Wohnen wird 2026 teurer | WDR aktuell
WDR. 02:45 Min.. Verfügbar bis 09.04.2028.
Wohnen wird 2026 teurer - Was dieses Düsseldorfer Viertel anders macht
Stand:
In NRW wird wohnen immer teurer, der Platz für neue Wohnungen ist knapp. Im "Wiesenviertel" in Düsseldorf gibt es einen Kompromiss: Es muss mehr Platz für Wohnraum her, der Charakter des alten Viertels soll aber erhalten bleiben.
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Jetzt mitdiskutierenDer kleine Garten von Ingeburg und Franz Siebert in Düsseldorf-Lichtenbroich ist ein kleines Paradies. Die beiden versuchen hier draußen so viel Zeit wie möglich zu verbringen. Ein Luxus für viele in der Landeshauptstadt - und das zu einem unschlagbaren Preis. Für ihr Haus mit Garten zahlen sie 585 Euro im Monat.
Doch die Siedlung aus der Nachkriegszeit ist in die Jahre gekommen und muss dringend saniert werden. Für die Wohungsgenossenschaft eigentlich die Möglichkeit, alles abzureißen und die kleinen Einfamilienhäuser gegen größere Gebäude mit mehr Wohnungen auszutauschen. Das würde bedeuten: Steigende Mieten und hohe Kaufpreise.
Preise für Wohnen in NRW dieses Jahr nochmal gestiegen
Egal ob Großstadt oder auf dem Land: Fast in allen Regionen in Nordrhein-Westfalen ist Wohnraum in den letzten zwölf Monaten teurer geworden. Die Mieten zum Beispiel sind je nach Region zwischen 2 und 6 Prozent gestiegen. Das zeigen die Zahlen des Immobilienverbandes Deutschland (IVD), die am Donnerstag vorgestellt wurden.
Wenig überraschend: Besonders teurer ist das Wohnen in den Großstädten. An der Spitze steht Köln. Dort kostet aktuell eine normale mittelwertige Wohnung im Durchschnitt 14,50 Euro pro Quadratmeter. Vor einem Jahr waren es noch 14 Euro.
Teurer ist es aber auch in anderen Großstädten wie Düsseldorf, Münster, Bonn oder Bielefeld geworden. Im Ruhrgebiet sind in vielen Städten die Preise stabil geblieben. In Dortmund zum Beispiel zahlt man in diesem Jahr weiterhin für eine normale mittelwertige Wohnung im Durchschnitt 10 Euro pro Quadratmeter.
Wer ein durchschnittliches Reihenhaus mit 110 Quadratmetern kaufen will, muss zum Teil auch tief in die Tasche greifen. Wieder ist Köln Spitzenreiter mit typischen Preisen um die 580.000 Euro. Wer in weniger beliebter Lage sucht, wie in Herscheid oder Plettenberg im Sauerland, kann auch mit 140.000 Euro auskommen.
Kosten steigen auch beim Bau von Wohnraum
Es wird einfach zu wenig gebaut, sagt Michael Voigtländer vom Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln, weil auch Bauen immer teurer wird: Die Zinsen, die Kosten für Material und Bauarbeiten steigen weiter. Außerdem ist auch die Nachfrage vor allem in den Großstädten hoch, wo Wohnraum knapp ist.
Prof. Dr. Michael Voigtländer vom IW Köln
"Deswegen ist es klar, dass die Preise auch weiter anziehen", sagt Voigtländer. Er fordert deshalb, "dass wir das mit den Baukosten in den Griff bekommen, in dem wir zum Beispiel einfacher bauen".
Neues bezahlbares Mischviertel aus alten Häusern und Neubauten
In Düsseldorf-Lichtenbroich will die Düsseldorfer Bau- und Spargenossenschaft - kurz Dübs -jetzt einen anderen Weg gehen. Denn durch einen kompletten Neubau würde sich der Stadtteil völlig verändern. Das wollen die Anwohner nicht, deshalb musste ein Kompromiss her.
Statt alle alten Häuser abzureißen, wird ein Großteil davon saniert. Nur ein Teil wird abgerissen und durch größere neue Mehrfamilienhäuser ersetzt. Obwohl sich die Genossenschaft dadurch mehr Wohnraum und auch Mieteinnahmen entgehen lässt.
