Testfahrt: Elektrozüge sollen gegen Pannen beim RE 47 helfen
Lokalzeit Bergisches Land. 17.07.2025. 02:35 Min.. Verfügbar bis 17.07.2027. WDR. Von Lutz Polanz.
Testfahrt: Elektrozüge sollen gegen Pannen beim RE 47 helfen
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Von Sommer 2026 an sollen batteriebetriebene Züge die Strecke zwischen Remscheid und Düsseldorf befahren. Sie sind in NRW bisher kaum verbreitet. Heute absolvierten sie erfolgreich ihre Testfahrt. Damit soll auch die Pannenserie des RE 47 endlich ein Ende finden. Seit langem müssen Pendler entweder den Bus-Ersatzverkehr oder umständlichere S-Bahn-Verbindungen nutzen.
Die neuen Fahrzeuge vom Typ Mireo Plus B verfügen über eine flexible Stromversorgung. Ist eine Oberleitung vorhanden, bekommt der Zug seine Energie von dort. Fährt er in einem Streckenteil, das nicht elektrifiziert ist, kann der Zugführer auf den Batteriebetrieb umschalten.
Wie mühelos das funktioniert, konnte man während der Testfahrt feststellen. Ob mit oder ohne Batterie - das war für einen Laien nicht zu bemerken. Die Strecke von Remscheid über Solingen nach Düsseldorf sei für diese Technik optimal, sagt die Herstellerfirma Siemens. Denn die eine Hälfte sei elektrifiziert, die andere nicht.
Schnell und sparsam
Die drei neuen Batteriezüge können bis zu 140 km/h fahren, der gespeicherte Strom reicht dabei bis zu 120 Kilometer weit. Sie ersetzen die störanfälligen und veralteten Dieseltriebwagen. Kommt der Strom dabei aus erneuerbaren Energien wie Windkraft oder Solarmodulen, können die Züge nahezu ohne Emissionen fahren. Die Regiobahn als Betreiber der Strecke geht davon aus, dass der Betrieb künftig sehr viel preiswerter und einfacher wird. Fachleute sprechen von etwa einem Viertel weniger Kosten.
Hoffnung für Pendler
Der Düssel-Wupper-Express ging erstmals im Dezember 2022 auf die Strecke. Eine attraktive Direktverbindung ohne Umsteigen im Solinger Hauptbahnhof. Doch seit 2024 ist der Zugverkehr wieder eingestellt. Der Regiobahn mit Zentrale in Mettmann fehlten die nötigen Werkstattkapazitäten, um die alten Dieselzüge zuverlässig am Laufen zu halten.
Die Batteriezüge sollen sie nun ersetzen und ab Sommer 2026 die Pendler befördern. Statt sie zu kaufen, hat die Regiobahn sie für fünfeinhalb Jahre geleast. Die Wartung und Reparatur der Fahrzeuge übernimmt dann ein Siemens-Werk in Dortmund.
Leise und freundlich
Im Innenraum der neuen Züge geht es ruhig zu. Oft hört man die Klimaanlage lauter arbeiten als den Elektroantrieb. 122 Sitzplätze in freundlicher Türkis-Grau-Optik erwartet die Fahrgäste. W-Lan, Steckdosen und USB-Ladeanschlüsse sorgen dafür, dass niemand auf Handy oder Computer verzichten muss. Außerdem bieten die Fahrzeuge Platz für zwölf Fahrräder und eine behindertenfreundliche Toilette, die ungewöhnlich groß ausfällt. Barrierefrei sind auch die Einstiegshilfen für Rollstuhlfahrer. Sie wurden eigens auf die Bahnsteighöhen der RE 47-Strecke angepasst.
Unsere Quellen:
- Regiobahn
- Smart Train Lease
- Siemens
- Verkehrsverbund Rhein-Ruhr
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort