In einem Großraumbüro eines Startup-Hubs "Startplatz" arbeitet eine Frau an Laptop und Monitor

Bertelsmann-Studie: Ehegattensplitting bremst Frauen im Job

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Eine neue Studie sagt: Für jede zweite verheiratete Frau in Teilzeit lohnt es sich finanziell kaum, mehr zu arbeiten.

Die Studie der Gütersloher Bertelsmann-Stiftung zeigt: Für knapp die Hälfte der teilzeitbeschäftigten Frauen in Deutschland im Alter von 45 bis 66 Jahren lohnt es sich finanziell nicht, mehr Stunden zu arbeiten.

Viele Frauen reduzieren ihre Arbeitszeit, wenn sie Kinder bekommen, um sich um den Nachwuchs zu kümmern. Laut der Autoren der Studie würde es sich für viele der befragten Frauen danach finanziell nicht ausreichend lohnen, wieder von Teilzeit in Vollzeit zu wechseln.

Steuerregeln bremsen Frauen aus

Ein Grund dafür sei laut Studie das Ehegattensplitting. Das ist ein Steuermodell, bei dem das Einkommen beider Eheleute zusammengerechnet und dann versteuert wird.

Wenn die geringer verdienende Person, häufig die Frau, mehr arbeiten möchte, wird dieser zusätzliche Verdienst relativ hoch besteuert.

Reform könnte viele Vollzeitstellen schaffen

Für die repräsentative Befragung der Bertelsmann-Stiftung wurden rund 3.800 Frauen im Alter von 45 bis 66 Jahren befragt. Und sie zeigt, dass eine Reform des Ehegattensplittings in der Gruppe der Frauen ab 45 Jahren die Erwerbsquote um knapp 1,5 Prozent steigern könnte.

Laut der Autoren der Studie könnten so 175.000 zusätzliche Vollzeitstellen entstehen.

"Die Babyboomer beginnen jetzt in den Ruhestand zu gehen, der demografische Wandel wird zur Belastungsprobe. Daher können wir es uns ökonomisch nicht leisten, dieses Potenzial ungenutzt zu lassen." Michaela Hermann, Arbeitsmarktexpertin der Bertelsmann Stiftung

Realsplitting statt Ehegattensplitting

Um es für Frauen attraktiver zu machen, wieder mehr zu arbeiten, schlagen die Autoren der Studie vor, ein sogenanntes Realsplitting einzuführen.

Dabei werden beide Personen in einer Ehe grundsätzlich einzeln besteuert. Ein steuerfreier Grundbetrag könnte aber weiterhin vom besser verdienenden Partner auf den anderen übertragen werden.

Das würde die hohe Steuerbelastung von zusätzlichem Arbeitseinkommen reduzieren und die Aufnahme bzw. Ausweitung einer Beschäftigung attraktiver machen. Also bliebe ein Steuervorteil erhalten, auch wenn die Frau mehr arbeiten würde.

Bertelsmann-Studie: Ehegattensplitting bremst Frauen im Job

WDR Studios NRW 04.03.2026 00:48 Min. Verfügbar bis 03.03.2028 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Bertelsmann-Stiftung
  • Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW)

Sendung: WDR.de, Bertelsmann-Studie: Ehegattensplitting bremst Frauen im Job, 05.03.2026, 05:59 Uhr

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