Die anhaltende Trockenheit und die hohen Temperaturen sorgen in Ostwestfalen-Lippe zunehmend für Probleme bei der Trinkwasserversorgung. Mehrere Wasserverbände und Versorger in der Region haben ihre Trinkwasser-Ampeln inzwischen auf Warnstufen gestellt und rufen die Bevölkerung zum Wasser sparen auf.
Warnstufe "Rot" im Norden von OWL
Besonders angespannt ist die Lage beim Wasserbeschaffungsverband „Am Wiehen“. Der Verband schaltete seine Trinkwasser-Ampel mit sofortiger Wirkung auf Rot. Betroffen sind unter anderem Bad Oeynhausen, Hille, Hüllhorst und Löhne. Auch bei den Mindener Stadtwerken steht die Ampel inzwischen auf gelb. Wird hier kein Wasser gespart, droht über Kurz oder Land eine Wasserknappheit.
Nach Angaben des Verbandes sind die Wasserverbräuche auf Grund des warmen Wetters stark gestiegen. Teilweise liege der Verbrauch bis zu 40 Prozent höher als noch in der Vorwoche. Gleichzeitig sinken die Wasserstände in den Hochbehältern deutlich.
Auch Kreis Gütersloh betroffen
Der Wasserturm am Wasserwerk Rheda-Wiedenbrück
Auch die Vereinigten Gas- und Wasserversorgungsgesellschaft (VGW) meldet eine steigende Belastung der Trinkwassernetze. Für die Städte Geseke, Rheda-Wiedenbrück und Rietberg wurde die Trinkwasser-Ampel auf Gelb gestellt.
Besonders in den Abendstunden erreiche die Netzauslastung bereits Werte, die sonst nur im Hochsommer üblich seien. Unterstützung durch benachbarte Wasserversorger stoße ebenfalls zunehmend an ihre Grenzen. Der fehlende Niederschlag und insgesamt ein hoher Wasserverbrauch tun ihr übriges, heißt es aus den Pressestellen der Wasserversorger.
Aufforderungen an Bürger
Die Versorger appellieren an die Bürgerinnen und Bürger, Trinkwasser nur für notwendige Zwecke zu nutzen. Auf das Bewässern von Rasenflächen, das Befüllen von Pools sowie auf wasserintensive Reinigungsarbeiten sollte möglichst verzichtet werden. Nutz- und Balkonpflanzen dürfen weiterhin sparsam bewässert werden.
Nach Angaben der Wasserverbände wird die Lage derzeit täglich neu bewertet. Sollte die Trockenheit weiter anhalten, könnten weitere Einschränkungen notwendig werden. Ziel aller Maßnahmen sei es, die Trinkwasserversorgung in der Region weiterhin zuverlässig sicherzustellen.
Unsere Quellen:
- Gespräch mit Pressesprecherin Wasserbeschaffungsverband "Am Wiehen"
- Gespräch mit Pressesprecherin "Vereinigte Gas- und Wasserversorung"
- Pressemitteilungen und Agenturinformationen
- Mindener Stadtwerke
Sendung: WDR 2 Ostwestfalen-Lippe, Lokalzeit, 26.05.2026, 06:30 Uhr
