industrie- und Handelskammer Köln: Azubi-Speed-Dating (ihk.de)

WDR: Freiwilliges Handwerksjahr (wdr.de)

Förderverein ökologische Freiwilligendienste e.V.: Informationen zum ökologischen Freiwilligendienst (oeko-freiwillig.de)

SWR: Bäckerei-Inhaber: "arbeitgeberfreundlicheres Verhalten würde uns allen gut tun" (swr.de)

NDR: Studie zu Pilotprojekt: Wie wirkt sich die Vier-Tage-Woche aus? (ndr.de)

Living Hotels: Azubi Hotel (living-hotels.com)

Bundesagentur für Arbeit: Rund 25.000 Ausbildungsplätze noch "last minute" frei (arbeitsagentur.de)

SWR: Ausbildungsjahr startet – "Bewerbern fehlt es oft an Motivation" (swr.de)

WDR: Wegen G9-Abi fehlen 2026 in NRW tausende Abiturienten (wdr.de)

Tagesschau: Zahl der neuen Azubis sinkt erstmals seit Corona (tagesschau.de)

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