Task Force Borkenkäfer in den Fichtenwäldern
Lokalzeit OWL. 01.07.2025. 00:47 Min.. Verfügbar bis 01.07.2027. WDR.
Der Borkenkäfer ist weiterhin aktiv - auch in den Fichtenwäldern Ostwestfalens. Experten warnen davor, die Gefahr des gefährlichen Schädlings nicht zu unterschätzen - trotz aktuell noch geringer Populationsdichte. Denn das könne sich schnell ändern.
Der Borkenkäfer mag es warm und sonnig
Michael Schulz kennt sich mit dem Borkenkäfer aus
Michael Schulz von Wald und Holz erklärt: "Die Borkenkäfer überwintern in der Erde und kommen so bei 16 bis 17 Grad raus und suchen sich Fichten zum brüten." Die langen Dürrezeiten als Folge der Klimakrise schwächen die Fichten, sodass der Borkenkäfer in der Rinde brüten kann. So vermehrt er sich explosionsartig - wenn die befallene Bäume nicht schnellstmöglich gefällt und aus dem Wald entfernt werden
Borkenkäfer-Fallen zum Monitoring
Die Borkenkäfer-Fallen locken die Schädlinge mit einem bestimmten Pheromon an. Die Fallen stehen südlich von dem Fichtenwald in etwa 20 Meter Entfernung. Im Wiehengebirge im Kreis Minden-Lübbecke wurden vor zwei Wochen deutlich mehr Borkenkäfer gefangen als sonst: 28.500 Kupferstecher und rund 7.700 Buchdrucker. Das sind die bekanntesten Borkenkäferarten.
Die Borkenkäfer sind zwischen zwei und vier Millimeter groß
In der Nähe befinden sich befallene Bäume. "Die betroffenen Bäume erkennt man zum Beispiel daran, das Harz aus dem Bohrlöchern herausfließt", erklärt Michael Schulz. Außerdem fallen grüne Nadeln herunter und am Stamm ist häufig Bohrmehl zu erkennen.
Task Force Borkenkäfer
Waldschutzexperte Norbert Geisthoff erklärt: "Das Monitoring an den 80 landesweit aufgestellten Fallen zeigt, dass die Populationen zum größten Teil im Griff sind, die Gefahr der Borkenkäfer allerdings nicht unterschätzt werden darf." An mehreren Orten in NRW, auch in Regionen Ostwestfalens, seien in den Fallen erhöhte Borkenkäfermengen gefunden worden.
Wald und Holz wird die Entwicklung in den kommenden Wochen weiter beobachten. Einen großen Einfluss habe die Witterung. Ein trockener heißer Sommer könne gefährlich werden. Wenn die Fichten geschwächt sind, haben Borkenkäfer leichtes Spiel, ihre Eier unter die Rinde zu legen und die Fichten zum Absterben zu bringen.
In der "Task Force Borkenkäfer" tauschen sich Fachleute regelmäßig aus. Die Ergebnisse des Borkenkäfermonitorings geben einen wichtigen Überblick über das Fluggeschehen. Ziel sei es es, frühzeitig geeignete Maßnahmen einzuleiten.
Neben Regionen in OWL wurden auch in der Eifel und in Bad Berleburg erhöhte Borkenkäferzahlen festgestellt.
Unsere Quellen:
- Beobachtungen der WDR-Reporterin
- Wald und Holz NRW
