Quantenchip und seine Besonderheit
02:31 Min.. Verfügbar bis 28.05.2028.
Ohne die Quantenforschung wären viele Gegenstände in unserem Alltag verschwunden. Sie revolutionierte bereits die medizinische Bildgebung, Fernsehbildschirme oder machte LED-Lampen möglich. Jetzt soll sie auch unsere Computer revolutionieren. In Paderborn steht einer der größten Quantencomputer Europas.
Physiker Benjamin Brecht ist Teil eines großen Teams
Quantenforscher Benjamin Brecht
Geforscht wird am Institut für Photonische Quantensysteme, kurz PhoQS, im neuen P10-Gebäude der Uni Paderborn. Ein hochtechnologisches Forschungszentrum, das Bund und Land rund 80 Millionen Euro gekostet hat: ein Investment in die Zukunft. Benjamin Brecht betreut die Forschung vor Ort. Stolz zeigt er die einzelnen Bereiche des Gebäudes. So ein komplexes Quantenforschungszentrum ist NRW-weit einmalig.
Was kann ein Quantencomputer?
Brecht erklärt, dass ein Quantencomputer eine riesige Datenmenge zeitgleich durchforsten kann. Viel schneller als ein "normaler" Computer. Das könnte beispielsweise die Impfstoffentwicklung revolutionieren.
Der Paderborner Quantencomputer wächst kontinuierlich.
Ein Quantencomputer kann thoeretisch gleichzeitig unzählige mögliche Impfstoffvarianten prüfen und schnell einen geeigneten Kandidaten ausspucken. Damit das in Zukunft in die Praxis integriert werden kann, wird im Paderborner Neubau an genau dieser Art Computer geforscht.
Quantenchips "Made in Paderborn"
Das Herzstück des Gebäudes befindet sich im Untergeschoss. Hier werden eigene Quantenchips hergestellt. Hinter Glaswänden mit Blaulichtfilter arbeiten die Forscher in Schutzanzügen im sogenannten Reinraum. Jede Außeneinwirkung kann die empfindliche Technik zerstören. Deshalb dürfen die Forscher nur über eine Schleuse eintreten.
Das Reinlabor im PhoQS an der Uni Paderborn
Selbst kleinste Staubpartikel können monatelange Arbeit zunichte machen. Brecht selbst arbeitet nicht im Reinraum, er arbeitet nur mit den Chips, die hier hergestellt werden. Trotzdem ist er großer Fan des Reinraums. Ohne ihn wäre die Forschung deutlich mühsamer und würde nur schleppend vorangehen. Die enge Verzahnung der Fachbereiche Physik, Elektrotechnik, Informatik und Mathematik sind ein wichtiger Bestandteil des Paderborner Forschungserfolges.
Eigene Chips für den eigenen Quantencomputer
Unterschiedliche Fachbereiche arbeiten am Institut für Photonische Quantensysteme.
Die fertigen Chips werden dann in den Paderborner Quantencomputer eingebaut und erprobt. Er ist der größte dieser Art in ganz Europa - und er soll noch größer werden. Durch die Forschung der vergangenen Monate und Jahre sei es möglich, den Computer noch leistungsfähiger zu machen. Aktuell befindet man sich in der Ausbauphase.
Von einem Computer, der den Alltag revolutionieren wird, sei man aber noch weit entfernt. Brecht vergleicht diesen Prozess mit alten, herkömmlichen Computern. Damals riesig und langsam, heute passen schnellste Computer in Form eines Handys in unsere Hosentaschen.
Unsere Quellen:
- Recherche des Reporters vor Ort
- Interview mit Benjamin Brecht
- Uni Paderborn
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit OWL, 27.05.2026, 19:30 Uhr
