Der Bahnhof in Münster ist ein Verkehrsknotenpunkt – von hier führen viele Schnellzüge in den Norden, am Wochenende zieht es die Shoppingwütigen oder die Fußballfans in die Stadt. Hinzu kommt die ansässige Drogen- und Wohnungslosenszene. Dann kann es schnell voll werden, auch Kriminelle haben es so leichter.
Anne und Susanne sind am Bahnhof auf dem Weg in den Urlaub. Sie fühlen sich grundsätzlich wohl am Bahnhof in Münster. Ein besseres Gefühl, hat ihnen der Umbau des Bahnhofs vor ein paar Jahren gegeben: „Durch die großen Flächen fühle ich mich jetzt sicherer“, sagt Susanne. Aber, Anna und sie gehen nur ungern abends zum Bahnhof, wenn es sich denn vermeiden lässt.
Wie sieht es nach dem Umbau aus
Der Umbau sollte auch neue Plätze für die Wohnungslosen- und Drogenszene schaffen – Für sie gibt es seitdem am Bremer Platz spezielle Plätze, auf denen sie sich aufhalten können, mit Sonnensegel und Bänken.
Das klappt nur mittelmäßig, sagt der ehemalige Wohnungslose Roman Sudeck. Er weiß, wie brutal es am Bahnhof zugehen kann: „Der Grund-Tenor ist: Hier geht alles zu Grunde. Man kann den Verfall hier nicht aufhalten – der Menschen und des Viertels.“
Kameras helfen in der Windthorststraße
Der Bahnhof wird von der Polizei als Kriminalitätsschwerpunkt bezeichnet: 15 Prozent aller Straftaten passieren in Münster am Bahnhof. Um diese Zahl zu reduzieren wird unter anderem im Bereich der Windthorststraße seit über einem Jahr auf Videobeobachtung gesetzt.
Auch der Inhaber von Optik Federleicht, Thomas Grünfelder, hat dort sein Geschäft. „Vor zehn Jahren fing vor meinem Fenster die Drogendealerei an. In den letzten Monaten hat sich das deutlich reduziert. Auch dank der Waffenverbotszone.“
Die Messer- und Waffenverbotszone gibt es seit Mitte des Jahres. Dass diese notwendig war, zeigen auch die Zahlen: Fast die Hälfte aller Straftaten mit Messern fanden 2024 in Bahnhofsnähe statt, heißt es in der Kriminalstatistik der Polizei.
Laut Polizei geht Kriminalität deutlich zurück
Wie die Polizei berichtet, ist im laufenden Jahr ein deutlicher Rückgang der Straßenkriminalität zu verzeichnen. Insbesondere im Bereich rund um den Bahnhof sind Schmuggel und Handel mit Betäubungsmitteln im Vergleich zu 2024 deutlich zurückgegangen.
In der Windthorststraße und am Berliner Platz hat sich die Zahl der registrierten Delikte im Zeitraum von Januar bis September auf nahezu ein Drittel des Vorjahresniveaus reduziert. Gerade an diesen Orten kommt verstärkt Videobeobachtung zum Einsatz.
Einen klaren Ausreißer gibt es allerdings auch: An der Engelenschanze, die nur ein paar hundert Meter vom Bahnhof entfernt ist, hat sich im selben Zeitraum der Schmuggel und Handel mit Betäubungsmitteln mehr als verdoppelt.
Quellen:
- WDR-Reporterin vor Ort
- Kriminalstatistik der Polizei Münster (2024)
- Polizei Münster
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Über dieses Thema sprechen wir auch beim Stadtgespräch am 18. Oktober von 13 Uhr bis 14 Uhr auf der Stubengasse in Münster. Eure Kommentare und Fragen nehmen wir mit in die Diskussion mit unseren Gästen.
Kommentare zum Thema
Polizei berichtet über Münster, im laufenden Jahr ist ein deutlicher Rückgang der Straßenkriminalität zu verzeichnen, der Bahnhof Münster wird als Kriminalitätsschwerpunkt bezeichnet. Die Wohnungslosen und die Drogenszene, die ist in vielen anderen Städten am Bahnhof auch nicht anders, je nach Zahl der Einwohner. Ich kann es mir nicht verkneifen zu sagen, dass die größere Gefahr meist von Fußballfans, bei Events in der Stadt und bei den Leuten liegt, die nur zum Bummeln gehen aus Langeweile und die Szene am Bahnhof ihnen stört. Wo sollen die Wohnungslosen, die Drogenkonsumenten hingehen? In der Mitte der Stadt werden sie vertrieben und von normalen Passanten am Bahnhof diskriminiert. An einen Bahnhof kann viel passieren, Kriminelle anderer Art kommen noch dazu aus einer anderen bunten Welt. Den Kommunen fällt nichts mehr ein, um die Wohnungslosen und Drogensüchtigen vor Kriminelle zu schützen? Sie sind am Bahnhof den Kriminellen oft schutzlos ausgeliefert.
Gedränge, Pöbeleien und Betteln sind keine Kriminalität. Hier wird Armut kriminalisiert.
Hallo Ja ich muss zugeben, dass sich das Leben auf der Platte und im indro sehr verschlimmert hat. Ich bin jetzt seit 26 Jahren auf der Platte mit leider einer sehr schweren sucht, die seit dem über mein ganzes Leben bestimmt 🙁 Früher war das Leben am Bremer Platz ruhiger auch der Zusammenhalt war besser...aber seit dem crack, Meth und Fentanyl auf dem Platz Angeboten wird und die Dealer zum größten Teil aus arabischen Ländern bestehen, ist das aggressive verhalten von denen unter aller Sau.täglich werden Leute abgestochen,ausgeraubt oder auch noch mehr unerträglich.das crack besteht ja nicht so wie früher aus Kokain, sondern auf Chemie und anders Zeug,was sehr aggressiv macht,und man Tage lang ohne Schlaf auskommt, teilweise bis zu 5-7tage ungelogen.... Aber was man da gegen machen könnte,mh,da bin ich selbst überfragt 🤷