Durchsuchungen bei mutmaßlichen Rechtsextremen | WDR aktuell

01:58 Min. Verfügbar bis 06.05.2028

Junge Rechtsextreme Razzia bei Mitgliedern von "Jung und Stark" in NRW

Stand:

Seit dem frühen Morgen gab es in acht NRW-Städten Durchsuchungen bei mutmaßlichen Rechtsextremisten. Sie waren Teil einer bundesweiten Aktion.

In 12 von 16 deutschen Bundesländern ging die Polizei gegen mutmaßliche Rechtsextremisten vor. Im Fokus der Razzia standen 36 Mitglieder der Gruppen "Deutsche Jugend Voran" (DJV) und "Jung und Stark" (JS). Bei den Beschuldigten handelt es sich überwiegend um Jugendliche oder junge Erwachsene. 

Zwei Männer tragen T-Shirts der rechtsextremen Gruppe "Deutsche Jugend Voran"

Die Gruppe "Deutsche Jugend Voran" (DJV) ist in Berlin und Brandenburg aktiv

Der Generalbundesanwalt wirft beiden Gruppen vor, kriminelle Vereinigungen gebildet zu haben. Festnahmen sind nach Informationen von ARD-Hauptstadtstudios und SWR nicht geplant. Das jüngste Mitglied soll 16 Jahre alt sein. Beide Gruppen gelten als besonders gewaltbereit.

Die Mitglieder der bundesweit organisierten Vereinigungen vernetzten sich demnach über soziale Medien und durch regelmäßige Treffen. "Dabei wird zu Gewalttaten gegen politische Gegner sowie gegen vermeintlich Pädophile aufgerufen. Einige Beschuldigte sollen dementsprechend Angehörige der linken Szene oder Personen angegriffen haben, die sie für pädophil hielten. Die Opfer wurden jeweils von mehreren Angreifern geschlagen und trugen nicht unerhebliche Verletzungen davon", erklärte die Bundesanwaltschaft.

Neun Beschuldigte "Jung und Stark"-Mitglieder in NRW

In Nordrhein-Westfalen gebe es neun Beschuldigte, hieß es aus Sicherheitskreisen. Sie seien alle deutsche Staatsbürger. Einer der Beschuldigten sei wegen einer anderen Angelegenheit bereits zuvor in Untersuchungshaft gekommen. 

Die Neonazi Gruppe "Jung und Stark" demonstriert 2025 in der Innenstadt von Essen

Die Polizei ist in NRW gegen die rechtsextremen Gruppen "Jung und Stark" vorgegangen

Die Maßnahmen in landesweit acht Städten richteten sich den Angaben zufolge vor allem gegen die Gruppe "Jung und Stark". Nach Angaben der Antonio Amadeu Stiftung werden der rechtsextremen Jugendorganisation "Jung und Stark" vom Verfassungsschutz ein Personenpotenzial im mittleren dreistelligen Bereich zugesprochen. 

Gruppen wie "Jung und Stark" besonders auf TikTok und Instagram aktiv

Die Gruppe ist bundesweit aktiv und organisiert. "Jung und Stark" sowie die Gruppen, "Deutsche Jugend Voran" und "Der Störtrupp" (DST) konzentrieren nach Angaben des Verfassungsschutzes sich insbesondere auf reichweitenstarken Socialmedia-Plattformen wie TikTok und Instagram. Auf den Plattformen werden laut Verfassungsschutz gezielt jungen, internetaffinen, aktionsorientierten und auch gewaltorientierten Personen angeworben. An der Aufklärung der Gruppe war auch das Bundesamt für Verfassungsschutz beteiligt.

Immer mehr Gewalttaten sehr junger Rechtsextremer

Seit 2024 häufen sich die Gewalttaten von teils sehr jungen Neonazis, etwa bei Angriffen auf Paraden zum Christopher Street Day, der lesbischen, schwulen und anderen queeren Menschen gewidmet ist.

Das Bundeskriminalamt (BKA) erklärte Mitte 2025: "Die Polizeibehörden aus Bund und Ländern beobachten seit etwa Mitte vergangenen Jahres, dass in der rechten Szene neue Jugendgruppen in Erscheinung getreten sind, die sich zunächst im virtuellen Raum gegründet haben."

Durchsuchungen bei Neonazis in NRW

WDR Studios NRW 06.05.2026 00:17 Min. Verfügbar bis 05.05.2028 WDR Online

Diese träten inzwischen vermehrt durch Veranstaltungen, Störaktionen und Straftaten in Erscheinung. Die größte dieser Gruppe war damals nach Angaben aus Sicherheitskreisen "Jung und Stark" mit einer Anhängerzahl im mittleren dreistelligen Bereich.

Unsere Quellen:

Sendung: WDR 2, WDR Aktuell, 06.05.26, 8 Uhr

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