Start Rückbauarbeiten Kraftwerk Frimmersdorf

Lokalzeit aus Düsseldorf 03.06.2025 03:14 Min. Verfügbar bis 03.06.2027 WDR Von Markus Waerder

Rückbauarbeiten am Kraftwerk Frimmersdorf gestartet

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Einst war es das größte Braunkohlenkraftwerk der Welt. Am Dienstag wurden die Rückbauarbeiten offiziell gestartet.

Das frühere Braunkohlenkraftwerk in Grevenbroich-Frimmersdorf wird in den kommenden Jahren sukzessive zurückgebaut. Der Energiekonzern RWE, das Land und die Stadt Grevenbroich gaben am Dienstag den offiziellen Startschuss für die Arbeiten.

Beginnen soll der Rückbau im nördlichen Teil des Areals. Das Kraftwerk war 2021 endgültig stillgelegt worden, nachdem es zuvor noch für vier Jahre in sogenannter "Sicherheitsbereitschaft" war.

Komplexe Rückbauarbeiten

Das Abbruchunternehmen steht vor einer komplexen Aufgabe. Rund 25 verschiedene Bauwerke sollen zurückgebaut werden. Dort sind laut RWE verschiedene Materialien von Stahl bis Beton verbaut, zum Teil müssen erst noch Schadstoffe in den Gebäudestrukturen lokalisiert und entfernt werden.

"Die Arbeiter müssen auch darauf achten, in der richtigen Reihenfolge zurückzubauen, damit nicht ungeplant eine Wand, eine Fassade, ein Gebäudeteil ein- oder abstürzt", erklärt Georg Bung, der bei RWE den Rückbau leitet. Er selbst hat mehrere Jahre in Frimmersdorf gearbeitet, wie bei vielen Kollegen ist das Projekt für ihn eine Herzensangelegenheit. "Man sieht das mit einem weinenden Auge, weil wir immer mit großer Leidenschaft dabei waren. Da ist aber auch die Freude auf das, was in Zukunft kommt."

Zunächst werden jetzt die Gebäude von innen entkernt. In etwa einem Jahr sollen dann die Abrissbagger mit meterlangen Greifarmen anrücken, um die Gebäude zurückzubauen bzw. abzureißen. "Einige Bereiche werden wir womöglich auch sprengen oder teilsprengen, da laufen jedoch aktuell noch die genauen Planungen", so Bung. In rund drei Jahren sollen dieser erste Rückbau abgeschlossen sein.

Digital- und Bildungsstandort als Zukunftsvision

"Das Kraftwerk Frimmersdorf ist ein Rohdiamant mit Strahlkraft für die gesamte Region. Gemeinsam mit allen Beteiligten machen wir uns auf, den Rohdiamanten zu schleifen. Frimmersdorf wird wieder leuchten", sagte NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) zum offiziellen Start. Aus der zentralen Maschinenhalle soll etwa ein Digitalpark werden. Das Land will dort ein großes Rechenzentrum seines Eigenbetriebs IT.NRW ansiedeln.

Außerdem sollen unter anderem ein Bildungscampus, Büros für StartUps und ein Denkmalpfad über mehrere Kraftwerksblöcke des Landschaftsverbandes Rheinland entstehen. "Wir schaffen Raum für moderne, nachhaltige Arbeitsplätze. Das wird die Stadt weiterentwickeln. Das ist ein freudiger Tag für Grevenbroich", freute sich Bürgermeister Klaus Krützen (SPD).

Zuversicht für genügend Investoren

Anfang des Jahres haben die Stadt Grevenbroich, der Rhein-Kreis Neuss und das Land eine gemeinsame Gesellschaft ins Leben gerufen, die den Transformationsprozess steuern und genügend Investoren für den angedachten Umbau aquirieren soll. Denn bislang gibt es noch keinerlei Förderzusagen oder Unterschriften für die angekündigten Pläne.

"Als Vorarbeit für die Investorensuche hat ein Markterkundungsverfahren stattgefunden, es gibt viele potentielle Investoren und wirklich großes Interesse", gab sich Scharrenbach zuversichtlich. Auch Grevenbroichs Bürgermeister Krützen berichtete von vielen positiven Gesprächen. Die Erkenntnisse fließen jetzt in das Ausschreibungsverfahren ein, in dem bis zum kommenden Jahr Investoren gefunden und ausgewählt werden sollen.

Fördergelder für Planungen

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Bald Geschichte: Das RWE-Kraftwerk Frimmersdorf

Allerdings flossen aus einem Bundesförderprogramm laut NRW-Bauministerium bisher bereits mehr als eine Million Euro, um die Entwicklung des Gesamtstandortes zu planen, gutachterlich alle Fragen zum Beispiel zu den Gebäuden zu beantworten, Nutzungsperspektiven zu finden und jetzt die Ausschreibung der Gesamtentwicklung zu erarbeiten.

So fänden mögliche Investoren einen umfänglich aufgeklärten Standort vor. Auch das Planungsrecht könne dann zügig geschaffen werden, heißt es weiter. In den kommenden Jahren werden jedoch zunächst Abrissbagger das Bild am einst größten Braunkohlekraftwerk weltweit prägen.

Start für Rückbauarbeiten am Kraftwerk Frimmersdorf

WDR Studios NRW 03.06.2025 00:41 Min. Verfügbar bis 03.06.2027 WDR Online

Unsere Quellen:

  • WDR-Reporter vor Ort
  • Stadt Grevenbroich
  • RWE
  • NRW-Bauministerium
  • WDR-Interview mit Klaus Krützen, Bürgermeister Grevenbroich
  • NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU)

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