Doch der IT-Dienstleister citeq, ein Tochterunternehmen der Stadt Münster war völlig überlastet. Über Stunden konnten die Ergebnisse in Münster, Hamm und den Kreisen Warendorf, Coesfeld, Borken und Steinfurt mit den kreisangehörigen Kommunen nicht abgerufen werden. citeq betreut die IT für insgesamt 71 Kommunen.
Hackerangriff vermutet
Schnell machte der Verdacht die Runde, dass es einen Hackerangriff auf die citq-Server gegeben haben könnte. Ein Sprecher der Stadt Münster erklärte, es habe wohl millionenfache Aufrufe der Ergebnisseiten von einzelnen IP-Adressen gegeben. Das könnte auf einen Cyberangriff hindeuten.
Nach ersten Ermittlungen der Polizei ist diese Vermutung aber vom Tisch. Es soll aber weitere Ermittlungen dazu geben, welche technischen Umstände genau das Problem ausgelöst haben, heißt es von citeq.
Man habe im Vorfeld die Serverkapazitäten deutlich für das rund Zehnfache an Webseitenzugriffen im Vergleich zur letzten Bundestagswahl ausgerichtet. Das war aber dennoch nicht ausreichend, um alle Zugriffe verarbeiten zu können.
"Wahl und Auszählung nicht gefährdet"
Der Stadtsprecher betonte aber auch, weder die Wahl noch die Auszählung seien davon betroffen und verliefen deshalb reibungslos. Es ginge nur um das Anzeigen der Ergebnisse.
Ursache noch unbekannt
Noch in der Nacht hatte die Polizei Münster mit ihrer Kriminalinspektion Cybercrime die Ermittlungen aufgenommen. "Wir reagieren auf solche Meldungen sofort und ermitteln hochsensibel in solchen Fällen," erklärt Jan Schabacker, Leiter der Polizeipressestelle Münster.
Es gebe aber keine Hinweise auf einen Cyberangriff. "Eine solche Attacke sei nach derzeitigem Stand eher auszuschließen," so Schabacker am Montagmittag.
Die Stadt Münster teilte dem WDR mit, dass es zur Zeit noch Gespräche gebe zu der Datenpanne beim städtischen Unternehmen citeq. Sobald es mehr zu den Hintergründen, Auswirkungen und der Ursache gebe, würde die Stadt das mitteilen.
Nach etwa vier Stunden, um 22 Uhr, war die Datenpanne am Wahlabend wieder behoben. Schon um 21 Uhr, als nicht mehr so viele Menschen auf die Seiten zugriffen, verbesserte sich die Erreichbarkeit.
Unsere Quellen:
- Reporter vor Ort
- Stadt Münster
- Polizei Münster
Über dieses Thema berichten wir auch in der WDR2 Lokalzeit im Radio am 15.09.2025.