Bahnhofskriminalität - mehr gegen die Armut unternehmen
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Kriminalität, Müll, Partygänger und Fußballfans - diese Mischung macht vielen am Bahnhof Münster und anderswo Angst. WDR 5 hat Münsters designierten Oberbürgermeister, den stellvertretenden Polizeipräsidenten und den Manager eines Hotels am Bahnhof zur Diskussion geladen.
Eine schnelle Lösung, so viel scheint klar, kann es nicht geben. Aber viele kleine Lösungen sind schon umgesetzt und werden es in Kürze. Das versprach etwa Münsters neuer designierter Oberbürgermeister Timan Fuchs.
Mehr für Wohnungslose und Drogenszene tun
Auch die Drogenkonsumenten, die sich im Drogenhilfezentrum am Bahnhof treffen, brauchen demnach mehr Platz und mehr Angebote.
"Sozialarbeiter sind überfordert"
Ein Drogenkonsument ist zum Gespräch gekommen, und er macht klar: "Die Sozialarbeiter sind überfordert, der Konsumraum ist viel zu klein", so dass einige Drogensüchtige zum Konsum nach draußen auswichen. Das wirke auf Passanten nicht gerade vertrauenserweckend.
Dabei gehe weder von den Wohnungslosen, noch von den Drogenkonsumenten die Gefahr aus, betonte Münsters stellvertretender Polizeipräsident Jürgen Dekker.
Tatsächliche Gefahr am Bahnhof ist gering
Überhaupt sei die tatsächliche Gefahr deutlich geringer als die gefühlte. Die Waffenverbotszone habe viel gebracht. Noch immer würden Waffen gefunden, aber die Delikte seien rückläufig, so Dekker.
Einige Anwohner forderten, mehr mitgenommen zu werden bei den Beratungen. Denn das Lebensgefühl im Bahnhofsumfeld habe sich in den letzten Jahren deutlich verändert: Mehr Müll, mehr Betrunkene und mehr pöbelnde Menschen.
Verdrängung von Dealern, Belebung dunkler Ecken
Alexander Grüner, Generalmanager des Hotels Mauritzhof, setzt auf eine bessere Durchmischung der Menschen im Bahnhofsumfeld. Sein Hotel grenzt an eine grüne Fahrradpromenade, an der Dealer aktiv waren.
Zuhörer vor der Bühne beim WDR 5 Stadtgespräch in Münster
Gemeinsam mit der Stadt hat er dafür gesorgt, dass durch Beschneidung von Hecken etwa weniger Versteckmöglichkeiten vorhanden sind.
Mehr Toleranz und mehr Hilfsangebote
Die Hauptaufgabe liegt nun wohl bei der Stadt. Tilman Fuchs will als Oberbürgermeister die Lebensbedingungen von Wohnungslosen und Drogensüchtigen verbessern. Aber Fazit der Diskussion scheint auch: Mit manchen Unannehmlichkeiten muss eine Gesellschaft wohl zurecht kommen. Da helfe ein tolerantes Miteinander.
Unsere Quellen:
- Reporterin vor Ort
- Polizei Münster
- Stadt Münster
- Anwohner
- Indro e.V.
- Draußen
- Bahnhofsmission
- ISG Bahnhofsviertel u.a.