Nachfolge in der Gastronomie: Nächste Generation oder neuer Inhaber?

02:21 Min. Verfügbar bis 04.11.2028

Nachfolge in der Gastronomie: Nächste Generation oder neuer Inhaber?

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Nachfolger in der Gastronomie zu finden, ist schwer. Wie das trotzdem klappt, war eines der Themen beim Dehoga-Branchentreff.

Dieses Jahr gab es in Ostwestfalen so viele Geschäftsaufgaben wie nie. Das sagt der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga). Das liegt auch daran, dass Unternehmen keine Nachfolger finden. Wie das trotz der Herausforderungen in der Branche klappen kann, war Thema beim Dehoga-Branchentreff.

Betriebe liegen oft seit Generationen in Familienhand, die Stammkunden sind treue Seelen. Wenn dann aber ein Betrieb in neue Hände kommt, ist die Kundschaft oft skeptisch. Außerdem haben die alten Inhaber Hemmungen, den Betrieb abzugeben und die neuen Inhaber haben es schwer, den Laden umzukrempeln.

Gastgewerbe in der Krise

Beim Branchentreff ging es auch darum, wie dieser Wechsel gut abgewickelt werden kann. Dehoga-Präsident Andreas Büscher sagt aber auch, dass es oft schwer ist, überhaupt Interessenten zu finden.

"Wir sind jetzt im sechsten Krisenjahr. Es ist nicht leichter geworden. Dann überlegen sich Menschen, sei es Familie oder nicht, gehe ich in diese Branche, wenn das Risiko, dass ich scheitere, relativ groß ist." Dehoga-Präsident Andreas Büscher

Der Hotel- und Gaststättenverband rät deshalb zu einer ausführlichen Beratung. Egal, ob das Unternehmen in Familienhand bleibt oder nicht, viele Dinge müssten geplant werden. Themen wie Steuern oder Genehmigungen könnten sonst schief gehen.

Anforderungen an neue Pächter

Dirk Detering kennt diese Herausforderungen. Er hat im Sommer nach 25 Jahren sein Hotel in Bielefeld an den 30-jährigen Marcel Becker weitergegeben: "Meine Kinder sind noch zu jung und der Pacht-Vertrag ist abgelaufen, da stellt man sich natürlich diese Fragen", sagt der 62-Jährige.

"So ein bisschen war er wie ich, als ich es übernommen habe und ich fand das richtig gut und dachte, da ist das Hotel gut aufgehoben." Dirk Detering

Investoren gäbe es genügend, aber er habe einige Anforderungen an den neuen Pächter gehabt: Erfahrung, Fachwissen über die Hotellerie und er sollte die Region kennen.

Nachfolger gefunden

Marcel becker steht lächelnd vor einem Buffett

Marcel Becker hat das Hotel mit Personal und Innenausstattung übernommen.

Mit Marcel Becker hat er den perfekten Nachfolger gefunden. Der 30-Jährige ist mit der Hotellerie groß geworden. Seine Eltern führen bereits ein Hotel in Bielefeld. Nach seiner Ausbildung und einigen Stationen, etwa auf einem Kreuzfahrtschiff, wollte er sich aber selbstständig machen.

Der Dehoga hat die beiden zusammengebracht. Nach einer kurzen Übergangsphase leitet Marcel Becker das Hotel jetzt allein: "Ich glaube, man muss die Stammkunden gut abholen." Ihm sei es zwar wichtig gewesen, das Hotel in Dirk Deterings Sinne weiterzuführen, aber er wollte auch eigene Ideen umsetzen.

Restaurant bleibt in der Familie

Im Restaurant "Alte Schule" in Herford gab es schon 2017 einen Führungswechsel. Torben Tönsing hat das Lokal von seinem Vater Bernd Tönsing übernommen. Der Vater arbeitet aber weiterhin mit. "Meine Zeit war dann nach 35 bis 40 Jahren in der Küche ausgereizt und ich war froh, dass neue Ideen kamen", sagt Bernd Tönsing.

Bernd Tönsing steht lächelnd vor einer Bar

Für Bernd Tönsing lief die Übernahme harmonisch.

Die Übergabe haben sie nach Gefühl gemacht: Kleine Auseinandersetzungen gehörten dazu, grundsätzlich sei aber alles reibungslos und harmonisch gelaufen. "Ich profitiere von der Erfahrung meines Vaters. Gerade wenn es um das Thema Mengenkalkulation oder Personalkalkulation geht", sagt Torben Tönsing.

Sein Vater lasse ihm genügend Freiraum, um seine eigenen Ideen umzusetzen. Und so geht es mit dem Familienbetrieb, anders als bei vielen anderen, weiter.

Transformation in der Gastro

WDR Studios NRW 04.11.2025 00:43 Min. Verfügbar bis 04.11.2027 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Reporterin vor Ort
  • Dehoga Ostwestfalen-Lippe
  • Gespräch mit Marcel Becker
  • Gespräch mit Benrd und Torben Tönsing
  • Gespräch mit Dirk Detering

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