Zwölftklässler nähen aus alten Turnmatten neue Sporttaschen

02:30 Min. Verfügbar bis 04.03.2028 Von Silvia Stoll

Zwölftklässler nähen aus alten Turnmatten neue Sporttaschen

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Die Schülerfirma "MatUp" am Kopernikus-Gymnasium in Rheine näht aus ausrangierten Turnmatten stylische Sporttaschen - nachhaltig, robust, mit Geschichte.

Von Silvia Stoll

Kommt die achtköpfige Schülerfirma zusammen, verwandelt sich der Klassenraum in ein Nähzimmer und mobiles Büro. Im Raum liegen zerlegte Turnmatten auf dem Boden und den Tischen.

Die ausrangierten Matten haben vieles schon gesehen, vom Purzelbaum bis zum Flickflack und gelegentlich Verletzungen. Jetzt werden sie zerlegt und neu zusammengesetzt. Lederecken? Werden zu Labels. Alte Griffe? Perfekte Schlüsselanhänger. So gut wie nichts landet im Müll.

"Die erste Tasche, die war nicht schön. Die hat zwar gehalten und alles, aber die Nähte waren alle unordentlich und so. Das hat damals alles nicht so gepasst." Leo Xu, Schüler am Kopernikus-Gymnasium Rheine
Ein Schüler näht eine Turnmatte zusammen

Der 18-jährige Leo Xu näht - blau und grün sind die Farben der Sporttaschen.

Nähen als größte Herausforderung

In einem Nähcafé hat der 18-jährige Leo Xu seine ersten Nähversuche gestartet. Ganz einfach war das nicht. Dementsprechend ist sein Prototyp ausgefallen. Inzwischen läuft es besser.

Da die Firma sehr klein ist, müssen alle überall mit anpacken. Nikita-Alexander Rhein bringt beispielsweise Tragegurte auf dem Gummistoff einer neuen Sporttasche an, kurze Zeit später sitzt er als Finanzbuchhalter am Notebook. "Wir sind eine relativ kleine Schülerfirma. Und dadurch, dass wir uns flexibel anpassen, haben wir die Möglichkeit, die Schülerfirma sehr gut führen zu können", sagt er.

Vom Brainstorming zum Business

Die Schülerfirma ist ein Jahresprojekt am Kopernikus-Gymnasium Rheine. Unterstützt wird es vom Institut der Deutschen Wirtschaft.

Zwei Schüler planen die Turnmatten-Aktion

Till Schrichten (links) mit Nikita-Alexander Rhein (rechts) bei der Finanzplanung.

Zentrale Punkte aus Wirtschaft und Unternehmertum werden gelernt, praxisnah und ohne Theoriepauke: "Wie kalkuliere ich Preise? Wie gehe ich auf den Markt, aber natürlich auch, wie bekomme ich überhaupt eine Idee für ein Startup?" erzählt Lehrer Henning Pracht.

"Selbstständigkeit, Kommunikation, allein so etwas wie telefonieren. Henning Pracht, Lehrer am Kopernikus-Gymnasium Rheine

Erlös der Sporttaschen für den guten Zweck

Die Schülerinnen und Schüler haben mit ihrer Firma große Ziele. Zum einen wollen sie mit "MatUp" möglichst viele Taschen verkaufen. Der Erlös aus den Taschen ist für einen guten Zweck gedacht. Zum anderen wollen sie sich beim Junior Wettbewerb des Instituts der deutschen Wirtschaft messen.

Der 18-jährige Daniel Horn formuliert es so: "Unser Ziel ist es zunächst die Landesmeisterschaft gewinnen und dann zu den deutschen Meisterschaften fahren." Bis es so weit ist, wird fleißig weiter genäht - inzwischen mit den Mattenresten eines Sportartikelherstellers. Die alten Turnmatten der Schule sind schließlich längst aufgebraucht.

Unsere Quellen:

  • Gespräche mit Schülerinnen und Schülern der Schülerfirma
  • Gespräch mit Henning Pracht, Lehrer am Kopernikus-Gymnasium Rheine
  • Webseite des Instituts der deutschen Wirtschaft

Sendung: WDR.de, Schülerfirma macht Sporttaschen aus Turnmatten, 04.03.2026, 6.00 Uhr

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