Ein halbes Jahr lang gab es keinen Honig im Moerser Bienenquartier. "Gerade vor Weihnachten sind wir immer wieder betrogen oder bestohlen worden, trotz einer kleinen Kamera am Bienenhaus", erzählt Hobbyimker Christian Kaaden-Mertens. Schweren Herzens haben er und seine Frau ihr Honighaus dann geschlossen.
Das Häuschen ist liebevoll mit Bienen und Waben bemalt. Für vier bis 15 Euro gab es hier Blütenhonig aus der eigenen Imkerei. Dafür mussten die Kunden auf Vertrauensbasis Geld in einen kleinen Tresor werfen. "Aber oft waren es einfach weniger Münzen, einmal ist sogar der komplette Honig gestohlen worden", so Kaaden-Mertens.
Honig-Automat selbst gebaut
Mit Spenden und Geld aus eigener Tasche hat der Hobbyimker dann in seinem Keller selber einen Automaten gebaut. Die Elektrik dafür habe allein 800 Euro gekostet.
Mit diesem Automaten verkauft die Imkerfamilie in Moers jetzt ihren Honig.
"Egal, haben wir uns gedacht, die Nachfrage nach unserem Honig ist groß und wir haben als Familie Mega-Spaß an der Imkerei." Christian Kaaden-Mertens
Ganze Familie imkert
Auch Tochter Mia mischt mit und kümmert sich mit ihren Eltern um zehn Bienenvölker. Die Großeltern helfen beim Abfüllen der Honiggläser.
"Es ist schon sehr traurig, dass unser Vertrauen so ausgenutzt wurde, weil wir so viel Herzblut in diese Arbeit stecken", so Christian Kaaden Mertens. Aber der Automat sei für alle jetzt ein guter Kompromiss.
Unsere Quellen:
- Interview mit Hobbyimker Christian Kaaden-Mertens
Sendung: WDR.de, Moerser Imkerfamilie verkauft Honig im Automaten, 16.06.2026, 15:02 Uhr
