Rechtsanspruch Offene Ganztagsschulen: Zwischen Traum und Wirklichkeit

WDR 02:34 Min. Verfügbar bis 18.03.2028

Rechtsanspruch Offene Ganztagsschulen: Zwischen Traum und Wirklichkeit

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Bald startet der Rechtsanspruch auf einen OGS-Platz für jedes Grundschulkind in NRW. Schon jetzt ist die Situation in Münster schwierig.

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Nicole Albers
und Nicole Albers

"Die Situation ist so, dass die ganze Schule rappelvoll ist." Petra Brauers ist OGS-Betreuerin an der Paul-Schneider-Schule in Münster-Kinderhaus. Die Nachmittagsbetreuung findet in den Klassenzimmern statt, auch das Mittagessen. Jeder OGS-Tag beginnt mit Umräumen, um die Zimmer bespielbar zu machen.

Rückzugsräume: Fehlanzeige

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Petra Brauers, OGS-Betreuerin

Seit 25 Jahren arbeitet Brauers schon im offenen Ganztag und ist Einiges gewohnt. Doch die Belastung insgesamt habe enorm zugenommen, erzählt sie. Wenn die Sonne scheint, spielen viele Kinder draußen. Bei Regenwetter aber tummeln sich alle auf engstem Raum, und dann ist es eng und vor allem laut. Das stresst. "Kinder brauchen Rückzugsräume, sonst werden sie aggressiv und dann gibts Konflikte", erzählt Schulleiter Paul Meyer.

Baulicher Zustand der Schule: marode

Hinzu kommt der bauliche Zustand, denn die Substanz sei schlicht marode. Es zieht, es ist kalt und ab und zu fällt außerdem noch die Heizung aus. Das bleibt nicht ohne Folgen: "Der Krankenstand bei den Betreuern ist rapide angestiegen."

Jeden Tag fehlen OGS-Kräfte

Kein Einzelfall, erzählt Sigrid Schmeddes vom Caritasverband der Diözese Münster. Sie hat in Sachen OGS einen Blick auf die Region und als Mitarbeiterin im Fachausschuss OGS der Freien Wohlfahrt NRW einen Blick aufs ganze Land. "Tage, an denen kein Betreuer krank ist, sind die absolute Ausnahme." Und sie befürchtet, dass der Rechtsanspruch auf einen OGS-Platz die Situation nochmal verschärft.

Nach den Sommerferien startet Rechtsanspruch

Der Rechtsanspruch wird nach den Sommerferien stufenweise eingeführt. Los geht es mit dem ersten Jahrgang, 2027 folgt dann der Zweite. Ab 2029 hat dann jedes Grundschulkind einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung. Bis dahin müssen Schulen sich überlegen, nach welchen Kriterien Kinder für die OGS zugelassen werden, die eben keinen Anspruch haben.

Rechtsanspruch offenbart Defizite

"Ich gehe davon aus, dass viele Kinder hinten runterfallen, und leider auch solche, die es bitter nötig haben", befürchtet Michael Kaulingfrecks. Er ist Sprecher des Verbands Bildung und Erziehung und selbst Schulleiter. Gleichzeitig hofft er, dass der Rechtsanspruch dazu führt, "dass endlich Bewegung reinkommt. Denn dadurch werden viele Defizite aufgedeckt, und die lassen sich jetzt nicht mehr aussitzen."

An der Paul-Schneider-Grundschule sieht man den Rechtsanspruch gelassen, denn schon jetzt werden nahezu alle der rund 250 Kinder im offenen Ganztag betreut. Schwieriger als jetzt kann es zumindest hier nicht mehr werden.

Die Realität des Rechtsanspruch auf Offene Ganztagsschulen

WDR 18.03.2026 00:47 Min. Verfügbar bis 17.03.2028

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Unsere Quellen:

  • Paul-Schneider-Schule Münster-Kinderhaus
  • Verband Bildung und Erziehung Münster
  • Caritas Diözesanverband Münster

Sendung: WDR.de, Die Realität des Rechtsanspruchs auf Offene Ganztagsschulen, 18.03.2026, 17.14 Uhr
Sendung: WDR 2 Münsterland, Lokalzeit, 18.03.2025, 11.31 Uhr

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