Badezimmer auf Rädern: Mobile Dusche für Obdachlose in Münster
00:44 Min.. Verfügbar bis 02.10.2027.
Es ist ein kleines Badezimmer auf Rädern, das da heute vor der Überwasserkirche in Münster steht. Jeden Donnerstag zwischen zehn und 14 Uhr können hier ab sofort Menschen zum Duschen oder auch nur zum Quatschen und Kaffeetrinken kommen.
"Wir wollen damit ein Angebot für Wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen schaffen," sagt Projektleiterin Yvonne Buschkühl vom ASB. Den Duschanhänger hat der Arbeiter-Samariter-Bund selbst finanziert. Strom und Wasser gibt es an diesem Standort vom Bistum nebenan.
Körperhygiene für das Selbstwertgefühl
Vorstellung des neuen Dusch- und Beratungsangebotes in Münster
Die Möglichkeit seinen Körper zu pflegen, ist weit mehr als nur eine Frage der Sauberkeit, erklären die Sozialarbeiter vom ASB bei der Vorstellung des Projektes. Es geht um die Stärkung des Selbstwertgefühls, die Gesundheit und soll auch eine Unterstützung auf dem Weg in die Arbeitswelt sein.
Erstes Angebot dieser Art im Münsterland
In Städten wie Hamburg oder Düsseldorf gibt es bereits solche mobilen Duschen für Obdachlose. Das Angebot des ASB in Münster ist das erste dieser Art in der Region. Er will bald an vier Tagen in der Woche damit unterwegs sein. Weitere Standorte soll es in Gievenbeck, Kinderhaus und an der Josefskirche geben.
Gerade für Menschen mit dem Lebensmittelpunkt Straße ist es schön, mal eine halbe Stunde in einem geschützten, sauberen Raum zu verbringen. Yvonne Buschkühl, ASB Münster
Wohnungslosigkeit droht immer mehr Menschen
Yvonne Buschkühl, ASB-Projektleiterin
Noch vor einem Jahr gab es 2.097 Menschen in Münster ohne festen Wohnsitz, sagt Yvonne Buschkühl. Inzwischen seien es 2.340. Das mache Angebote wie dieses noch wichtiger.
Immer auf der Suche nach Ehrenamtlichen
"Das Problem der Wohnungslosigkeit wird auch in Münster immer größer," sagt Karsten Berndt vom ASB: "In einer reichen Stadt wie Münster verschwindet das leicht mal unter dem Radar." Berndt würde sich auch sehr über noch mehr Ehrenamtliche freuen, die das neue Projekt künftig unterstützen.
Unsere Quellen:
- Arbeiter-Samariter-Bund Münster
- WDR-Reporterin vor Ort