1250 Jahre Westfalen: Viel Prominenz in Paderborn
Lokalzeit OWL. 15.05.2025. 03:07 Min.. Verfügbar bis 15.05.2027. WDR. Von Kolja Selker.
Die Feierlichkeiten starteten mit einer Ausstellungseröffnung im LWL-Museum in der Kaiserpfalz: "775 – Westfalen. Die Ausstellung."
Für die Ausstellung hatte der Landschaftsverband Westfalen einen eindrucksvollen Ort gewählt: Die Paderborner Kaiserpfalz war einst ein Stützpunkt Karls des Großen. Jetzt ist das Museum für fast ein Jahr Zuhause für die bewegte Geschichte Westfalens. Bis zum 1. März 2026 können Interessierte die Ausstellung besuchen. Aber bevor sie für die Öffentlichkeit geöffnet wird, sehen sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst um.
Wanderweg führt durch die Ausstellung
Ein Wanderweg führt die Besucher durch die bewegte Geschichte Westfalens
In der Ausstellung können Besucherinnen und Besucher buchstäblich in der Geschichte Westfalens wandern. Denn ein "Wanderweg" führt die Gäste durch die Jahrhunderte. Vogelgezwitscher und Pflanzen inklusive.
Gestartet wird im Jahr 775, als Westfalen zum ersten Mal erwähnt wurde. Die "Westfälische Geburtsurkunde" wurde extra für die Ausstellung aus Paris geholt. Es ist ein handschriftliches Stück, das im Zusammenhang mit dem zweiten großen Einfall Karls des Großen steht, erklärt Anne Karl, die die Ausstellung kuratiert hat.
"Armin Laschet würde gefallen, dass wir einen Aachener brauchten, um Westfalen zu erfinden", scherzt Hendrik Wüst, als er sich die Schrift ansieht.
Westfalen bleibt eine starke, innovative und erfolgreiche Heimat. Hendrik Wüst, Ministerpräsident NRW
Bistum leiht Libori-Schrein
Die Wanderung durch die Jahrhunderte geht weiter und kurz hinter dem 17. Jahrhundert funkelt der Libori-Schrein. Frank-Walter Steinmeier schaute sich interessiert die Details des goldenen Schreins an, den ein Westfale gefertigt hat und der für die Menschen in der Region wichtig ist. Archäologische Funde und historische Handschriften ergänzen die Geschichte Westfalens.
Die Ausstellung schaut aber nicht nur zurück, sondern auch in die Zukunft. KI-generierte Bilder zeigen, wie bekannte und weniger bekannte Westfälinnen und Westfalen ihre Heimat in der Zukunft sehen. Interaktiv wird es dann an Medienstationen.
Großer Festakt im Dom
Die Feierlichkeiten fanden im Paderborner Dom statt
Das Jubiläum wird aber nicht nur mit der Sonderausstellung gefeiert, sondern auch mit etlichen Veranstaltungen. Der Höhepunkt ist der Festakt im Paderborner Dom. Schon beim Betreten des Doms ist die Stimmung feierlich. Ein Cello-Orchester stimmt die Europa-Hymne an, als Steinmeier und Wüst gemeinsam mit Erbischof Benz den Dom betreten.
Georg Lunemann, Direktor des LWL begrüßt den Besuch und bedankt sich bei allen Beteiligten für das Gelingen der Ausstellung: "Daher das höchste westfälische Lob: Es geht auch schlechter."
Steinmeier würdigt seine Heimat
Bundespräsident Steinmeier blickte in seiner Rede auf die Höhen und Tiefen der letzten 1250 Jahre und lobte vor allem die Resilienz der Westfalen. Nach kleineren oder größeren Katastrophen höre er in seiner Heimat Lippe immer nur "Jau nutzt ja nix." Dabei höre man ihm seinen westfälischen Dialekt an. Diese Widerstandsfähigkeit sei es, die Westfalen zukunftsfähig macht.
Hendrik Wüst betonte die wirtschaftliche Stärke und das Engagement der Menschen vor Ort. "Westfalen bleibt eine starke, innovative und erfolgreiche Heimat", sagte er und schaut optimistisch in die Zukunft.
Von "Westfalen Side Story" bis Poetry Slam
Programm der LWL-Kulturstiftung
Zwischen all den Reden, in denen es um die Charaktereigenschaften der Westfalen und ihre Errungenschaften ging, gab es immer wieder musikalische und künstlerische Elemente aus dem Kulturprogramm der LWL-Kulturstiftung zum Jubiläumsjahr "1250 Jahre Westfalen" - etwa Acapella-Gesang oder Poetry-Slam.
Das Tanztheater "Westfalen Side Story" versuchte, die Geschichte tänzerisch zu zeigen. Sie tanzten mit Sicheln über die Bühne oder texteten den Song "Life is Life" in "Fleisch ist Fleisch" um. Eine kuriose Darstellung, denn die Tänzerinnen und Tänzer performten mit gerupften Hühnern.
Unsere Quellen:
- WDR-Reporterin vor Ort
- Landesverband Westfalen-Lippe
