Ein Feuerwehrmann zieht zwei Schläuche, die auf seinen Schultern liegen

Atemschutz und Höllentempo: Wettkampf der Feuerwehrleute

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Feuerwehrleute aus der ganzen Welt messen sich an diesem Wochenende in Mönchengladbach. Gebraucht werden: Atemschutz, Höllentempo und pure Kraft. Der Wettkampf läuft noch bis Sonntagnachmittag, Zuschauer können kostenlos vorbeikommen.

Eine Feuerwehrfrau in voller Ausrüstung rollt einen blauen Schlauch auf

Krüger bei ihrer Lieblingsdisziplin: Schläuche einrollen

"Drei, zwei, eins - los" tönt aus den Boxen auf dem Gelände des Elisabethkrankenhauses in Mönchengladbach. Meghann Krüger steht in kompletter Ausrüstung an einem Feuerwehrwagen und bringt zwei Schläuche an. Dann wirft sich die 29-Jährige jeweils einen Schlauch über eine Schulter und läuft los, den Blick fokussiert nach vorne gerichtet. Beide Schläuche müssen über 75 Meter gezogen werden, bevor zwei andere Schläuche möglichst schnell eingerollt werden müssen.

Krüger hat es geschafft und ist über die Ziellinie. Unter ihrem Helm perlt Schweiß hervor, sie zieht die schwere, warme Feuerwehrjacke aus. "Es ist eine extreme Grenzerfahrung", meint Krüger. Spaß mache es aber auch. Zehn Minuten bleiben ihr zum Durchatmen, bevor sie die Ausrüstung wieder anziehen und weiterkämpfen muss.

Feuerwehr-Wettbewerb in Mönchengladbach

WDR Studios NRW 14.06.2025 00:38 Min. Verfügbar bis 14.06.2027 WDR Online

Europameisterschaften für Feuerwehrleute

In Mönchengladbach findet an diesem Wochenende ein besonderer Feuerwehrwettkampf statt: Der "Toughest Firefighter Alive". Wer hier gewinnt, darf sich der härteste Feuerwehrmann Europas nennen - oder eben die härteste Feuerwehrfrau.

Eine Feuerwehrfrau in voller Ausrüstung kommt mit einem Kanister in der Hand aus einem Tunnel gekrochen

Auch Station zwei hat es in sich

Der Wettkampf ist eine Demonstration dessen, was der Feuerwehrberuf im Ernstfall verlangt: absolute Fitness, Präzision, Durchhaltevermögen. Organisiert wird er unter anderem von der Feuerwehr Mönchengladbach. Neben der sportlichen Leistung stehen auch der Austausch und Kameradschaft über Ländergrenzen hinweg im Fokus.

Stationen fordern unterschiedliche Fähigkeiten

Eine Feuerwehrfrau in voller Ausrüstung zieht eine Puppe

Krüger mit einem Dummy, der "gerettet" werden muss

Vier Stationen gibt es insgesamt. Meghann Krüger hat gerade eine 80 Kilo schwere Puppe gezogen, ist mit einem Kanister durch einen Tunnel gekrochen und hat dann eine drei Meter hohe Wand erklommen. Station zwei ist damit geschafft. Mit dabei sind immer ihre Teamkameraden, die die Feuerwehrfrau aus Berlin motivieren und unterstützen: "Das macht so eine wahnsinnige Gänsehaut, das ist unfassbar schön", meint Krüger.

Auch Tanja Breuer und ihr siebenjähriger Sohn Luca, der großer Feuerwehr-Fan ist, feuern die Teilnehmer lautstark an. "Wahnsinn", meint Breuer. "Ich stehe hier am Rand und schwitze bei 31 Grad, ohne was zu machen. Und die bringen solche Leistungen."

Wettkampf ohne Konkurrenzdenken

Zwei Feuerwehrfrauen in voller Ausrüstung rennen ein Treppenhaus hoch

Die ersten Etagen hat Krüger schon geschafft

Auch Station drei - Leiter aufstellen, Kanister über eine Treppe in die zweite Etage tragen und schwere Schläuche mit einem Seil hochziehen - schafft Krüger ohne Probleme. Sie muss nur noch die vierte und letzte Station schaffen: 15 Etagen Treppen, natürlich auch in Ausrüstung. Und dann liegt auch diese Station hinter ihr. "Oben angekommen und alle jubeln - das ist das schönste Gefühl", meint Krüger, verschwitzt und glücklich.

"Es nennt sich zwar Wettkampf, aber am Ende sind wir eine Familie und jeder freut sich für jeden, wenn er die Stationen schafft." Meghann Krüger, Berufsfeuerwehrfrau aus Berlin

Krüger ist bereits zum dritten Mal dabei. In den vergangenen Jahren hat sie sogar einen Titel geholt: Sie war die schnellste deutsche Feuerwehrfrau. Und obwohl der Wettbewerb noch bis Sonntagnachmittag läuft, sieht es so aus, als würde der Wanderpokal wieder einmal mit ihr nach Hause fahren - so gut war ihre Zeit diesmal. Auch im kommenden Jahr will sie wieder antreten: "Ich habe doch einen Titel zu verteidigen", meint die 29-Jährige und lacht.

Unsere Quellen:


  • TFA- Germany e.V.
  • Interview mit Meghann Krüger
  • Reporterin vor Ort

Über dieses Thema haben wir auch am 14.06.2025 auch in unseren Hörfunknachrichten um 15 Uhr berichtet.

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