Großbrand in Kartoffelbetrieb: Wie geht es weiter?
Lokalzeit OWL. 30.06.2025. 02:31 Min.. Verfügbar bis 30.06.2027. WDR. Von Arndt Möller.
Die Löscharbeiten beim Brand auf einem Gelände eines Kartoffelverarbeiters in Werther im Kreis Gütersloh haben sich bis Montag in die frühen Morgenstunden gezogen. Mehr als 200 Feuerwehrleute waren im Einsatz, die Polizei musste zeitweise Schaulustige von den Straßen verweisen.
Über dem Gelände war am Wochenende zeitweise eine große Rauchwolke zu sehen. Die Warnapp NINA hatte bis in den Samstagabend eine Meldung für die Region über die Gefahr von Rauchgasen herausgegeben. Feuerwehren aus den Kreisen Gütersloh, Herford und der Stadt Bielefeld waren in Werther im Einsatz - insgesamt über 200 Einsatzkräfte.
Grund war die Größe des Geländes und die vielen kleinen Glutnester. Vier Feuerwehrleute und ein Mitarbeiter haben sich leicht verletzt. Eine mögliche Brandursache könnten Schweißarbeiten gewesen sein - das hat die Polizei aber noch nicht bestätigt.
Juniorchef Max Pahmeyer vor der Brandruine
Katastrophe für Familienunternehmen
Die Polizei schätzt den Schaden auf über eine Million Euro. Für Juniorchef Max Pahmeyer ein schwerer Schlag: "Wir produzieren zurzeit etwa 50 Prozent weniger. Trotzdem geht es weiter, in einer zweiten Halle und bei anderen Unternehmen."
Der Kartoffelverarbeiter aus Werther hofft, in 4-5 Monaten wieder bei 100 % Produktion zu sein.
Biogasanlage und CO2-Behälter in Gefahr
Eine rund 400 Quadratmeter große Produktionshalle des Unternehmens hatte am Samstag Feuer gefangen. Wie Feuerwehr-Pressesprecher Marc Berkenkötter erklärt, mussten die Einsatzkräfte besonders aufmerksam sein, damit ein Übergreifen der Flammen auf eine Biogasanlage und CO2-Behälter verhindert werden konnte.
Eine dicke Rauchsäule war über dem Gelände.
Büro, Lager und Produktionshalle sind laut Feuerwehr abgebrannt. Zur Schadenshöhe kann die Polizei noch keine Auskunft geben.
Landwirte aus der Region unterstützten die Feuerwehr bei den Löscharbeiten, indem sie Wasser mit ihren Güllefässern zum Brandort brachten. Das Unternehmen liegt etwas außerhalb auf dem Land; die Wasserversorgung über Hydranten sei stark ausgelastet gewesen, erklärt Berkenkötter.
Vier Feuerwehrleute verletzt
Bei dem Einsatz haben sich vier Feuerwehrleute leicht verletzt, ein Mitarbeiter des Unternehmens ist vorsorglich wegen Verdachts auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gekommen.
Das traditionsreiche Familienunternehmen stellt Kartoffelprodukte her - unter anderem Röstis, Auflauf und Reibekuchen. Etwa 200 Mitarbeitende hat das Unternehmen.
Unsere Quellen:
- Feuerwehr Gütersloh
- Polizei Gütersloh
- WDR-Reporter vor Ort
