Crashtest: Unfallrisiko bei E-Scootern
Lokalzeit Münsterland. 10.10.2025. 28:26 Min.. Verfügbar bis 10.10.2027. WDR. Von Andrea Hansen.
Der Crashtester hat schon mehr als 2.000 Unfälle simuliert: mal mit Highspeed, mal mit 70-Tonnern. "Es sind immer wieder neue Herausforderungen. Wir müssen das nachstellen, was auch real passiert ist", meint er.
Unfallzahlen um 30 Prozent gestiegen
Die Zahl der Unfälle mit E-Scootern ist im vergangenen Jahr um 30 Prozent gestiegen. Knapp die Hälfte dieser Unfälle passieren ohne einen weiteren Verkehrsteilnehmer, oft abends und unter Alkoholeinfluss.
Doch auch Zusammenstöße zwischen Autos und E-Scootern sind keine Seltenheit. Das zeigt auch eine neue Studie der Björn-Steiger-Stiftung, die heute bei dem Crashtest vorgestellt wird.
Ralf Bührmann stellt einen Unfall mit einem E-Scooter nach
Zur Veranschaulichung soll Ralf Bührmann heute einen Unfall mit einem E-Scooter nachstellen.
Eine neue Herausforderung
Einen E-Scooter crasht er heute zum ersten Mal. Darauf steht ein Dummy. Der ist 78 Kilogramm schwer und soll einen echten Menschen nachstellen. Der Scooter ist mit einem Seil an der Crashanlage befestigt.
Crashtest-Dummy auf einem E-Scooter
Dann fährt Ralf Bührmann los. Gleichzeitig zieht ein LKW den Scooter-Fahrer bei 20 km/h. Ralf Bührmann soll rechts abbiegen und mit dem E-Scooter zusammenstoßen.
"Eine gewisse Anspannung ist kurz vorher immer da." Ralf Bührmann
Der erste Anlauf klappt nicht, der Scooter-Fahrer kommt von seiner Bahn. Später gelingt der Unfall. Der Dummy fährt gegen das Auto und landet neben dem Scooter auf dem Boden.
Ein Mensch hätte einige gebrochene Knöchel
Der Crashtest-Dummy kommt ins Unfalllabor
Das kann Ralf Bührmann dem Dummy schon ansehen. Wie schlimm der Unfall genau war, wird später im Unfalllabor ermittelt. In der Realität sehen etwa 13 Prozent der Unfälle mit E-Scootern so aus.
Ralf Bührmann kann aus seinem Job einiges mitnehmen
"Vielen Leuten fehlt die Vorstellung davon, wie schnell sich ein Unfall entwickelt, der ist innerhalb von zwei Sekunden da. Da habe ich vielleicht ein bisschen mehr Weitblick durch meinen Job", so Bührmann.
Auf einem E-Scooter würde er privat nicht durch die Stadt fahren. Und wenn, dann auf keinen Fall in dunklen Anziehsachen, ohne Licht oder gar zu zweit.
Quellen:
- Gespräch mit Ralf Bührmann
- WDR-Reporterin vor Ort
- Siegfrid Brockmann, Leiter Unfallforschung und Unfallprävention der Björn-Steiger-Stiftung
- Studie: E-Scooter im Unfallgeschehen, Björn-Steiger-Stiftung
- Statistisches Bundesamt