Ein kurzer Blick aufs Lastenrad, ein letzter Check, dann weiß Lukas Bescheid: Für heute haben er und Teamkollege Bela aus dem Wetterschutzteam Münster alles dabei. Sonnenschutzcreme, jede Menge Wasser, Käppis gegen die Hitze und Kühlungstücher. Was für viele Bürger selbstverständlich ist, um in der Hitze zu bestehen, ist für Menschen, die draußen leben und den hohen Temperaturen ausgesetzt sind, unter Umständen lebensnotwendig.
Bela und Lukas gehören zum Wetterschutzteam Münster.
Wasser ist der "Renner"
Es kann also losgehen, bei 30 Grad schwüler Tagestemperatur. Fünf, sechs Treffpunkte der Obdachlosenszene wollen sie auf ihrer Tour mindestens anfahren. Lukas kennt sich gut aus, den Job im Wetterschutzteam macht er schon seit zwei Jahren. Am alten Güterbahnhof treffen sie heute niemanden an. Das vermüllte Gelände mit Zeltresten ist verlassen.
Die Obdachlosen sind dankbar für die Hilfe.
Am Hauptbahnhof aber haben sich Grüppchen gebildet. Für das Wasser braucht Lukas gar nicht groß zu werben - das wird ihm förmlich aus den Händen gerissen. Auch die Sonnencreme wird dankend angenommen.
Obdachlosenzahlen nehmen zu
"Viele freuen sich, dass wir was vorbeibringen, manche sagen aber auch: Danke, ich brauch' nichts", erzählt Lukas und das sei okay. Die Hilfe ist ein kostenloses Angebot. Die Verelendung im Stadtgebiet von Münster hat zugenommen; die Zahlen sind alarmierend. Waren es vor zwei Jahren in Münster noch etwa 2.000 Menschen ohne festen Wohnsitz, sind es heute schon mehr als 2.300. Und die Tendenz steigt.
Hilfe nicht immer zu vermitteln
Und es ist auch nicht immer einfach, die Hilfe weiterzugeben. Ein älterer Obdachloser liegt am Straßenrand, die Sonne knallt ihm ins Gesicht. Richtig ansprechbar ist er auch nicht. Da können Lukas und Bela nicht wirklich helfen. Nach der Tour werden sie den Kollegen aus dem Haus der Wohnungslosenhilfe Bescheid geben. Die sollen dann noch mal nachzuschauen.
Hitzehelfer Lukas möchte einem Obdachlosen helfen, manchmal klappt es nicht.
Insgesamt gehören zu dem Wetterschutzteam in Münster sechs Mitarbeiter, für kontinuierliche Hilfe ist also gesorgt. Hinter dem Team stehen die Bischof-Hermann-Stiftung, aber auch die Stadt und der Sozialdienst katholischer Frauen - denn auch obdachlose Frauen gibt es immer mehr.
Unsere Quellen:
- Eindrücke des WDR-Reporters und Gespräche mit dem Wetterschutzteam
- Gespräch mit dem mobilen Dienst der Bischof-Hermann-Stiftung
Sendung: WDR 2 Münsterland, Lokalzeit, 19.06.2026, 10.30 Uhr
