Wenn der Traum zum Beruf wird

WDR 02:29 Min. Verfügbar bis 10.06.2028

Busfahrer mit 18 In Münster sitzt ein sehr junger Mann hinterm Steuer

Stand:

Während andere junge Leute noch an ihrem Führerschein arbeiten, fährt Johannes Biedermann bereits mit einem Bus durch Münster.

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Nicole Albers

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"Das Busding beschäftigt mich, seitdem ich klein bin." Für Johannes Biedermann war Busfahren schon immer ein großes Abenteuer. Seit einigen Monaten darf der 18-Jährige nun selbst am Steuer sitzen. Er ist ausgebildeter Berufskraftfahrer im Personenverkehr bei den Stadtwerken Münster.

Verantwortung als 18-Jähriger für mehr als 100 Fahrgäste

So einen Bus zu fahren, bedeutet jede Menge Verantwortung. 18 Meter ist der Bus lang, wiegt 18 Tonnen und kann mehr als 100 Menschen transportieren. Und der Stadtverkehr von Münster hat es in sich: Fahrradfahrer, Fußgänger und teilweise engste Wege erfordern höchste Konzentration. Aber Johannes schreckt das nicht ab.

"Das macht schon richtig Spaß." Johannes Biedermann, Busfahrer in Münster

Überraschte Fahrgäste in Münster

Mittlerweile hat er sich auch an die erstaunten Gesichter der Fahrgäste gewöhnt. "Manche Leute fragen mich, ob ich überhaupt schon einen Führerschein habe." Der Münsteraner nimmt es mit Humor und ist auch ein bisschen stolz darauf. Schließlich starten die meisten Busfahrer erst mit Mitte 20 auf dem Fahrersitz durch.

zwei Personen vor einem Bus

Johannes Biedermann (li.) und sein Ausbilder Michael Jasper

Ausbildung zum Busfahrer: Mit 16 Jahren ging's los

Für Johannes ging es bereits mit 16 los. Damals startete er seine Ausbildung. Michael Jasper von den Stadtwerken hat ihn zwei Jahre begleitet und fit gemacht für den Job:

"Der ist richtig heiß aufs Fahren." Michael Jasper, Stadtwerke Münster

In Windeseile hatte Johannes alle Qualifikationen erreicht. Und bereits am ersten Tag nach bestandener Führerscheinprüfung kam er zu Jasper und wollte direkt ans Steuer.

Als Busfahrer durch Münster: "Es wird nie langweilig"

Mittlerweile hat der junge Mann schon einige Linien in Münster kennengelernt. "Wir werden immer für unterschiedliche Strecken eingeteilt. So wird es nicht langweilig." Aber von Langeweile kann sowieso keine Rede sein. Kürzlich hat sich ein Mann während der Fahrt übergeben - und das in einem vollbesetzten Bus: "Obwohl ich eigentlich gut gefahren bin." Auch diese Situation hat Johannes gut gemeistert.

ein Busfahrer in einem Bus

Für den 18-jährigen Johannes Biedermann ist der Beruf des Busfahrers der Traumjob.

Was ihm fehlt, ist der Kontakt mit Menschen. "Die meisten Fahrgäste steigen hinten ein und starren aufs Handy. Und obwohl der Bus voll ist, ist es trotzdem still." Auch hat er schon einige unschöne Szenen erlebt, wenn Leute sich wegen einer Verspätung aufregen. "Aber damit komme ich klar, das gehört eben auch zu meinem Traumjob."

Unsere Quellen:

  • Stadtwerke Münster
  • Gespräch mit Johannes Biedermann

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Münsterland, 19.05.2026, 19:30 Uhr
Erstveröffentlichung des Artikels am 12.06.2026

Kommentare zum Thema

3 Kommentare

  • 3 Jörg 15.06.2026, 12:34 Uhr

    Wie geht das gibt es kein Mindestalter mehr, bei LKW und Bus 21 und Personenbeförderung erst mit 24. Oder ist das falsch?

  • 2 Udo 12.06.2026, 17:41 Uhr

    Ich bewundere den jungen Mann, das er sein Traum für sich erfüllt hat. Und wenn ich ehrlich bin, finde ich einen jungen Mann mit einem Bus ungefährlicher, als wenn er ein Großen LKw ( Gefahrengut) von Hamburg nach München fahren würde. Wünsche dem jungen Mann alles Gute und nette Fahrgäste Mfg Udo 4

    Antworten (1)
    • Jürgen 12.06.2026, 22:22 Uhr

      Wenn Berufung zum Beruf wird ist das einfach ideal. Herzlichen Glückwunsch zu so einem Vollblutfahrer. Die Kollegen sind auch souveräne Profis. Der Beruf wird teilweise unterschätzt. Hier ist wie bereits erwähnt volle Konzentration erforderlich, fahrerisches Können , soziale Kompetenz und viel Gelassenheit erforderlich. Ihr seit alle sehr wichtig.

  • 1 Andreas Kunert 12.06.2026, 17:40 Uhr

    Gratulation ich ziehe meinen Hut 🎩 vor Ihm ,und wünsche allzeit Gute und vorallem Unfallfreie Fahrt. Habe im WDR schon einen Bericht gesehen von Ihm. Ich selber habe von 2009 bis 2014 selbst Schul und Linienbus gefahren habe meinen Führerschein damals 2007 über das Arbeitsamt gemacht. Also ich möchte diesen Beruf nicht mehr machen habe 2014 nach 5 Jahren den Job an den Nagel gehängt. Stand kurz vor dem Burn Out habe selbst die Reissleihne gezogen. Denn das Verhalten einiger Fahrgäste gegenüber dem Busfahrer/in teilweise unter aller Kanone. Und im Schulbus Verkehr die überfüllten Busse und Schüler die teilweise nicht auf den Fahrer hören. Ich wollte und will keine Verantwortung mehr für Personen übernehmen. Deshalb wünsche ich Ihm starke Nerven

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