Wir wollen den Charakter des Viertels erhalten. Das ist den Menschen hier auch wichtig, dass ihr Lichtenbroich ihr Lichtenbroich bleibt. Cornelia Kleine-Birkenheuer, Düsseldorfer Bau- und Spargenossenschaft
Cornelia Kleine-Birkenheuer von der Dübs
Ganz ohne Neubauten geht es nicht. Der Bedarf der Menschen hat sich in dem Viertel auch geändert. "Durch die neuen Wohnungen wird auch Wohnraum für Alleinlebende oder ältere Menschen geschaffen. Gerade in den älteren Häusern war es für sie schwierig", sagt sie. Außerdem sind die Wohnungen zum Beispiel auch mit einer smarten Steuerung ausgestattet.
Statt vorher 346 gibt es am Ende der Umbauarbeiten 420 Wohneinheiten - also deutlich mehr Platz als vorher. Dabei bleibt es auch noch bezahlbar. Die Wohnungen im Neubau "Sonnenblumenfeld" kosten 10,43 Euro pro Quadratmeter im Monat. Im Vergleich zum Düsseldorfer Durchschnitt für Neubauten von 17 Euro ein guter Preis.
Auch "Wiesenviertel" muss teurer werden
Doch die hohen Baukosten machen aktuell auch der Dübs zu schaffen. Noch ist das neue "Wiesenviertel" im Umbau. Einige der alten Häuser werden noch abgerissen, es sind weitere Neubauten geplant. Weil die Preise fürs Bauen derzeit so hoch sind und weil in den letzten Jahren für die Genossenschaft wichtige Fördermöglichkeiten wegfallen sind, können die hier zukünftig gebauten Wohnungen nicht mehr so günstig vermietet werden.
Neue Wohnungen der Dübs.
Dann müssten die Wohnungen für zum Teil 18 oder 19 Euro pro Quadratmeter vermietet werden, damit sich der Bau für die Genossenschaft lohnt. Das ist zu teuer. Deswegen fordert sie, dass auch die Politik endlich Maßnahmen trifft, damit Bauen wieder erschwinglich wird und mehr Wohnraum geschaffen werden kann.
Darüber würde sich tatsächlich auch Ingeburg Siebert freuen, wenn hier mehr gebaut wird. "Es sind auch viel mehr Kinder hier, früher waren hier nur Leute in unserem Alter. Ich finde es gut, dann ist es hier auch lebendiger", sagt sie und lacht.
Unsere Quellen:
- Preisspiegel 2026 des Deutschen Immobilienverbandes
- Interview mit Prof. Dr. Michael Voigtländer vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln
- Interview mit Cornelia Kleine-Birkenheuer Düsseldorfer Bau- und Spargenossenschaft
- Interview mit Familie Siebert
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
Sendehinweis: WDR.de, "Mehr Wohnraum in Düsseldorf, ohne alte Viertel zu zerstören", 09.04.2026, 11.00 Uhr

10 Kommentare
Kommentar 10: Max Otte schreibt am 10.04.2026, 11:18 Uhr :
Zuwanderung treibt die Nachfrage hoch, unbezahlbarer Klimaschutz und ein sinnloser Krieg in der Ukraine die Inflation, damit auch die Wohnkosten. Umwandlung von Werkswohnungen und städtischen Wohnungsbau in reine private Renditeobjekte bei denen Mieter lediglich Melkkuh ist kommt dazu; Zustimmung Kommentar Nr. 7, 8. Sonst werden Betrüger eingesperrt, Betrug am Mieter wie bei Nebenkosten oder illegalen Mieterhöhungen bleibt straffrei. Gewinne aus kriminellen Geschäften werden da auch nicht eingezogen. Das sind alles Ergebnisse der Politik von Parteien die bisher regiert haben, in Bund, Ländern und Gemeinden. Vorhandene Fläche wird nicht mehr, im Beispiel hier punktuell eine Wohneinheit mehr auf die Fläche packen ist wie der Tropfen auf dem heißen Stein. Wie so oft liegen Ursachen und damit Lösungsansätze ganz woanders. Aber wenn es wichtiger ist sich nach Rechts abzugrenzen baut man erst recht die Gründe Rechts zu wählen.
Kommentar 9: Balthasar schreibt am 09.04.2026, 23:52 Uhr :
Gerade der Wohnungsmarkt in NRW ist extremst belastet durch Zugewanderte. Die INSA-Umfrage sagt, dass 61 Prozent dafür sind, dass 80 Prozent der Syrer heimkehren. Der Krieg ist vorbei und Syrien braucht die Menschen für den Wiederaufbau. Unseren Wohnungsmarkt würde das entlasten. Andere Länder rechnen auch damit, dass ihre Bürger endlich heimkehren. Wir haben langfristig keine Arbeit für die Leute und integrationfähig sind viele auch nicht. Logistik und Handel, wo die meisten Migranten arbeiten, wenn sie überhaupt Beschäftigung gefunden haben, werden wirtschaftlich einbrechen.
