Zweiter Castor-Transport in Ahaus angekommen | WDR Aktuell
WDR. 01:15 Min.. Verfügbar bis 22.04.2028.
Wer am Dienstag Abend, 21. April 2026 und in der Nacht in Ahaus, Jülich oder entlang der Castor-Transportstrecke unterwegs war, fühlte sich wie in einem Land im Ausnahmezustand. Ein riesiges Polizei-Aufgebot sicherte die beiden Atommüll-Lager, Autobahnen, Straßen, Brücken und auch kleinste Feldwege ab. Nach WDR-Informationen waren rund 2.000 Polizisten im Einsatz.
Wieder ging es um einen einzigen Behälter mit Atommüll. Darin: Ausgediente Kugelbrennelemente des ehemaligen Forschungsreaktors Jülich. Der Schwertransport hoch gesichert. Noch 150 Behälter warten auf ihren Abtransport und die sichere Einlagerung im Zwischenlager Ahaus.
Bislang keine Störaktionen
Die Sitzblockade war rein symbolisch
Außerdem könnten auch bald Transporte von Garching nach Ahaus starten. Hier geht es aber nur um sehr wenige Behälter mit Atommüll. Die Polizei Münster ist maßgeblich für die Sicherheit der Transporte zuständig. Zur Einsatzstärke scheint das Motto bislang: "Viel hilft viel." Sie äußert sich grundsätzlich nicht zu Details ihrer Planungen.
Großeinsätze in kurzen Abständen?
Polizisten sichern auch die Demo-Züge ab
Für den weiteren Transport des Atommülls von Jülich nach Ahaus sind vier LKW eingeplant. Einer bleibt stets in Reserve, so dass die Polizei maximal drei Schwertransporte zu einem Konvoi zusammenfassen könnte. Das ergibt noch mindestens 50 entsprechende Einsätze.
Bis Sommer 2027 läuft die Genehmigung für die Atommülltransporte. Die Entsorgungsgesellschaft JEN Jülich ist die Auftraggeberin. Die Gesellschaft geht aktuell davon aus, dass dieser Zeitplan eingehalten werden wird. Im Zweifel könnte sie aber auch eine Verlängerung der Transporterlaubnis um ein Jahr beantragen.
Unsere Quellen:
- JEN Jülich
- Recherchen von WDR-Reportern
Sendung: WDR Fernsehen, WDR aktuell, 22.04.2026, 12.45 Uhr