Im Schützenstand in Ahlen: Freiwillige in der Ausbildung zum Soldaten
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Mehr als 400 Rekruten der Bundeswehr nehmen heute am Feierlichen Gelöbnis in Düsseldorf teil, unter ihnen Maike und Jason. Die beiden absolvieren in der Westfalen-Kaserne in Ahlen (Kreis Warendorf) die Grundausbildung zum Soldaten. Freiwillig.
Auf dem Übungsgelände der Bundeswehr in Ahlen: Maike und Jason sind in ihren Tarnanzügen mit Helm und Schutzbrille auf dem Kopf kaum zu erkennen. Sie schultern die Gewehre. Sie sind zwei von 100 jungen Leuten, die sich freiwillig zur Bundeswehr gemeldet haben und sich nun zu Soldaten ausbilden lassen.
Körpereinsatz ist gefragt
"Ein Ziel rechts! Feuer!" ruft der Ausbilder ihnen zu. Maike und Jason nehmen die geforderte Position ein: Sie verlagern ihr Körpergewicht auf die rechte Seite, hocken mit dem rechten Knie auf dem Boden, das linke Bein geht gestreckt zur anderen Seite. Bereit zum ersten Schuss, der in dieser Situation aber nur simuliert wird.
Erneut: "Ein Ziel rechts! Feuer!" Maike, Jason und die übrigen Soldaten wechseln die Position. Sie liegen jetzt mit der rechten Körperseite auf dem Boden, das Gewehr weiter schussbereit. "Jawohl!", ruft der Ausbilder ihnen zu. Er scheint zufrieden zu sein.
Maike und Jason haben vor zwei Monaten die Ausbildung innerhalb des neuen sechsmonatigen Basiswehrdienstes in der Westfalen-Kaserne in Ahlen begonnen. Sie haben sich aus freien Stücken dafür entschieden.
"Einfach mal was Neues machen"
Auch beim Schießtraining ist Körpereinsatz gefragt
Maike kommt aus Köln, sie ist gelernte Erzieherin. Nach 10 Jahren im Beruf sehnte sie sich nach neuen Herausforderungen. "Ich wollte einfach mal wieder was Neues machen. Und durch mein Privatleben hatte ich auch viel mit der Bundeswehr zu tun. Und das hat mich hier hingebracht."
Maikes Nachnamen dürfen wir nicht nennen. Sie und alle anderen Rekruten sollen anonym bleiben, zum Schutz vor Hetze und Häme in sozialen Netzwerken, sagt die Bundeswehr.
"Ich mag das Risiko tatsächlich", sagt Jason. Der junge Mann kommt aus Kassel, hatte dort als Zweiradmechatroniker gearbeitet. Doch nach eineinhalb Jahren hängte er seinen Job an den Nagel und wechselte zur Bundeswehr. Ausgerechnet jetzt, in einer Zeit mit Krieg und weltweiten Krisen. Ist das nicht gefährlich?
Risikobewusstsein unter Rekruten
"Ich bin mir dessen bewusst", versichert Jason. Er will nach der sechsmonatigen Ausbildung bei der Bundeswehr bleiben, hat aber vorgesorgt. "Meine spätere Verwendung ist auch nicht, wo ich direkt vorne an der Front bin. Also von daher ist für mich das Risiko kalkulierbar.", erklärt Jason.
Ich bin mehr im Hinterraum unterwegs, als Maschinenpionier (...) also einige Kilometer hinter der Frontlinie und damit kann ich leben. Als Jäger ganz vorne dabei, das wäre nicht meins. Jason
Rekrut aus Kassel
Das Interesse an der Bundeswehr ist nach Einschätzung des Bundesverteidigungsministeriums viel größer als in der Vergangenheit. Allein in diesem Jahr hätten sich 30 Prozent mehr Freiwillige gemeldet, darunter Maike aus Köln und Jason aus Kassel.
Feierliches Gelöbnis vor dem Landtag in Düsseldorf
Die beiden freuen sich auf das Feierliche Gelöbnis am Donnerstag vor dem Landtag in Düsseldorf. "Es ist ein historisches Ereignis", schreibt die Bundeswehr auf ihren Internetseiten. "Zum ersten Mal findet ein Feierliches Gelöbnis vor dem Landtag Nordrhein-Westfalen statt - auf Wunsch des Landesparlaments."
Mit mehr als 400 Rekrutinnen und Rekruten, die derzeit ihre Ausbildung in nordrhein-westfälischen Kasernen absolvieren, in Augustdorf, Unna, Minden, Höxter und Ahlen.
Unsere Quellen:
- WDR-Reporterin im Gespräch mit Rekruten
- Bundeswehr
Über dieses Thema berichten wir am 04.09.2025 auch im WDR Fernsehen: WDR Lokalzeit Münsterland, 19.30 Uhr.