So war's: 150 Jahre Hermannsdenkmal
Aktuelle Stunde . 16.08.2025. 13:31 Min.. Verfügbar bis 16.08.2027. WDR. Von Andrea Moos.
Vom Symbol für nationalen Stolz zum KI-generierten Fußballfan. Der Hermann hat in seinen 150 Jahren schon einiges erlebt. Zu Beginn war er Ausdruck eines erstarkenden nationalen Selbstbewusstseins und ein Symbol für Patriotismus. Mittlerweile ist er ein wichtiges Wahrzeichen der Region Ostwestfalen-Lippe und zieht jährlich mehr als 500.000 Besucher an.
Hermannsdenkmal ging mit KI-Trikot viral
Hermann trägt ein übergroßes Trikot von Arminia Bielefeld
Den letzten großen Besucheransturm gab es im Mai, als der Hermann für rund zwei Wochen ein übergroßes Arminia Bielefeld-Trikot trug. Nach dem DFB-Pokalfinal-Einzug des ostwestfälischen Fußballvereins ging ein KI-generiertes Foto viral - vom Denkmal im Arminia-Trikot. Ein paar Wochen später wurde das Bild Realität und der Hauptsponsor kleidete die Statue ein.
Geschichte rund um den Bau des Denkmals
Der 16. August 1875 war ein historischer Tag für das Hermannsdenkmal. Damals gab es noch das Deutsche Reich und Staatsoberhaupt Kaiser Wilhelm I. kam persönlich nach Detmold und weihte die Statue ein.
Von der Idee des Denkmals bis zur Fertigstellung dauerte es allerdings 37 Jahre. Der Bildhauer und Architekt des Denkmals, Ernst von Bandel, hatte die Idee bereits 1838 und wählte den Standort auf dem Berg Grotenburg im Teutoburger Wald aus.
Bandel widmete sein Leben dem Bau und lebte zeitweise sogar unterhalb des Denkmals in einer Hütte. 1846 ging das Geld aus und der Bau kam zum Erliegen. Ab 1871 unterstützte die Reichsregierung den Bau und das Denkmal wurde fertig.
Das Image des Denkmals war lange schwierig
1950: Detmolder feiern den 75. Geburtstag auf dem Marktplatz - ohne hochrangige Gäste
Das Denkmal erinnert an die Schlacht im Teutoburger Wald im Jahr 9 n. Chr. zwischen den Germanen und Römern. Weil es dem Cherusker Arminius (heute "Hermann“) gelang, die germanischen Stämme zu einen, wurde er zu Beginn des 19. Jahrhundert eine Symbolfigur der nationalstaatlichen Einigungsbewegung.
In der Zeit der Weimarer Republik nutzen die Nationalsozialisten das Denkmal für ihre Propaganda. Lange war der Umgang mit der Statue schwierig. Zur 75. Geburtstagsfeier im Jahr 1950 kamen keine hochrangigen Gäste oder Politiker. Erst in den 1970er Jahren änderte sich das. Der Landesverband Lippe, dem das Denkmal gehört, sieht es heute als Mahnmal für den Frieden.
Für die Menschen wichtiges Symbol für Heimat
Für die Menschen in der Region Ostwestfalen-Lippe ist der Hermann längst ein Wahrzeichen, mit dem sich vor allem die Lipperinnen und Lipper identifizieren. Das erzählt auch Jörg Düning-Gast vom Landesverband Lippe: "Das Hermannsdenkmal ist das Symbol für Lippe. Man sagt ja immer, ein Lipper fühlt sich nur wohl, wenn er den Hermann in Sichtweite hat."
Großes Familienfest am Denkmal
Der 150. Geburtstag des Hermanns wird am Samstag mit einem großen Familienfest am Denkmal gefeiert. Abends gibt es eine Silent Disco und für Kinder den Munkelpfad. Sobald es dunkel wird, geht es durch die Wälder rund ums Denkmal - auf den Spuren der Geister und Hexen.
Zum 150. Geburtstag ist ein KI-generierter Hermann zu Besuch im Lokalzeit-Fernsehstudio.
Der Eintritt ist frei. Was Besucher noch wissen sollten: Parken direkt am Denkmal ist nicht erlaubt. Es gibt Parkplätze in der Detmolder Innenstadt und ein Bus-Shuttle bringt die Gäste regelmäßig zum Denkmal und wieder zurück.
Unsere Quellen:
- Gespräch mit Landesverband Lippe
- Gespräch mit Stadtarchiv Detmold
- Reporterin vor Ort
