Diese bittere Pille müssen die Menschen in Bocholt noch verdauen: Die Sanierung des Rathauses wird erneut viele Millionen Euro teurer, als bislang geplant. Schlimmstenfalls steigen die Gesamtkosten auf 120 Millionen Euro, sagt die Stadt.
Die Lokalpolitiker haben den Kostendeckel aber zunächst auf 114 Millionen Euro gelegt. Reicht das Geld nicht, wären also neue Beschlüsse notwendig. Im Vergleich zur ersten Kostenschätzung könnte es gut dreimal so teuer werden.
Streit und Trennung vom Architekten
Hier können Passanten sich über den Umbau informieren
Der zwischenzeitliche Wechsel des Architekturbüros hat viel Geld verschlungen, sagt die Stadt. Statik und Brandschutz mussten nachgebessert und Büroflächen neu geplant werden. Zudem wirken sich allgemein gestiegene Baupreise aus.
Trotz Verzögerungen und und ausufernder Kosten: Im kommenden Jahr soll das Rathaus fertig werden. Für den Fall, dass es das nicht wird, führt die Stadt nach eigenen Angaben bereits Gespräche mit Kredit- und Fördergebern.
Nicht schick, aber bedeutend
Die Großbaustelle direkt am meist stark genutzten Berliner Platz
Der Komplex aus den 1970er Jahren steht unter Denkmalschutz. Das hat die Planungen für die Kernsanierung erschwert. Die Stadt entschied sich auch aus diesem Grund gegen einen Abriss, sondern für eine Sanierung im Bestand.
Büros und bestimmte Bereiche sind aufgrund der Arbeiten umgezogen. Teil des künftig sanierten und modernisierten Rathauskomplexes ist auch das Kulturzentrum der Stadt.
Unsere Quelle:
- Stadt Bocholt
- Stadtverordnetenversammlung vom 10.06.2026
Sendung: WDR 2 Münsterland, Lokalzeit, 11.06.2026, 10.31 Uhr