Kommentar 8: Raphaela schreibt am 09.04.2026, 18:09 Uhr :
Hallo zusammen, ich würde städtisches Wohnen empfehlen. Das die Stadt selbst zum Vermieter wird, und kleinere Wohneinheiten, die sehr schwer zu bekommen sind, selbst baut. Liebe Grüße
Kommentar 7: Einer der es weiß schreibt am 09.04.2026, 17:51 Uhr :
Früher gab es viele Werkswohnungen. Die wurden verkauft, verkauft und auch noch ein drittes mal verkauft. Jede Investmentgesellschaft hat dabei den Preis nach oben getrieben. Die Mieter und der Zustand der Häuser kümmerte sie dabei wenig. Sogar zeitgemäßer Brandschutz interessierte oft mals nicht mehr.
Kommentar 6: Enno schreibt am 09.04.2026, 15:35 Uhr :
Gelsenkirchen will 3000 Wohneinheiten zurück bauen weil alles asozial ist von der großen SPD herunter gewirtschaftet.
Kommentar 5: Ursus schreibt am 09.04.2026, 15:31 Uhr :
Wir brauchen konsequente Rückführungen und einen Stop der Zuwanderung. Die Wohnungsnot ist hausgemacht. Wir werden in den nächsten Jahren noch viele Industriearbeitsplätze verlieren. Die KI wird auch sehr viele Jobs kosten. Erste Anzeichen vermerken wir auch in der Logistik (siehe Zalando in Erfurt). Auch Billigläden bauen Jobs ab ( Kik schließt über 100 Filialen). Ich würde jedem jungen und gut ausgebildeten Menschen den Rat geben, sich im Ausland eine neue Lebensperspektive zu schaffen. Deutschland hat keine rosigen Zeiten zu erwarten.
Antwort von Hildegard , geschrieben am 09.04.2026, 22:42 Uhr :
Sehe ich auch so, aber leider versuchen unsere Politiker immer noch, die Lage schönzureden und viele glauben ihnen noch. Sozialleistungsempfänger scheinen für die Politik mittlerweile wichtiger zu sein als die sich selbst unterhaltende Bevölkerung, die immer weiter gemolken wird, bis es mehr nicht mehr geht.
Kommentar 4: Lena schreibt am 09.04.2026, 14:35 Uhr :
Was mich in Bonn - andere Kommunen kann ich nicht beurteilen - schon lange und immer mehr ärgert: gegen Leerstand wird nicht ok Sequenz vorgegangen. So steht in einem zentrumsnahen Stadtteil (Kessenich) seit sehr vielen Jahren ein ehemaliges Wohnheim für Pflegepersonal leer. Keiner thematisiert das weder Verwaltung noch Politik. Hinzu kommen Leerstände insb. der bundeseigenen Immobiliengesellschaft BIMA. Wo ist da der Druck der Bundestagsabgeordneten. Ach so, ja, die haben genug Geld und wohnen gut…………..
Antwort von Ursus , geschrieben am 09.04.2026, 15:34 Uhr :
Leerstand hat oft Gründe. Meist sind die Kosten für die Sanierung nicht tragfähig. Am besten Frist setzen zur Sanierung oder Enteignung und Abreißen und Grünflächen schaffen.
Antwort von Jo Buttgereit , geschrieben am 09.04.2026, 16:26 Uhr :
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Kommentar 3: Bernd schreibt am 09.04.2026, 12:50 Uhr :
Warum hatte wir diese Probleme früher nicht. Der Mindestlohn treibt die Arbeitskosten nach oben, Steuern auf Energie treiben alles nach oben. Massive Zuwanderung treibt die Nachfrage nach oben, leider oft über Sozialleistungen. Antwort. Weg mit dem Mindestlohn, weg mit der CO2 Steuer und Deutschland muß für Armutszuwanderer unattraktiv werden.
