Haushaltskrise: Stadt Leverkusen will 131 Vollzeitstellen abbauen
Stand:
Leverkusen muss wegen der angespannten Haushaltslage sparen – und setzt dabei unter anderem auf Stellenabbau. 131 Vollzeitstellen sollen in den nächsten zehn Jahren abgebaut werden. Und doch soll im Rahmen dieses Prozesses niemand seinen Arbeitsplatz verlieren. Wie geht das?
873 Personen verlassen alters- oder vertragsbedingt in Leverkusen in den kommenden zehn Jahren die Stadtverwaltung. Das löst ein großes Problem. Denn der Personaletat ist der zweitgrößte Ausgabenposten in Leverkusen, hier muss ganz dringend gespart werden. Das macht Oberbürgermeister Stefan Hebbel am Dienstagabend im Besprechungsraum des Rathauses sehr deutlich.
Spürbare Auswirkungen für Leverkusener
131 Vollzeitstellen, oft bestehend aus mehreren Teilzeitstellen, sollen bis 2036 nicht nachbesetzt werden. Das wird auch für die Bewohner Leverkusens spürbare Auswirkungen haben. Bearbeitungszeiten bestimmter Anträge dürften zukünftig länger dauern.
Die Art und Weise des Services, den die Stadt anbieten kann, wird sich verändern. Auch von Einschränkungen für das Museum Morsbroich, etwa durch verkürzte Öffnungszeiten, und von möglicherweise dünneren Veranstaltungskalendern für das Forum ist die Rede.
"Wir müssen jetzt Prioritäten setzen, und das tut richtig weh", so Hebbel. "Es hat diese finanzielle Situation in der Geschichte der Stadt Leverkusen noch nicht gegeben." Zusammen mit einem Beratungsunternehmen hat die Verwaltung die Maßnahmen erarbeitet und der Prozess soll weitergehen. Neben den 131 Stellen soll mit den jetzigen Plänen ein Konsolidierungsbetrag von 14,57 Millionen Euro eingespart werden können. Das ist etwa ein Viertel dessen, was politisch gefordert wurde.
Interne Prozesse sollen optimiert werden
Viele Maßnahmen müssen zudem innerhalb der Verwaltung umgesetzt werden, erklärt Hebbel. Mietverhältnisse sollen auf den Prüfstand gestellt werden, doppelte Arbeitsschritte müssen identifiziert und verschlankt werden. Hier setzt der OB auch auf die Ideen und Verbesserungsvorschläge seiner Mitarbeitenden. "Die kennen ihre Arbeitsprozesse ja viel besser als ich", sagt er. Außerdem werde man prüfen, wo man gezielt digitale Lösungen oder KI einsetzen kann.
Am 22. April wird sich der Hauptausschuss mit den Sparplänen befassen. Dann will Hebbel der Politik die Dringlichkeit der Maßnahmen vermitteln, sagt er. "Wir müssen diesen Weg am Ende gemeinsam gehen, sonst können wir nicht erfolgreich sein."
Unsere Quellen:
- Stadt Leverkusen
- Oberbürgermeister Stefan Hebbel
Sendung: WDR.de, Haushaltskrise: Stadt Leverkusen will 131 Vollzeitstellen abbauen, 15.04.2026, 6.33 Uhr