Wanderausstellung in Warendorf zeigt Erinnerungsstücke von NS-Opfern

Lokalzeit Münsterland 12.03.2026 02:41 Min. Verfügbar bis 13.03.2028 WDR Von Melanie Weyand

Wanderausstellung in Warendorf zeigt Erinnerungsstücke von NS-Opfern

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Die Wanderausstellung "Stolen Memory" in Warendorf zeigt Gegenstände von NS-Opfern. Sie sollen den Hinterbliebenen gegeben werden.

Von Melanie Weyand

Es ist ein umgebauter Überseecontainer, der seit gestern auf dem Bahnhofsvorplatz in Warendorf steht. Er zeigt gestohlene Erinnerungsstücke wie Eheringe, Fotos und Uhren. Außerdem wird die aufwändige Suche nach den Hinterbliebenen der NS-Opfer dokumentiert. Denn sie sollen die Gegenstände zurück bekommen.

Gestohlene Erinnerungen zurückgeben

Charlotte Meiwes von den Arolsen Archiven

Charlotte Meiwes von den Arolsen Archiven

Die Arolsen Archive in Hessen kümmern sich um die Suche nach den Hinterbliebenen und die Dokumentation der Lebensgeschichten der Opfer, sagt Charlotte Meiwes: "Die Nazis haben in den Konzentrationslager den Menschen alle persönlichen Gegenstände abgenommen, und sie in Effektenkammern in den Lagern verwahrt."

Fast alles zerstört und geplündert

Die Kammern wurden bei Kriegsende oft zerstört und geplündert, nur einzelne Bestände konnten gerettet werden. 1963 bekamen die Arolsen Archive 4.700 Umschläge mit Gegenstände der Häftlinge. Inzwischen sind davon 2.000 an Hinterbliebene übergeben worden.

Es hat eine große emotionale Bedeutung für die Hinterbliebenen zum Beispiel die Uhr vom Großvater in der Hand zu halten. Charlotte Meiwes, Arolsen Archive

Jeder kann sich an Suche beteiligen

Bilder von Ausstellungsstücken der #StolenMemory Wanderausstellung

Für diese Erinnerungsstücke wurden noch keine Hinterbliebenen gefunden.

Besucherinnen und Besucher können sich über QR-Codes auch Reaktionen von Hinterbliebenen auf ihr Handy holen. Die Ausstellung ist auf Einladung des Bündnisses "Warendorf zeigt klare Kante" ins Münsterland gekommen.

Gerd Nergert vom Bündnis hofft, dass sich vielleicht auch eine Gruppe aus Warendorf auf die Suche nach Hinterbliebenen macht. Allerdings ist jetzt schon klar, dass es im Münsterland wohl keine mehr gibt.

Gedenkkultur in Warendorf

Auch das Kulturamt der Stadt Warendorf unterstützt die Ausstellung. Kulturamtsleiter Wolfgang Tück sagte dem WDR: "Die Gedenkkultur spielt in Warendorf eine sehr große Rolle. Da passt eine Ausstellung wie die mit den Erinnerungsstücken sehr gut herein."

"Stolen Memory" ist noch bis Ende März in Warendorf zu sehen.

Unsere Quellen:

  • Arolsen Archives, International Center on Nazi Perscution
  • Bündnis "Warendorf zeigt klare Kante"
  • Kulturamt Warendorf

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Münsterland, 12.03.2026, 19.30 Uhr

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