Antwort von Anonym , geschrieben am 09.04.2026, 13:46 Uhr :
@Bernd: Das Problem liegt woanders. Immobilien und Grund und Boden generell sind seit ca. 20 Jahren zum Spekulationsobjekt geworden. Große Investoren, auch aus dem Ausland, haben in Münster vor 15 Jahren schon angefangen, Häuser und teils Straßenzüge aufzukaufen. Gemacht wird an den Häusern nix. Man lässt sie teils versammeln und/oder verkauft sie mit Gewinn an den nächsten Investor. Wenn durch Investoren abgerissen und neugebaut wird, geht automatisch preisgünstiger Wohnraum verloren. Gentrifizierung entsteht. Es ziehen die ein, die sich die hohen Mieten leisten können. Das verändert die Mieterstruktur nachhaltig. Die Politik, auch in Münster, hat dem Treiben zulange zugesehen. Wenn jetzt nicht örtlich und auf Landesebene konsequent gegengesteuert wird, dann ist das Thema Wohnen für die Großstädte verloren. Eine ganze Generation wird dann woanders groß. Sieht man hier in Münster auch schon. Zur Steuerung gehört, dass städtische Flächen nicht mehr an Investoren verkauft werden.
Antwort von Ursus , geschrieben am 09.04.2026, 14:36 Uhr :
Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)
Antwort von Max Otte , geschrieben am 10.04.2026, 11:22 Uhr :
@Bernd, der Mindestlohn muss bleiben und zum Leben reichen. Die Lebenshaltungskosten müssen runter für die der Mindestlohn reichen soll und da sind wir in der Tat auch beim unbezahlbaren Klimaschutz, Zuwanderung und Kriegsfolgen. Und wenn die Wirtschaft abwandert weil unser Mindestlohn viel höher als im Osten der EU dann müssen wir eben raus aus der EU und eine hohe Zollmauer an der Ostgrenze bauen. Das würde auch helfen einen nennenswerten Abstand zu den niedrigen Löhnen zu bekommen. Aber egal wo man eingreift, das Ganze muss passen und das ist völlig aus dem Ruder gelaufen wobei Kosten für das Wohnen neben Energie ein wesentlicher Faktor ist.
Kommentar 2: Michael schreibt am 09.04.2026, 12:23 Uhr :
„Wohnen wird 2026 teurer“ Wer sagt das? Ist das eine Art Ankündigung? Werden die Mieter gefragt? Was sagen sie?
Antwort von WDR.de , geschrieben am 09.04.2026, 13:14 Uhr :
Egal ob Großstadt oder Land: In fast allen Regionen in Nordrhein-Westfalen ist Wohnraum in den vergangenen zwölf Monaten teurer geworden. Die Mieten sind je nach Region um zwei bis sechs Prozent gestiegen. Das zeigen Zahlen des Immobilienverbands Deutschland (IVD). Demnach ist Wohnen 2026 teurer geworden und dürfte es weiter bleiben.
Antwort von Ursus , geschrieben am 09.04.2026, 14:25 Uhr :
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Kommentar 1: Anonym schreibt am 09.04.2026, 12:07 Uhr :
Es ist ein Denkfehler zu glauben, dass durch den Neubau von Wohnungen mehr bezahlbare Wohnung entstünden. Das stimmt nicht! In der Regel kaufen Investoren Gebäude und Wohnungen auf, um diese abzureißen und durch mehrere neue Wohnungen zu ersetzen. Und diese zum möglichen Höchstpreis zu vermieten. Für Münster bedeutet das, dass eine vom Investor neu gebaute Wohnung aktuell gern ab 22 Euro/qm und mehr vermietet wird. Das funktioniert. Irgendwann verkauft der Investor dann den Wohnungsbestand mit Gewinn und lacht sich ins Fäustchen. Auf diese Art und Weise werden Familien und Personen mit geringem Einkommen aus der Stadt gedrängt. Das kann man statistisch in Münster schon erkennen. Unter anderem ab den vielen nicht mehr benötigten Kita-Plätzen. Konsequent wäre, nur noch die öffentliche Hand und gemeinwohlorientierte Genossenschaften bauen zu lassen. Und noch besser wäre, konsequent Wohnungen zu sanieren. Das wäre auch ökologisch das Sinnvollste. Die Politik sollte das mehr unterstützen
Antwort von Ursus , geschrieben am 09.04.2026, 15:40 Uhr :
Münster ist "noch" ein Refugium und bietet Wohnqualität. Das liegt aber an den hohen Mieten und daran, dass Wohnungen kaum auf dem freien Markt angeboten werden. Viele andere Städte in NRW haben längst verloren. Es ist sozioökonomisch nicht mehr ratsam sich dort anzusiedeln, weil das soziale Umfeld mit hohen Lebensrisiken behaftet ist. Für Kinder oft ungeeignet.