Razzia gegen Steuerbetrüger in Iserlohn | Aktuelle Stunde
00:31 Min.. Verfügbar bis 04.03.2028.
Europaweites, kriminelles Netzwerk führt Steuerfahnder nach Iserlohn
Stand:
Bei einem größeren Einsatz in Iserlohn haben Einsatzkräfte am Morgen einen Autohandel und zwei Villen durchsucht. Hintergrund ist ein umfangreiches Ermittlungsverfahren, das von der Europäische Staatsanwaltschaft geführt wird. Der Vorwurf: Europaweiter, systematischer Steuerbetrug mit einem geschätzten Schaden von mehr als 100 Millionen Euro.
Am frühen Morgen steuerten Einsatzkräfte der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE) mehrere Objekte im Iserlohner Stadtgebiet an - einen Autohandel und zwei Villen. Mehrere Einsatzfahrzeuge waren vor Ort, einzelne Bereiche wurden zeitweise abgesperrt.
Polizist mit Kamera beim Einsatz in Iserlohn
Ein Sprecher der Polizei im Märkischen Kreis sagte auf Anfrage, es seien Beamte der Finanzverwaltung und der Polizei vor Ort. Die örtliche Polizei unterstütze die Maßnahmen lediglich im Rahmen einer "Art von Amtshilfe". Sie führe das Verfahren nicht. Die Polizei in Iserlohn verwies auf die Europäische Staatsanwaltschaft.
Steuerbetrug von mehr als 100 Millionen Euro
Die hat sich am Mittwochmittag geäußert. Der Vorwurf: Europaweiter, systematischer Steuerbetrug mit einem geschätzten Schaden von mehr als 100 Millionen Euro. In neun Ländern (Österreich, Bulgarien, Kroatien, Tschechien, Deutschland, Ungarn, Italien, Polen, Slowakei) wurden über 150 Durchsuchungen durchgeführt.
Einsatzkräfte bei der Razzia in Iserlohn
Mehr als 1100 Steuer- und Polizeiermittler unterstützten die Maßnahmen und konnten bislang Luxusfahrzeuge, Bargeld, Kunstwerke und weitere Vermögenswerte im Wert von über 13,5 Millionen Euro sicherstellen. Festgenommen wurden insgesamt neun Verdächtige, darunter vier aus Deutschland.
Weit verzweigtes kriminelles Netzwerk
Es wird angenommen, dass die Hauptverdächtigen, Eigentümer einer Gruppe von Autohäusern in Berlin und Iserlohn, die Organisatoren und Anführer eines weit verzweigten kriminellen Netzwerks waren, das in Mitteleuropa tätig war.
Mehrere Mitarbeiter sowie Geschäftsführer dutzender Scheinfirmen stehen ebenfalls unter Verdacht. Die Ermittlungen ergaben, dass das kriminelle Netzwerk verschachtelte Handelsketten nutzte, um grenzüberschreitende Fahrzeugverkäufe zu etablieren oder vorzutäuschen, häufig mit sehr hohen Kaufpreisen.
Unsere Quellen:
- Polizei des Märkischen Kreises
- Europäische Staatsanwaltschaft
- dpa
Sendung: WDR 2 Südwestfalen, Lokalzeit, 04.03.2026, 11.31 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 04.03.2026, 18.45 Uhr