Geplante Reform des Kinderbildungsgesetzes: Protest in Lennestadt

WDR 01:26 Min. Verfügbar bis 31.03.2028

Geplante Reform des Kinderbildungsgesetzes: Protest in Lennestadt

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Gegen eine geplante Reform des Kinderbildungsgesetzes regt sich Widerstand. Kitas und Träger finden, sie geht nicht weit genug.

Das sehen auch die Erzieherinnen und Eltern im Kindergarten St. Josef Saalhausen in Lennestadt so. Dort gab es heute eine Protestaktion unter dem Motto "Wir sind sprachlos!".

Ein Kind in Warnweste mit einem Plakat in der Hand.

Organisiert vom Träger WIR-KITAs, hielten rund 50 Kinder, Erzieherinnen und Eltern am Kindergarten Plakate hoch, um auf die Probleme aufmerksam zu machen, vor denen die Einrichtungen stehen. Und das nicht nur in Lennestadt - in den kommenden Wochen auch in anderen Kindergärten.

Hauptprobleme: Kosten und Personalmangel

Und das sind vor allem hohe Energiekosten und Personalengpässe. Dadurch könne sich schon jetzt nicht mehr genug um die Kinder gekümmert werden.

Niemand geht mehr zufrieden nach Hause. Wir haben ein schlechtes Gewissen. Die Bedürfnisse der Kinder werden nicht mehr gestillt. Vanessa Frankenthal, Leiterin Kindergarten St. Josef Saalhausen

Sorge vor Qualitätsverlust bei der Betreuung

Aus Sicht von Kindergarten und Träger greift die im Januar auf den Weg gebrachte Reform des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) zu kurz. Die Zuschüsse hielten mit der Preissteigerung nicht mit.

Als heikel werden auch im Sauerland die im Gesetzentwurf festgehaltenen Kern- und Randzeiten gesehen. Erzieher müssten demnach nur fünf Stunden am Tag vor Ort sein. Den Rest reiche es dann, wenn zum Beispiel Kinderpfleger vor Ort sind.

eine Frau vor einem Garten

Kathrin Lawicki, Elternbeirat

Die Landesregierung erhofft sich dadurch mehr Flexibilität. Eltern hingegen fürchten einen Qualitätsverlust - so auch am Kindergarten St. Josef Saalhausen.

Als Eltern verlässt man sich darauf, dass die Kinder hier gut aufgehoben sind. Die Erzieher begleiten die Kinder auf einem langen Weg und das muss qualitativ stimmen. Kathrin Lawicki, Elternbeirat

200 Millionen Euro zusätzlich

Die Landesregierung will mit der Reform laut eigener Aussage für mehr Verlässlichkeit und Stabilität für Kinder und ihre Familien sorgen und die Qualität der frühkindlichen Bildung stärken.

Finanziell sind aktuell eine jährliche Personaloffensive in Höhe von 50 Millionen Euro und zusätzlich 200 Millionen Euro für das nächste Kita-Jahr ab August geplant.

Die Landesregierung plant, die Reform im kommenden Jahr umzusetzen.

Unsere Quellen:

  • Vanessa Frankenthal, Leiterin Kindergarten St. Josef Saalhausen
  • Peter Schmitz, Bereichsleiter WIR-KITAs gGmbh
  • Kathrin Lawicki, Elternbeirat
  • NRW-Landesministerium für Kinder, Jugend und Familie
  • Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort

Sendung: WDR Fernsehen, wdr aktuell, 30.03.2026, 18.00 Uhr

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