Fischsterben verhindern: Fachleute untersuchen Aasee in Münster
00:46 Min.. Verfügbar bis 08.10.2027.
Fischsterben verhindern: Fachleute untersuchen Aasee in Münster
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Der Fischbestand im Aasee in Münster scheint sich gut zu erholen. Vor allem die Raubfische entwickelten sich prächtig, sagen Gewässerexperten. Sie holen in dieser Woche Fische aus dem See, um zu gucken, wie sich der Bestand seit dem großen Fischsterben vor sieben Jahren entwickelt hat.
Inzwischen gehören sie schon ein wenig zum Aasee dazu: die kleinen Motorboote mit den großen Fischernetzen. Seit dem großen Fischsterben im Jahr 2018 sind Gewässerexperten hier immer wieder unterwegs, um zu untersuchen, welche und wie viele Fischarten im Aasee leben.
Fische werden genau unter die Lupe genommen
Markus Kühlmann vom Ruhrverband aus Essen auf dem Aasee in Münster
Die Fachleute kommen vom Ruhrverband, vom Landesfischereiverband Westfalen-Lippe, von der Stadt Münster. Am Dienstagmorgen waren sie schon früh unterwegs. Dabei ging ihnen einiges ins Netz, neben Friedfischen auch Raubfische wie Zander und Hecht.
Was mich sehr gefreut hat, waren die jungen Zander. Das zeigt, dass sich die Zander hier erfolgreich vermehren können und das ist schon mal ein ganz gutes Zeichen. Markus Kühlmann, Ruhrverband
Die Männer hieven drei Plastikwannen mit jeweils hunderten Fischen auf einen LKW. "Die nehmen wir jetzt mit in unser Labor am Möhnesee", erklärt Gewässerexperte Kühlmann. "Dort wird jeder einzelne Fisch gemessen, gewogen, die Art bestimmt. Wir bestimmen das Alter und den Ernährungzustand. Das heißt, da erfolgt jetzt noch relativ viel Laborarbeit."
Im Kampf gegen die Folgen des Klimawandels
Der Aasee in Münster - Naherholungsgebiet mitten in der Stadt
Die regelmäßigen Untersuchungen dienen einem Ziel: Der künstlich angelegte Aasee in Münster mit seinem Fischbestand soll widerstandsfähiger gegenüber der durch den Klimawandel bedingten zunehmenden Trockenheit und Hitze werden. Um das zu schaffen, brauche es einen ausgeglichenen Fischbestand, sagen die Experten.
Die Untersuchungen sind nur eine von vielen Maßnahmen zum Erhalt des Gewässers. Im Frühjahr wurden erstmals schwimmende Pflanzeninseln auf das Wasser gebracht, als zusätzlicher Lebensraum für kleine Wasserorganismen und Fische, die sich von den Wurzeln ernähren. Außerdem gibt es seit ein paar Jahren Wasserpumpen, die im Sommer für eine bessere Sauerstoffversorgung sorgen.
Während einer Hitzewelle im Jahr 2018 waren im Aasee in Münster hunderttausende Fische verendet.
Unsere Quellen:
- Reporterin vor Ort
- Markus Kühlmann, Ruhrverband
- Julian Petrina, Gewässerplaner der Stadt Münster
- Pressemitteilung Stadt Münster
- WDR-Recherchen