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Soldaten der Flugabwehrraketengruppe 21 der Luftwaffe der Bundeswehr üben den Aufbau einer Luftverteidigungsstellung.

Wehrdienst – Freiwilligkeit oder Pflicht?

Das Kabinett will den Gesetzentwurf von Verteidigungsminister Pistorius (SPD) zum Wehrdienst nun doch beschließen. Er beruht auf Freiwilligkeit, was nicht allen in der Koalition ausreichend erscheint. Sie wünschen sich eine Wehrpflicht. Wie stehen Sie dazu? Diskutieren Sie mit dem Politologen Prof. Ulrich Schlie und Tobi Schäfer im WDR 5 Tagesgespräch!

"Einig in der Zielrichtung, noch uneinig in der Ausgestaltung", so fasst Bundeskanzler Merz den Gesetzentwurf von Verteidigungsminister Pistorius zum Wehrdienst zusammen. Dieser sieht vor, dass ab dem kommenden Jahr alle jungen Männer und Frauen einen Fragebogen bekommen. Männer müssen ihn ausfüllen, für Frauen ist das freiwillig.

Dabei soll das Interesse am Dienst in der Bundeswehr abgefragt werden. Geeignete Kandidatinnen und Kandidaten werden dann zur Musterung eingeladen. Diese soll ab 2028 für alle 18-jährigen Männer verpflichtend werden, auch wenn sie kein Interesse am Wehrdienst bekundet haben. Der Eintritt in die Bundeswehr soll aber freiwillig bleiben.

80.000 zusätzliche aktive Soldaten benötigt die Bundeswehr, im vergangenen Jahr haben sich rund 51.000 Menschen für den militärischen Dienst beworben – deutlich mehr als in den Vorjahren. Ausreichend ist das allerdings nicht.

Vor allem in der CDU/CSU wird bezweifelt, dass sich auf freiwilliger Basis genügend Anwärter und Anwärterinnen finden werden. Sie wünschen sich zumindest als zweiten Schritt eine Verpflichtung. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder findet: "An der Wehrpflicht führt kein Weg vorbei." Auch Pistorius behält sich die Wiedereinführung eines Pflichtdienstes vor, sollte die Vergrößerung zu langsam voranschreiten. Der Bundesvorsitzende der Jusos, Philipp Türmer, spricht sich dagegen, wie weite Teile der SPD, deutlich gegen eine Wehrpflicht aus.

Das Wehrdienst-Gesetz muss nach dem Kabinettsbeschluss noch im Bundestag beraten werden, dort könnte es auch angesichts der Sicherheits- und Bedrohungslage durchaus nochmal verändert werden, erklärte der Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU Jens Spahn.   

Sind Sie für Pflicht oder Freiwilligkeit? Was spricht für die Freiwilligkeit, was für die Pflicht? Wären auch Sie bereit Wehrdienst zu leisten, oder waren Sie bei der Bundeswehr? Ist der Wehrdienst nicht auch eine staatsbürgerliche Pflicht? Sollten dann nicht auch Frauen zur Bundeswehr? Ist die Bundeswehr attraktiv genug? Muss die Bundeswehr überhaupt gestärkt werden, oder halten Sie sie in ihrer jetzigen Stärke für ausreichend?  Fürchten Sie, dass Deutschland sich nicht verteidigen kann?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555).

Gast: Prof. Dr. Ulrich Schlie, Politologe und Direktor des CASSIS Bonn

Redaktion: Birgit Becker und Jessica Eisermann

Wehrdienst – Freiwilligkeit oder Pflicht?

WDR 5 Tagesgespräch 27.08.2025 45:59 Min. Verfügbar bis 27.08.2026 WDR 5


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