Die Ermittler stellten eine hohe Summe Bargeld, Waffen sowie weitere Gegenstände sicher.

Die Ermittler stellten eine hohe Summe Bargeld, Waffen sowie weitere Gegenstände sicher.

"Falsche Polizisten" zockten Senioren ab Polizei lässt Bande hochgehen

Stand:

Am frühen Donnerstagmorgen sind Polizei und Staatsanwaltschaft Mönchengladbach mit einer Großrazzia gegen die Betrügerbande vorgegangen, die sich als Polizisten oder Bankmitarbeiter ausgegeben haben. Es wurden mehrere Wohnhäuser und Gewerbeobjekte in Köln, Neuss, Dormagen, Aachen und Viersen durchsucht und Verdächtige festgenommen.

Mehr als 300 Einsatzkräfte von Kriminal- und Bereitschaftspolizei sowie Spezialeinheiten waren an dem Einsatz in insgesamt 24 Wohn- und Geschäftsräumen beteiligt. Schwerpunkt der Aktion war Dormagen.

Die Durchsuchungen fanden zudem in Mönchengladbach, Köln, Neuss, Aachen und Viersen statt. Dabei stellten die Ermittler eine sechsstellige Summe Bargeld, Waffen, Betäubungsmittel, Goldschmuck sowie mehrere Mobilgeräte sicher. Dem Einsatz ging eine rund neun Monate andauernde Ermittlung einer eigens eingerichteten Ermittlungskommission der Kriminalpolizei und Staatsanwaltsschaft Mönchengladbach voraus.

Schaden von mindestens 500.000 Euro

Die festgenommenen Verdächtigen sollen im Laufe des Tages dem Haftrichter vorgeführt werden. Es handelt sich um fünf Männer und eine Frau im Alter von 18 bis 34 Jahren, gegen die Haftbefehle vollstreckt wurden. Ein Tatverdächtiger wurde bei den Zugriffsmaßnahmen leicht verletzt, so die Polizei Mönchengladbach. Der entstandene Schaden durch die international agierende Bande beläuft sich nach derzeitigen Erkenntnissen auf mindestens 500.000 Euro.

Tatverdächtige sollen sich als Polizisten ausgegeben haben

Die Beschuldigten stehen im Verdacht, von NRW und der Türkei aus ein internationales Betrugsnetzwerk betrieben zu haben. Opfer sollen vor allem ältere Menschen sein, denen die Betrüger vorgetäuscht haben, dass ihr Geld nicht mehr sicher sei und sie ins Visier Krimineller geraten seien. Sie sollten das Geld aus Sicherheitsgründen an angebliche Polizisten oder Bankmitarbeiter übergeben. Die Ermittler gehen davon aus, dass ein erheblicher Teil des Geldes bereits in die Türkei verschoben wurde.

Immer wieder warnt die Polizei vor der Masche, zuletzt etwa in einem Fall aus Hilden. Dabei wurde eine 84-jährige Frau um ihre gesamten Ersparnisse gebracht. Nach Angaben der Polizei verlor die Seniorin rund 300.000 Euro, weil sich Betrüger als falsche Polizisten ausgaben und ihr vorspielten, dass ihr Geld bei der Bank nicht mehr sicher sei.

Telefonbetrug – wie reagiere ich richtig?

Wer einen solchen Anruf erhält, solle sich den Namen des Anrufers nennen lassen und auflegen, das schreibt die Polizei NRW auf ihrer Website. Danach solle die Polizei verständigt werden.

Die Polizei NRW warnt ausdrücklich, keine Vermögensverhältnisse oder sensiblen Daten am Telefon preiszugeben und niemals Geld oder Wertsachen an unbekannte Personen oder angebliche Mitarbeiter der Polizei, Staatsanwalten, Gerichten oder Geldinstituten weiterzugeben. Die Polizei würde niemals um Geldbeträge bitten.

Weitere Informationen zum richtigen Verhalten und woran Betrüger erkannt werden können, finden sich auch auf der Website der Verbraucherzentrale im Internet: Vorsicht: falsche Polizisten am Telefon | Verbraucherzentrale NRW

Großer Polizeieinsatz wegen Betrugsdelikten

WDR 11.06.2026 00:39 Min. Verfügbar bis 10.06.2028

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Unsere Quellen:

  • Pressemitteilung Polizei und Staatsanwaltschaft Mönchengladbach
  • Staatsanwaltschaft Mönchengladbach
  • Polizei NRW
  • Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

Sendung: WDR 2 Rhein und Ruhr, Lokalzeit, 11.06.2026, 6:31 Uhr

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