Gerichtsgebäude in Siegen

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Ermittlungen gegen Geschäftsführer der Diakonie Südwestfalen

Stand:

Die Staatsanwaltschaft Siegen hat ein Ermittlungsverfahren gegen den Geschäftsführer der Diakonie Südwestfalen eingeleitet. Gegenstand sind falsche Angaben in den Anhängen von Jahresabschlüssen. 

 Bei den Ermittlungen geht es um die Grundschuld von Millionen-Darlehen, die nicht angegeben war. Eine Grundschuld wird ins Grundbuch eingetragen und dient dem Kreditgeber als Sicherheit. Hausbesitzer kennen das: die Bank leiht Geld, die Immobilie „bürgt“ dafür. 

Verdacht des Vorsatzes

Oberstaatsanwalt Patrick Baron von Grotthuss

Oberstaatsanwalt Patrick Baron von Grotthuss

Dass die Staatsanwaltschaft nach § 331 ermittelt, zeigt, dass das Ganze kein Kavaliersdelikt ist. In diesem Paragraphen geht es um Vorsatz, nicht um Fahrlässigkeit. Dabei droht eine Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren.

"Die Einleitung eines Verfahrens gegen den Geschäftsführer ist erfolgt, da gegen ihn ein Anfangsverdacht nach Paragraph 331 HGB begründet ist, konkret, weil in den Jahresabschlüssen der Diakonie gGmbH im Anhang keine Angaben zu den auf den Immobilien lastenden Grundschulden gemacht wurden." Oberstaatsanwalt Patrick Baron von Grotthuss

Ob der Geschäftsführer die fehlenden Angaben zu verantworten hat, werden die Ermittlungen zeigen. Berichte der Siegener Zeitung hatten sie ins Rollen gebracht. Der Vorsitzende des Verwaltungsrats der Diakonie, Dr. Christian Schleifenbaum, teilte dem WDR schriftlich mit, dass die versehentlich fehlenden Angaben ergänzt würden.

"Die Bilanzen der Diakonie Südwestfalen wurden stets korrekt unter Angabe sämtlicher Vermögensgegenstände und Schulden, einschließlich sämtlicher bezifferter Darlehen, erstellt. Es wurde stets ein uneingeschränkter Bestätigungsvermerk durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft erteilt. Die im Anhang zu den Jahresabschlüssen versehentlich fehlenden Angaben zu den Sicherheiten für einzelne Darlehen, die in den Bilanzen vollständig angegeben sind, werden ergänzt."

Träger will Ermittlungen abwarten

Der Evangelische Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein als einer von zwei Trägern der Diakonie will zum Sachverhalt erst mal nichts weiter sagen. Er beruft sich darauf, dass die Diakonie sich bereits geäußert hat. Jetzt wolle man die Ermittlungen abwarten.

Die Diakonie Südwestfalen beschäftigt etwa 4.000 Mitarbeitende und ist der größte Sozialträger der Region.

Ermittlungen gegen Geschäftsführer der Diakonie Südwestfalen

WDR Studios NRW 16.03.2026 00:45 Min. Verfügbar bis 15.03.2028 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Staatsanwaltschaft Siegen
  • Diakonie Südwestfalen
  • Evangelischer Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein

Sendung: WDR 2 Südwestfalen, Lokalzeit,16.03.2026,13.31 Uhr

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