Toughest Firefighter Alive in Mönchengladbach
WDR. 02:31 Min.. Verfügbar bis 15.06.2028.
Yannik Roosen ist außer Atem. Gerade hat er eine 85 Kilogramm schwere Puppe Dutzende Meter weit getragen. Er atmet schwer, stützt die Arme auf den Knien ab und holt tief Luft. Dann geht es für ihn weiter. Insgesamt 70 Meter weit muss der Mönchengladbacher den Dummy ziehen. Das ist nur eine der Aufgaben beim Wettkampf "Härtester Feuerwehrmann der Welt", der an diesem Wochenende in Mönchengladbach ausgetragen wird.
Yannik Roosen aus Mönchengladbach
Bis Sonntag treten beim sogenannten "Toughest Firefighter Alive" (TFA) knapp 250 Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner aus neun Ländern gegeneinander an – und gegen ihren inneren Schweinehund. "Der Wettkampf bringt dich an deine Grenzen", sagt Roosen, der zum zweiten Mal dabei ist. "Zwischendurch flucht man, es brennt und man möchte aufhören." Und trotzdem ziehen alle durch.
Feuerwehrleute gehen an ihre Grenzen
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer messen sich in Disziplinen, die typische Belastungen aus dem Feuerwehralltag simulieren. In voller Schutzausrüstung und mit Atemschutzgerät müssen sie unter anderem Treppen steigen, schwere Lasten bewegen, Schläuche ziehen und Dummys retten. Der Wettkampf gilt als einer der anspruchsvollsten Feuerwehr-Wettbewerbe weltweit. Austragungsort ist das Gelände des Elisabeth-Krankenhauses in Mönchengladbach-Rheydt.
Mit dabei ist auch Weltmeisterin May Tommervold aus Norwegen. Seit 2017 nimmt sie an solchen Wettkämpfen teil, gilt als eine der besten. Aber warum fordert sie sich immer wieder selbst heraus? "Gute Frage", antwortet sie und lacht: "Es ist eine unglaubliche Herausforderung. Und man lernt tolle Menschen kennen." Bei einem dieser Wettkämpfe hat sie sich auch mit Vera Licha aus Bamberg angefreundet. Heute meistern sie die Aufgaben gemeinsam.
Sieger mit rekordverdächtigen Zeiten
Feuerwehrfrauen May Tommervold (links) und Vera Licha (rechts)
Tatsächlich schafft es May Tommervold dieses Jahr auf Platz 1: In knapp neun Minuten bewältigt sie die vier Stationen und hat laut Veranstalter damit eine neue Bestzeit erreicht. Bei den Männern war Duarte Mendes aus Portugal der Schnellste. Er brauchte insgesamt fünf Minuten und 40 Sekunden. Auch deutsche Feuerwehrleute haben es auf das Treppchen geschafft. Hans-Christian Marwedel aus Kempen belegte den dritten Platz, und Meghann Krüger von der Feuerwehr Berlin kam auf den zweiten Platz bei den Frauen.
Internationaler Wettkampf in Mönchengladbach
Todesfall in Hannover
Bei einem ähnlichen Wettbewerb in Hannover ist in der vergangenen Woche ein Feuerwehrmann ums Leben gekommen. Daraufhin haben die Veranstalter in Mönchengladbach ihr Konzept noch einmal überprüft. "Wir sind auf jeden Notfall vorbereitet", sagte TFA-Organisator Yannic Linnemann vor dem Wettbewerb. "Allein dass wir auf dem Gelände des Elisabeth-Krankenhauses sind, ist ein großes Plus." Zudem seien Sanitäter und Notärzte vor Ort, falls doch etwas passieren sollte.
Neben den internationalen Wertungen stehen auch die Deutsche Meisterschaft, die Europameisterschaft sowie erstmals eine NRW-Meisterschaft auf dem Programm. Auch amtierende Weltmeisterinnen und Weltmeister hatten ihre Teilnahme angekündigt.
Euphorie und Glücksgefühle im Ziel
Gegen 14:30 Uhr hatte auch Yannik Roosen am Freitag seinen Wettkampf hinter sich. Nach 19 Minuten und 10 Sekunden erreicht er das 15. Stockwerk des Hochhauses, bepackt mit Atemflaschen auf dem Rücken. Er sinkt zu Boden, schnappt nach Luft. Dann setzt die Euphorie ein. Sechs Minuten weniger als im vergangenen Jahr hat der 29-Jährige diesmal gebraucht. "Zwischendurch will man echt nicht mehr, aber wenn man dann im Ziel ist, dann ist man glücklich und sagt: Nächstes Jahr bin ich wieder am Start.“
Unsere Quellen:
- TFA Germany
- Eindrücke des Reporters vor Ort
- Stadt Mönchengladbach
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Düsseldorf, 15.06.2026, 19.30 Uhr

