Frosch Graffitti

Ein Graffitti von einem bunten Frosch schmückt das Festival-Gelände.

Nach der "Hai in den Mai"-Absage Haben Musikfestivals in Stemwede eine Zukunft?

Stand:

Das Elektromusik-Festival "Hai in den Mai" in Stemwede musste abgesagt werden. Was passiert jetzt mit den anderen Festivals?

Der Frust bei den Veranstaltern des "Hai in den Mai"-Festivals ist groß. Monatelang hatten sie geplant, trotz der drohenden Absage bauten sie Bühnen, Lautsprecher und Lichtanlagen auf. Bis zuletzt hoffte der Verein Waldfrieden Kultur e.V., dass das Oberverwaltungsgericht in Münster für die Veranstaltung entscheidet und die Gemeinde Stemwede das Festival doch noch genehmigen müsste. Es kam anders, das diesjährige "Hai in den Mai" konnte nicht stattfinden.

Jetzt ist die Frage: Was passiert mit den anderen größeren Musikfestivals, die in diesem Jahr in der Gemeinde noch geplant sind? Das "Umsonst und Draußen" im Ilweder Wäldchen ist eines der größten in Norddeutschland, rund 15.000 Gäste kommen für das Festival in den Norden von OWL. Es ist auch eines der ältesten kostenlosen Open-Airs in Deutschland, 1976 fand es das erste Mal statt. Mitte August soll es wieder so weit sein.

Die Festivals sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor

Vorbereitungen an der Bühne

Die Bühne für das "Hai in den Mai"-Festival wurde vorbereitet.

Im Spätsommer findet seit 30 Jahren auch das "Waldfrieden Wonderland"-Festival statt. Organisiert wird es von den "Hai in den Mai"-Veranstaltern, die von der Absage betroffen waren. Ob sie genug Kraft aufbringen werden, nach dem aktuellen Frust schon bald wieder in die Planungen des zweiten Festivals einzusteigen? Unklar ist auch, wie die finanziellen Auswirkungen der "Hai in den Mai"-Absage sind.

Die Gemeinde Stemwede und Bürgermeister Kai Abruszat (FDP) sind in einer Zwickmühle: Sie wissen, wie wichtig die Festivals für den Standort sind. Viele lokale Betriebe verdienen gut an den Musikfans. Ein örtlicher Supermarkt stellt sogar jedes Mal sein Sortiment komplett um und setzt für einige Tage nur auf Getränke, Grillfleisch und Campingzubehör.

Schaffen die anderen Festivals die Naturschutzprüfung?

Auf der anderen Seite sagt der Bürgermeister schon jetzt ganz klar: "Ohne Fläche kein Festival." Eine Begründung wie "Das war aber immer so" will er nicht gelten lassen. Die Veranstaltungsflächen liegen in Landschaftsschutzgebieten. Deshalb müsse bei jedem Festival-Antrag neu entscheiden werden, ob der Naturschutz verletzt werde.

Die Gemeinde rät den Veranstaltern, so schnell wie möglich zu planen und Unterlagen einzureichen. Nur so bleibe genug Zeit, alle Belange zu prüfen. "Stemwede hat eine große Festivaltradition", sagt Bürgermeister Abruszat. Dass das so bleibt, ist aber nicht sicher. Wenn die Naturschutzbehörde bei ihrer strengen Linie bleibt, dürfte sie auch bei den anstehenden Festivals Naturschutzprobleme sehen.

Haben Musikfestivals in Stemwede eine Zukunft?

WDR 05.05.2026 00:49 Min. Verfügbar bis 04.05.2028 WDR Online

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Unsere Quellen:

  • Gemeinde Stemwede
  • Recherchen des WDR Reporters vor Ort

Sendung: WDR.de, Haben Musikfestivals in Stemwede eine Zukunft?, 06.05.2026, 6.02 Uhr

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