Düsseldorf erwartet wieder großes Defizit: Wo wird jetzt gespart?
Lokalzeit aus Düsseldorf. 11.12.2025. 03:02 Min.. Verfügbar bis 11.12.2027. WDR.
Die Stadt Düsseldorf muss künftig deutlich stärker darauf achten, für was sie ihr Geld ausgibt. Die Stadtspitze rechnet für das nächste Jahr erneut mit einem großen Haushaltsdefizit.
Der Haushaltsentwurf, der am Donnerstagnachmittag in den Rat eingebracht wurde, geht von einem Minus von knapp 360 Millionen Euro aus. Die Verwaltung will zunächst vor allem intern sparen.
Kostentreiber Sozial- und Personalausgaben
Die Lage sei bundesweit ernst, betonte Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) bei der Vorstellung des Haushaltsplans. Die Kommunen müssten immer mehr vom Bund gestellte Aufgaben leisten und finanzieren, das treffe auch Düsseldorf.
Kostentreiber seien vor allem die Ausgaben für Sozialleistungen und für Personal. Gerade letztere sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, durch den Tarifabschluss im öffentlichen Dienst, aber auch durch rund 2000 zusätzlich entstandene Stellen in der Stadtverwaltung.
Mehr Disziplin von Stadt und Politik gefordert
Kämmerin Schneider mahnt zur Ausgabendisziplin
"Jedem muss spätestens jetzt klar sein, dass wir unser Ausgabeverhalten ändern müssen", mahnte Stadtkämmerin Dorothée Schneider. Es werde ein langer und steiniger Weg, um ein Haushaltssicherungskonzept abzuwenden. Dann müsste die Bezirksregierung den Düsseldorfer Haushalt und die geplanten Ausgaben erst genehmigen.
"Wir wollen in jedem Fall unsere Handlungsfreiheit behalten, dem hat sich alles unterzuordnen", betonte OB Keller. Die geforderte Disziplin sei auch bei der Politik angekommen. Am Mittag haben CDU und Grüne ihren Koalitionsvertrag für die gemeinsame Ratsarbeit in den nächsten fünf Jahren unterzeichnet.
Stadt verhängt Einstellungsstopp
Um das Defizit zu reduzieren, will die Stadt vor allem zunächst intern sparen. Unter anderem gilt im neuen Jahr bis auf Weiteres ein Einstellungsstopp für alle Dezernate. Auch sollen mit internen Beförderungen, die zuletzt großzügig gehandhabt worden seien, strikter umgegangen werden.
OB Keller will in der Verwaltung sparen
Außerdem will die Stadt bei Dienstleistungen verstärkt digital anbieten oder künstliche Intelligenz einsetzen, um den Personalbedarf perspektivisch zu senken, zum Beispiel bei der Auszahlung des Wohngeldes oder über Sprachassistenten in der KfZ-Zulassungsstelle. Dazu liefen erste Experimente der Verwaltung, erläuterte Keller.
Leistungen für Bürger zunächst nicht betroffen
CDU und Grüne haben ihren Koalitionsvertrag unterschrieben
Dienstleistungen oder freiwillige Leistungen für die Düsseldorfer Bürger sollen von der angespannten Finanzlage zunächst nicht betroffen sein. Wo sonst gespart werden soll, um eine Genehmigungspflicht durch die Bezirksregierung abzuwenden, das ließen die frisch gebackenen Koalitionäre von CDU und Grünen am Donnerstag offen.
Man werde sehen, was auch die Haushaltsberatungen der kommenden Monate ergeben, war aus Reihen der Grünen-Fraktion zu hören. Die schwarz-grüne Ratsmehrheit will die Planungen für den Neubau des Technischen Rathauses nochmal überprüfen, ob es dazu günstigere Alternativen gibt.
Weitere Sparideen gibt es öffentlich bislang nicht - das war in den vergangenen Jahren aber auch nicht die große Stärke der Düsseldorfer Ratspolitik.
Unsere Quellen:
- Pressekonferenz von OB Keller und Stadtkämmerin Schneider
- WDR-Reporter vor Ort
- WDR-Gespräche mit der Grünen-Ratsfraktion
Sendung: WDR.de, Düsseldorf erwartet wieder großes Defizit: Wo wird jetzt gespart? , 11.12.2025, 16.15 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Düsseldorf, 11.12.2025, 19.30 Uhr
